Auszeichnung

David Kind mit dem VNGart-Preis ausgezeichnet

Der Student der Zeitbasierten Künste an der BURG erhielt am 24. April 2026 als einer von zwei Preisträger*innen den Förderpreis der VNG-Stiftung für Kunststudierende, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen auseinandersetzen.

Am Freitag, 24. April 2026, wurden die Preisträger*innen verkündet: Neben Dayoung Jung von der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wurde David Kind, Student der Studienrichtung Zeitbasierte Künste bei Michaela Schweiger an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle für seine Arbeiten ausgezeichnet. Die Jury lobte die sensiblen und eindringlichen Arbeiten der beiden Gewinner*innen, die aktuelle soziale und kulturelle Entwicklungen reflektierten. 

David Kinds künstlerische Auseinandersetzung bewegt sich an der Schnittstelle von experimentellem Film, Dokumentation und Medienkunst. Seine Einreichungen für den Wettbewerb setzen sich mit sozialen Brüchen, Gewalt und Erinnerung auseinander und thematisieren Gemeinschaft als fragiles Gefüge. Der Dokumentarfilm Gelände untersucht gesellschaftliche und historische Kontexte, sowie die Verdrängung und Normalisierung rechter Gewalt. In der Videoinstallation Bastard thematisiert der Künstler psychische Gewalt und moralische Ambivalenzen im Kontext des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Die Kurzdokumentation In den Wohnungen meiner Mutter sind viele Türen betrachtet familiäre Gewaltstrukturen und ihre generationale Weitergabe. Gemeinschaft wird in David Kinds Arbeiten nicht als stabile Einheit, sondern als ein wandelbarer, konfliktreicher Raum verstanden, in welchem Verletzlichkeit und Veränderung gleichermaßen angelegt sind.


Im Anschluss an die Preisverleihung wurde die Ausstellung Present Collective II: Umbrüche. Impulse aus Mitteldeutschland feierlich eröffnet. Sie wird noch bis zum 16. Mai 2026 bei freiem Eintritt in der Werkschauhalle der Leipziger Baumwollspinnerei zu sehen sein.

David Kinds Beitrag zur Ausstellung ist der Film Gelände. Ausgangspunkt des Films ist ein mutmaßlich rechtsextrem motivierter Mord an einem jungen homosexuellen Mann. Die Tat ereignete sich in Aue - Bad Schlema. Einer Region, die früher stark durch den Uranbergbau geprägt war.Nach der Wende erlebte sie tiefgreifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche. Der Film verbindet Geschichte und Gegenwart. Er fragt nach möglichen Verbindungen zwischen Strukturwandel und gesellschaftlichen Traumata. Am Film mitgewirkt haben Alva Berlich, Jo Henrick Hamann, Samira Assir und Ayaha Tokusa.

über die auszeichnung

Seit 2024 würdigt der VNGart-Preis im Rahmen der Kunstinitiative VNGart herausragende junge künstlerische Positionen aus Mitteldeutschland. In diesem Jahr, das unter dem Motto „Gemeinschaft im Wandel“ stand, beschäftigten sich die Teilnehmenden des Wettbewerbs mit Fragen von kollektiver Zugehörigkeit, Erinnerung und gesellschaftlicher Veränderung. Der Preis richtet sich an Studierende, deren künstlerische Auseinandersetzung gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den Mittelpunkt stellt und ist mit jeweils 3.000 Euro dotiert.