Ausstellung

Feldarbeit – Ausstellung der Klasse Bildhauerei/Materialität und Raum

Die Klasse Bildhauerei/Materialität und Raum der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle präsentiert vom 9. Mai bis 9. Oktober 2026 eine Ausstellung im öffentlichen Raum am Hufeisensee Halle sowie auf dem Gelände des Golfparks Hufeisensee. Der Parcours wird am 8. Mai 2026, um 17 Uhr eröffnet.

Für „Feldarbeit“ haben 18 Studierende der Klasse für Bildhauerei / Materialität und Raum der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle den öffentlichen Raum des Hufeisensees und des angrenzenden Golfparks bearbeitet.
Aus der Nutzungs- und Transformationsgeschichte sowie dem konkreten Kontext der Landschaft haben die Studierenden ortsbezogene Arbeiten entwickelt, die sich mit dem Gefüge aus ehemaligem Tagebau, heutigem Naherholungsgebiet und der gestalteten Topografie des Golfparks auseinandersetzen. Landschaft konstruieren wir hier – im Sinne des Soziologen Lucius Burckhardt – nicht nur als Wahrnehmungs- und Deutungsleistung aus unserer kulturellen Prägung heraus. Die Konstruktion ist ganz konkret durch technische Eingriffe – am See auf Basis unseres heutigen Verständnisses von (Re)naturierung und am Golfplatz nach sportspezifischen Bedingungen – erfolgt. Die Arbeiten reagieren auf diese Konstellation, indem sie Fragen nach Wahrnehmung und Erleben von Landschaft in Verbindung mit persönlichen künstlerischen Anliegen nachgehen. 

In der Ausstellung verbinden die Studierenden diverse Medien mit dem Außenraum – skulpturale
Arbeiten, prozesshafte Eingriffe, installative Strukturen, performative Handlungen, Sound und landwirtschaftliche Prozesse.
Der Ort ist nicht Träger, sondern konstitutiver Bestandteil der entstandenen Werke. Diese Verbindungen entwickeln die Kraft, unser Verhältnis zu Landschaft und Natur zu hinterfragen. Was nehmen wir als Landschaft wahr? Wie sehen wir das Verhältnis von Mensch und Natur? Insbesondere der Golfpark als modellierte und regulierte Landschaft verweist auf ein Verständnis von Natur, das durch Gestaltung, Pflege
und Kontrolle geprägt ist. Demgegenüber erscheinen die offeneren Uferbereiche als Räume unterschiedlicher Aneignungsformen. Die Arbeiten setzen an diesen Differenzen an, ohne sie zu nivellieren. Sie machen die jeweiligen Ordnungen und Nutzungen erfahrbar – für alle, die mit den Werken konfrontiert werden. Egal aus welchem Kontext heraus man ihnen begegnet. Ob als Golfspielende, Ausstellungsbesuchende, Passant*innen,
Badegäste oder als nicht-menschliche Entitäten – als Vogel, Grashalm oder Marder.

Teilnehmer*innen

Mattis Vinzent Heilscher, Josefine Theresa Schmidt, Sam Stiess, Niklas Helmut Haberstock, Katharina Theresa Bäuml, Viv Donner, Anna Pürschel, Setayesh Akbarian, Yuan Yang, Ferdinand Molck - Ude, Carlos Meyer, Jinah Kim, Louisa Marie Kaftan, Elisabeth Otto, Yeowon Jung, Mia Charlotte Haufe, Christin Radischat, Clara Scheffler

Die Länge des gesamten Rundgangs beträgt etwa 2,6 km. Pläne und Begleittexte sind im Clubhaus und Office des Golfparks Hufeneisensee von Montag bis Sonntag, 9 bis 21 Uhr, erhältlich.