Mitte Juli war es wieder soweit: Die BURG öffnete zum Ende des Sommersemesters ihre Türen und Tore und lud zum Besuch der Jahresausstellung ein. Die Studierenden zeigten Arbeitsergebnisse aus den zurückliegenden zwei Semestern.

Mitte Juli war es wieder soweit: Die BURG öffnete zum Ende des Sommersemesters ihre Türen und Tore und lud zum Besuch der Jahresausstellung ein. Die Studierenden zeigten Arbeitsergebnisse aus den zurückliegenden zwei Semestern.
Mit einer großen Programmvielfalt und hunderten zu entdeckenden Arbeiten und Projekten präsentierte sich die Jahresausstellung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle am 18. und 19. Juli 2026. Mehrere tausend Besucher*innen aus dem In- und Ausland nutzten die Möglichkeit, in den Ateliers und Werkstätten an allen Standorten hinter die Kulissen einer der größten deutschen Kunsthochschulen zu blicken.
Zur Eröffnung am Freitag, 17. Juli, fand die Werkschau der Mode erstmals im Sparkassen-Eisdom in der Selkestraße 1 statt. Vor rund 3.000 Gästen verwandelte sie den weitläufigen Stadionraum in eine Bühne für Mode, Film, Performance und räumliche Inszenierungen. Die Mode-Studierenden, die ihre Semester- und Abschlusskollektionen präsentierten, bewegten sich zwischen historischer Recherche, künstlerischem Experiment, filmischer Narration und kollektiver Praxis. Dabei verstanden sie Mode nicht als isoliertes Objekt, sondern als Medium, das gesellschaftliche, kulturelle und persönliche Fragestellungen miteinander verknüpft.










Auch die parallel eröffnete Meisterschüler*innenausstellung Take Off 2026– Meisterschüler*innen der BURG des Fachbereichs Kunst der BURG fand großen Zuspruch. Die Schau, die noch bis 9. August 2026 in der Burg Galerie im Volkspark zu sehen ist, zeigt ein vielschichtiges Bild von unterschiedlichen künstlerischen Praxen und ästhetischen Haltungen. Unabhängig vom Medium kreisen die künstlerischen Fragestellungen in diesem Jahr verstärkt um die Form und den Prozess ihrer Entstehung, gewissermaßen um die Triebkräfte des Schaffens selbst. Die Arbeiten aus Malerei, Bildhauerei, Installation, Keramik, Zeichnung und Film spannen einen weiten Bogen: Sie bewegen sich zwischen kleiner und großer Dimension, zwischen opulenter Dichte und fein austarierter Reduktion. Sie hinterfragen Gewissheiten und stimmen auf neue ein.






Am Samstagabend, 18. Juli, wurden außerdem die Nominierungen für den GiebichenStein Designpreis bekannt gegeben. 21 Arbeiten und Projekte wurden ausgewählt. Am Mittwoch, 25. November wird die Preisverleihung sowie die Eröffnung zum GiebichenStein Designpreis 2026 stattfinden. Die Ausstellung dazu wird bis zum 14. Januar 2027 in der Burg Galerie im Volkspark zu sehen sein und zeigt Einblicke in neueste Designkonzepte, innovative Materialien und experimentelle Projekte. An der Ausschreibung konnten Design-Studierende mit Projekten und Arbeiten teilnehmen, die zur Jahresausstellung gezeigt wurden.
Die Jahresausstellung bot Einblicke in das vielfältige Schaffen der über 1.100 Studierenden der BURG, die in den Fachbereichen Kunst und Design studieren. Studieninteressierte wurden unter anderem zu ihren Mappen beraten und konnten ebenfalls an einem Info-Talk rund um das Studium an der BURG teilnehmen. Auf dem Campus Design konnten die Gäste das ganze Wochenende über im Burgshop einzigartige Designobjekte und Werke von Alumni der BURG erwerben. Der Samstagabend bot für alle Besucher*innen auf dem Sommerfest einen schönen Ausklang des ersten Tages. Auch am Sonntag hatten die Besucher*innen nochmals die Möglichkeit, die verschiedenen Ausstellungen und Standorte der BURG zu besuchen. Zahlreiche Stände von Studierenden luden mit Getränken und Snacks ebenfalls zum Verweilen ein. Der eigens für die Jahresausstellung organisierte Shuttlebus erleichterte den Wechsel zwischen den verschiedenen Standorten.
Die visuelle Gestaltung der Druck- und Onlinemedien zur Jahresausstellung 2026 wurde von zwei Studierenden des Kommunikationsdesigns aus den Schwerpunkten Intermediale Gestaltung und Schrift und Typografie, Franka Nowak und Jan Goldmann, konzipiert und umgesetzt.
Die Gestaltung der diesjährigen Jahresausstellung greift die mit dem Hochschulnamen BURG verbundenen mittelalterlichen Assoziationen auf, erweitert sie und überführt sie zugleich in eine zeitgenössische visuelle Sprache. Neben der Unterburg als historische Namensgeberin bildet das Motiv der BURG auch eine ideelle Grundlage der Hochschule. Bereits ihre Gründer*innen orientierten sich im Umfeld des Bauhauses am Modell der mittelalterlichen Bauhütte. Die dort gelebten Prinzipien des gemeinschaftlichen, interdisziplinären Arbeitens sowie die enge Verbindung von Handwerk, Gestaltung und Kunst prägen die BURG bis heute. Sie finden ihren Ausdruck in der Grundlagenlehre, im fachübergreifenden Austausch und in zahlreichen kollaborativen Projekten.
Die Illustrationen und die Typografie übersetzen mittelalterliches Referenzmaterial aus Malerei und Heraldik in eine zeitgemäße Formensprache und ergänzen sie durch leuchtende Farben und digitale Ornamente. Der vielschichtige Farbverlauf ist zugleich eine visuelle Metapher für die Vielfalt an Ideen, Perspektiven und künstlerisch-gestalterischen Prozessen an der BURG. Diese Synthese von Zeitlichkeiten visualisiert Tradition als lebendige Praxis anstatt konservierender Wiederholung und verweist darin auf das innovative Selbstverständnis der BURG.
Betreut wurde das Projekt von Prof. Andrea Tinnes, Professorin für Kommunikationsdesign/Schrift und Typografie, sowie Prof. Jana Reddemann und Prof. David Liebermann, Professor*innen für Kommunikationsdesign/Intermediale Gestaltung.




