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Übersetzt aus der Zukunft IV: Möglichkeiten, Sorgen und Wunschvorstellungen. Wie übersetzt man (Sprach-)Bilder des »Noch-nicht«?

Die vierte Veranstaltung des dezentralen Symposiums »Übersetzt aus der Zukunft« findet an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle statt. Lesungen und Gespräch mit Karin Betz, Markus Färber und Tim Holland. Moderation: Sarah Käsmayr

Das erschöpfte Bundeskanzleramt in Berlin wird von einem vielfältigen Wir aus Menschen, Tieren und Pflanzen besetzt. In New York baut man Wolkenkratzer als Staudämme. Riesige Seifenblasen lassen es in der Wüste regnen und machen diese wieder fruchtbar. Doch welche Sprache und welche Form verleiht man Wesen und Dingen, die es noch nicht gibt? Wie viel Bekanntes muss in einem sprachlichen oder visuellen Bild stecken, damit wir es »begreifen« können? Und wie lassen sich flirrende Hologramme, changierende Emotionen und ungreifbare Zustände in elektrisierende Zeichnungen überführen?

Der Illustrator und Comiczeichner Markus Färber hat sich in seiner künstlerischen Arbeit und dem Sichtbarmachen von (noch) nicht Sichtbarem in Bilder verschrieben. Tim Holland beschäftigt sich als Lyriker mit spekulativen (Sprach-)Bildern und ihrer Vermittelbarkeit. Karin Betz übersetzt aus dem Chinesischen und dem Englischen und kann davon berichten, wie man fantastischen Körpern in einer anderen Sprache Gestalt verleihen kann.

Am vierten Abend des dezentralen Symposiums »Übersetzt aus der Zukunft« geht es ums Übersetzen im interdisziplinären Sinne: Angefangen mit der Frage, wie adäquat Übersetzungen in andere Sprachen möglich sind, sprechen wir über die Gratwanderung zwischen der wörtlichen Übertragung eines Sprichworts und der Möglichkeit, erklärende Einschübe oder Fußnoten zu ergänzen, um Spezifika der Ausgangssprache zu übertragen. Außerdem wird es um visuelle Formen und Interpretationsversuche gehen: Wie »klingt« Spekulative Literatur in Bildform und wie kann Sprache sicht- und spürbar werden, wenn sie nicht hörbar ist?

Die Buchhandlung heiter bis wolkig beteiligt sich mit einem Büchertisch.

Zeit: Montag, 9. November, 20 Uhr
Ort: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Raum 103/104, Villa Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)
Eintritt: frei

Die Podiumsgäste

Karin Betz übersetzt chinesische und englische Literatur, ist Herausgeberin, Moderatorin und Dozentin für literarisches Übersetzen und Kulturwissenschaft. Übersetzt hat sie unter anderem Mo Yan, Liao Yiwu, Liu Cixin, Zhang Yueran und Yang Shuang-zi. Für ihre Übersetzungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, 2024 unter anderem mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis und dem 17. Special Book Award of China.

Markus Färber lebt und arbeitet seit 2013 als freischaffender Comiczeichner und Illustrator in Leipzig. Er arbeitet zeichnerisch vor allem im Bereich der Wissenschaftskommunikation und gestaltet gern Konzertposter im Originaldruckverfahren. Neben seinen künstlerischen Publikationen, die beim Verlag Rotopol erscheinen, betreibt er das Kassettenlabel »Cassettendienst«. Er ist künstlerischer Mitarbeiter an der BURG im Schwerpunkt Illustration der Studienrichtung Kommunikationsdesign. markusfaerber.de

Tim Holland ist Autor, Literaturvermittler und Co-Verleger von hoch­roth München. 2022 erschien sein spekulative Langgedicht »wir zaudern, wir brennen« (Matthes & Seitz Berlin), 2026 die Essays »Wenn Muskeln weinen. Zwischen Krafttraining und Doomscrolling« im MaroVerlag und »Angst« in der Reihe »Edition Poeticon« im Verlagshaus Berlin. timholland.de

Sarah Käsmayr ist Buchgestalterin und Verlegerin des Augsburger MaroVerlags.

Das dezentrale Symposium

Diese Veranstaltung ist der vierte und letzte Teil des dezentralen Symposiums »Übersetzt aus der Zukunft« – initiiert von Lukas Dubro, Tim Holland und Sarah Käsmayr, in Kooperation mit dem Kapsel-Magazin und dem Konfuzius- Institut an der Universität Heidelberg, gefördert durch den Deutschen Übersetzerfonds. Wir danken der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, dass sie uns den Raum für den Abend zur Verfügung stellt.

Übersetzer:innen, Autor:innen, Illustrator:innen, Wissenschaftler:innen und Science-Fiction-Leser:innen kommen an vier Abenden in Berlin, Heidelberg und Halle über das Übersetzen ins Gespräch. Mit dabei: die chinesische Science-Fiction-Autorin Xia Jia und der Lyriker Tim Holland, die ÜbersetzerInnen Karin Betz, Milena Adam, Karin Nölle, Lisa Mensing und Marc Hermann, und die IllustratorInnen Markus Färber, Camilla Mücksch und Miriam Wiskemann.