Von 18 bis 22 Uhr erwartet die Besucher*innen auch in diesem Jahre ein umfangeiches Programm.
Programmüberblick
Villa, Raum 102
Horizonte der Wissenschaft
„Horizonte der Wissenschaft“ ist eine Vortragsreihe von Mitarbeitenden, Studierenden und Gästen der BURG, die den Blick auf die Voraussetzungen, Grenzen und Potenziale wissenschaftlichen Wissens richtet und dabei Themen wie Neutralität, Klassismus und Queerness in den Mittelpunkt stellt.
Alle aktuellen Infos unter: lndwhalle.de/
19:00 – 19:45 Uhr
Nicht neutral.
Prof. Dr. Sara Burkhardt (BURG) im Gespräch mit Prof. Dr. Anja Besand (TU Dresden)
In Bildungsinstitutionen ziehen sich Entscheidende gerne auf legalistische Positionen im Umgang mit Menschenfeindlichkeiten zurück. Warum das nicht genügen kann, zeigt die Politikdidaktikerin Anja Besand an ausgewählten Fallbeispielen und gibt Empfehlungen für den Umgang mit antidemokratischen Herausforderungen.
Im anschließenden Gespräch zwischen Anja Besand und der Kunstpädagogin Sara Burkhardt werden Aspekte weiter ausgeführt und Fragen Studierender sowie des Publikums aufgegriffen.
20:00 - 20:30 Uhr
Let's talk about class. Zur Bedeutung von Klasse im Kommunikationsdesign
Angela Stellmacher, Studentin im Kommunikationsdesign
Warum sprechen wir im Design so selten über Klasse? Angela Stellmacher führt kurz in ihr Forschungsprojekt Let's talk about class. ein, schafft mit zentralen Begriffen eine gemeinsame Sprache und stellt die ethnografischen Vignette als Methode ihrer Arbeit vor.
Über Geld, Herkunft, Klasse spricht man nicht. Aber was passiert, wenn schon aber die Worte fehlen? Dann bleibt unsichtbar, was uns trotzdem alle prägt: wer sich in welchen Räumen selbstverständlich bewegt, wessen Geschmack als passend gilt, wer dazugehört.
Das ist kein Vorwurf an die Einzelnen. Designer*innen gestalten die Bilder mit, die uns erzählen, was begehrenswert ist und wer dazugehört. Stecken aber oft selbst in prekären Verhältnissen: befristet, schlecht bezahlt, abhängig von Aufträgen, eingebunden in etwas, das sie nicht erfunden haben. Sie bringen ihre eigene Herkunft mit und arbeiten zugleich in einem System, das beides selten zur Sprache bringt.
Das Erstaunliche: Selbst dort, wo es ausdrücklich um Klasse geht, fällt das Wort oft nicht. Die Erfahrung ist da, der Begriff fehlt. Genau dieser L ücke zwischen Erleben und Benennen geht das Forschungsprojekt Let's talk about class. nach.
In diesem Format gibt Angela Stellmacher eine kurze Einführung in ihr Projekt, schafft mit zentralen Begriffen wie Klasse, Klassismus und Habitus eine gemeinsame Sprache und stellt mit der ethnografischen Vignette eine Methode ihrer Arbeit vor. Der Abend ist eine Einladung, einem oft übersehenen Thema nachzugehen und vielleicht Worte für etwas zu finden, das viele kennen, aber selten benennen.
20:30 – 21:00 Uhr
No trashy make-up in 2018. Überlegungen zu Stil, Geschmack und Klassismus
Mara Recklies, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Design Studies
Warum wirken weiße Räume protzig und wieso wollen Rapper arm aussehen? Mara Recklies stellt einige Überlegungen vor und erklärt, warum sie bis vor Kurzem dachte, sie hätte nie zu diesem Thema geforscht.
21:00 - 21:30 Uhr
Queering the Queen. „Queer" als Analysekategorie am Beispiel Königin Christinas von Schweden (1626-1689)
Prof. Dr. Veronica Biermann, Prorektorin und Professorin für Design- und Architekturgeschichte
Queering Christina: Königin Christina von Schweden (1626-1689) war ein weiblich gelesener König und eine männlich gelesene Frau. Ein zugleich hermaphroditisches wie androgynes Wesen, das Zeitgenossen wie bürgerliche Rezeption herausforderte.1966 wurde pathologisch belegt, dass sie eine biologische Frau war. Aha. Alles klar? Nö. Der Vortrag will eine Vorstellung von dieser Person vermitteln und zugleich eine neue Geschichtserzählung versuchen. Es geht um Medaillen, Paläste, Gemälde, Skulpturen und einen Spiegel. Um Weibliches, Männliches, Königliches und obendrauf um heilige Majestät. Geschlechtslos, geweiht, sakral. Na denn.
Bibliothek / Seminarraum
18:00 – 22:00 Uhr
Erstaunliches zwischen Buchdeckeln
Nora Volland, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Kultur & Regina Schönekäs, Mitarbeiterin Hochschulbibliothek
Bücher oben ohne, Messer zwischen den Seiten oder Texte kunstvoll gefaltet. Entdecken Sie spannende Arbeiten aus der Buchkunst der BURG.
Buch oder Kunstobjekt? Entscheiden Sie selbst. Unsere Ausstellung ermöglicht Ihnen einen außergewöhnlichen Blick auf das Objekt Buch. Gezeigt werden ausgewählte Objekte, die von Studierenden und Absolvent*innen der BURG gestaltet wurden und einen Einblick in die Vielfalt von Buchformen und Materialien geben.
Wir laden Sie herzlich ein, in die Welt der Künstler*innenbücher einzutauchen.
19:00 – 19:30 Uhr
Führung durch die Bibliothek
Katharina Loos, Leiterin Hochschulbibliothek (mit Archiv und Sammlung)
Wir laden Sie herzlich ein zu einer Führung durch unsere Bibliothek!
18:00 – 22:00 Uhr
Die Burg eine Insel?
Marie Lu Teigler, Absolventin MA Visual Strategies and Stories
Die Burg eine Insel? ist eine Einladung zur kritischen Auseinandersetzung mit der Hochschule in der NS-Zeit. Fünf Stationen am Design- und am Kunstcampus geben anhand unterschiedlicher Exponate Einblicke in die Hochschule zwischen 1933 und 1945 und machen Widersprüche und Leerstellen in der Erzählung der Institutionsgeschichte sichtbar.
In Rückblicken auf die Zeit des Nationalsozialismus findet sich die Erzählung von der „Burg als Insel“. Selbst mitten im Krieg habe man von Politik nichts mitbekommen, berichtet eine ehemalige Schülerin. Die Behauptung, die deutsche Bevölkerung habe von alltäglicher Ausgrenzung, Enteignung, Verfolgung und Ermordung nichts gewusst, ist eine bis heute wirksame Erzählung der Schuldabwehr in der postnationalsozialistischen Gesellschaft.
Auf Grundlage der Forschungsarbeit von Christina Brinkmann hat Marie Lu Teigler eine künstlerische Intervention entwickelt, die zur kritischen Auseinandersetzung mit der BURG in der NS-Zeit anregt. Die unterschiedlichen Exponate – fotografisch, filmisch, grafisch – sind verschiedenen Standorten der Hochschule zugeordnet. Dabei werden Widersprüche und Leerstellen sichtbar: Wovon erzählen die Exponate nicht? Im Begleitheft zur Ausstellung sind Beiträge von Kurator*innen und Historiker*innen versammelt, die eine vertiefende Auseinandersetzung anbieten.
Das Projekt lädt dazu ein, sich mit der eigenen Institutionsgeschichte zu beschäftigen, das Hochschularchiv zu besuchen und die Stationen perspektivisch weiterzuentwickeln.
Materialsammlung
18:00 – 22:00 Uhr geöffnet, 18 Uhr und 20 Uhr Material-Bingo
Material entdecken - erkunden - erfahren
Sarah Kaiser, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Materialsammlung
Entdecken und erforschen Sie die Vielfalt von Materialien mit allen Sinnen – das geht in der Materialsammlung der BURG! Hier werden Holz, Metall, Papier, Kunststoff, Glas, Keramik, textile Fasern und Gewebe, mineralische, pflanzliche und tierische Werkstoffe gesammelt, gezeigt und vermittelt.
Gewöhnliche und besondere Materialien von Algen bis Zinn laden hier zum Erzählen und Staunen ein. Über das digitale Material-Archiv erfahren Sie mehr über die Herkunft, Geschichte und Verarbeitung der einzelnen Materialien. Welche Eigenschaften machen ein Material besonders? Woher kommt es, und wie wird es in Kunst, Design oder Alltag eingesetzt?
Um 18 und 20 Uhr laden wir zum Material-Bingo ein! Alle Materialliebhaber*innen sind eingeladen, mitzuspielen und dabei ganz nebenbei neue Perspektiven auf die Stoffe unserer Welt zu gewinnen.
Platz vor der Bibliothek
18:00 – 22:00 Uhr
Cyanotypie – Drucken mit Licht
Tom Moche
Eine Einladung für Groß und Klein selbst Drucke nach einem der ältesten fotografischen Druckverfahren anzufertigen – ganz ohne Kamera.
Alle Interessierte erhalten Einblick in das auch Blaudruck genannte historisch-fotografische Druckverfahren von 1842. Durch Auflegen von verschiedenen Objekten oder auch Zeichnungen können selbst Drucke erstellt werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So können mit Mehrfachbelichtungen interessante Effekte erzeugt werden. Es entstehen einzigartige Drucke in der für diese Technik markanten Farbe Preußischblau.
Ab Einbruch der Dunkelheit (ca. 20:00 – 22:00 Uhr)
Hauswand wird Spielfeld
Yaman Al Fawaz
Hauswand wird Spielfeld: Eine interaktive Projektion lädt dich ein, die Fassade selbst zu bespielen, mit Licht und Bewegung.
Videospiele spielt man normalerweise drinnen: auf dem Sofa, in Socken, allein vor dem Bildschirm. Es holt dieses Gefühl nach draußen und projiziert es an eine echte Hauswand. Dabei spielt das Gebäude mit: Fenster werden zu Plattformen, Balkone zu Hindernissen, Vorsprünge zu Teilen des Levels. Was sonst nur Architektur ist, wird zur Spielwelt und ihr bewegt euch mitten hindurch.
So trifft das private Wohnzimmer Erlebnis auf den öffentlichen Raum. Spielen wird wieder etwas, das man gemeinsam und draußen tut, sichtbar für alle, die vorbeikommen.
Stellt euch davor und probiert es aus. Die Hauswand gehört für diesen Abend euch.
18:00 – 22:00 Uhr
Mitmischmobil
Leonie Thom, Marie Adler und Luisa Mackrodt
Was wir teilen. In kleinen Spielen und Gesprächen erkunden wir, was gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung bedeutet und was die Bezahlkarte damit zu tun hat.
18:00 – 22:00 Uhr
Wo treffen wir uns?
Johanna Schumann, Linda Enrich und Paul Dieckmann, Studierende des Spiel- und Lerndesigns
Das Begegnungswohnzimmer lädt Besucher*innen dazu ein, Orte und Momente des Miteinanders neu zu entdecken. Über spielerische Mitmachaktionen erkunden sie Begegnungsorte in Halle und tragen neue Impulse in den Stadtraum hinaus.