Während Todor Joe Musevs Graduiertenstipendiums der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entstand im Zeitraum von Oktober 2025 bis Juli 2026 der experimentelle Dokumentar-Kurzfilm „There’s No Place Like Rome“. Nun wird der Film im Rahmen der Teilnahme am Deutschen Wettbewerb Dokumentarfilm auf der 69. Ausgabe des DOK Leipzig, das vom 26. Oktober bis zum 1. November 2026 stattfinden wird, gezeigt.
„There’s No Place Like Rome“ greift eine kollektive Nostalgie für das antike Rom als idealisierte Alternative zur modernen Welt auf, die, wie ein Hashtag, der vor zwei Jahren mit der Frage „How often do you think about the Roman Empire?“ viral ging, deutlich macht, insbesondere unter Männern verbreitet ist. Der Film porträtiert Todor Musevs Onkel Pinji während seines ersten Besuchs in dessen Haus in Bulgarien. Ausgehend von seiner Fixierung auf das antike Rom untersucht der Film Pinjis Sehnsucht nach großen Vorbildern auf einer Spurensuche durch postsowjetische und fiktionale Landschaften.
Dokumentarisches und animiertes Filmmaterial treten dabei in einen filmischen Dialog. Essayistische und fiktionale Erzählformen greifen ineinander und lassen die Grenzen zwischen Beobachtung und Inszenierung offen. Teile des Films wurden während der Proteste in Sofia am 10. Dezember 2026 gedreht, die noch am folgenden Tag zum Rücktritt der Regierung führten.
„There’s No Place Like Rome“ – Todor Joe Musev
23 Min, Kurzfilm, experimenteller Dokumentarfilm
Regie, Drehbuch, Sound, Schnitt: Todor Joe Musev
Tonmischung: Friedrich Heinze
- Premiere: Dienstag, 27.10, 18:00, Cinémathèque in der Nato.
- Mittwoch, 28.10, 11:30, Passage Kinos Wintergarten.
- Freitag, 30.10, 11:30, CineStar 6.
- Freitag, 30.10, 14:00, Passage Kinos Astoria.
Todor Joe Musev
Todor Joe Musev (*1995, Berlin) ist bildender Künstler und Filmemacher. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Autorenfilm, Videocollage, Zeichnung und partizipativer Kunst. Seit Abschluss seines Studiums in den Zeitbasierten Künsten an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein wurden seine Arbeiten vielfach in Ausstellungen und Filmfestivals präsentiert und durch Residencies und Stipendien gefördert. U.a. erhielt er 2024 das Residenzstipendium Übenübenüben³ der Montag-Stiftung Kunst & Gesellschaft in Mönchengladbach, sowie 2026 das Graduiertestipendium der Kunsthochschule Burg Giebichenstein.
Musev erforscht in seinen Arbeiten Formen der Begegnung, die besonders seine dokumentarischen und partizipativen Arbeiten prägen. Oft nutzt er Humor und fantastische Narration, um soziale Verhältnisse zu konfrontieren.
Seine Arbeiten entwickeln sich aus dem offenen Prozess. Im Dialog mit den Orten und Menschen, denen er begegnet, entwickelt er Konzepte für Geschichten, Bilder, Filme und Interventionen im öffentlichen Raum.
DOK Leipzig
Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, kurz DOK Leipzig, ist ein seit 1955 jährlich in Leipzig stattfindendes Filmfestival. In den Wettbewerbskategorien internationaler Dokumentarfilm, Internationaler Animationsfilm, Deutscher Dokumentarfilm und Publikumswettbewerb werden als Hauptpreise die Goldenen und Silbernen Tauben verliehen. 1955 gegründet, ist DOK Leipzig das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt.