Spaziergang des solidarischen Erinnerns: Vom Neuwerk zur Kleinen Klausstraße 16

Spaziergang des solidarischen Erinnerns: Vom Neuwerk zur Kleinen Klausstraße 16
Erinnern ist…
lebendig
in Beziehung setzen
archivieren
fordern
Gewaltgeschichten verknüpfen
zuhören
körperlich
world building
spüren
Selbstbestimmung
Agency (wieder)herstellen
Welches Potential bieten Erinnerungsorte als Ort des Empowerments und Zusammenkommens? Wie kann Design dazu beitragen, einen Ort ins kollektive Gedächtnis einer Stadt einzuschreiben und Räume des Austauschs und der Ermächtigung zu gestalten? Wie kann ein betroffenenzentriertes Gedenken aussehen?
Diese Fragen haben uns im Kurs »Erinnern ermächtigend gestalten: Die Kleine Klausstraße 16« beschäftigt.
Mitten in Halles Innenstadt befand sich in der DDR eine sogenannte venerologische Station, in die Frauen und Mädchen ohne medizinische Notwendigkeit zwangseingewiesen wurden und gynäkologische Gewalt erfahren haben. Die ehemalige venerologische Station in Halle liegt zwar mitten in der Innenstadt, aber dennoch ist die Geschichte dieses Ortes noch immer bei Vielen unbekannt, obwohl es in den letzten Jahren in Forschung und Presse mehr Aufmerksamkeit dafür gab. Viele der Frauen und Mädchen, die in solche Stationen in der DDR zwangseingewiesen wurden, schweigen bis heute aus Scham über das Geschehene. Die Scham, welche in den Stationen als strategisches Werkzeug gegen Frauen zur Kontrolle benutzt wurde und viele Betroffenen bis heute begleitet, sorgt dafür, dass die Gewalt unsichtbar bleibt.
Wir wollen diesen Ort der Gewalt und des Unrechts auch aus queer feministischer Perspektive betrachten und gemeinsam in Form eines Spaziergangs von der Jahresausstellung aus besuchen. Im Kurs wurden kreative Ansätze und kleine Interventionen der Sichtbarkeit und Solidarität ausgearbeitet, die wir vor Ort erproben werden. Für die historische Verortung sorgen außerdem ein Input von Katharina Eger (Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Professur für Zeitgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und eine kurze Lesung der Künstlerin Liane Pförtner.
Lauft mit uns zur Kleinen Klausstraße 16
Treffpunkt: Campus Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle,
Neuwerk 7, auf dem Parkplatz vorm Hafengebäude
Sonntag, 19.7.2026
13:50–16 Uhr



Der Spaziergang wurde im Wahlpflichtkurs Erinnern ermächtigend gestalten: Die Kleine Klausstraße 16 erarbeitet.
Teilnehmende Studierende: Charlotte Luise Mesch, Godje Loof, Charlotte Riemann, Anna Wolf, Laura Schnieber
Charlotte Winkler, Polly Härle, Pia Röttgers, Thomas Cartier, Carolin Hannah Stetzler, Helene Jantzen
Kurs konzipiert von: Anna Unterstab (Künstlerische Mitarbeit Informationsdesign), mit Unterstützung von Mara Recklies (Wissenschaftliche Mitarbeit Design Studies)
Wir danken: Unserer anonymen Zeitzeugin, für deinen Mut und das Teilen deiner Erinnerungen. Anne Kupke und Zeit-Geschichte(n) e.V. für die Touren vor Ort und das großzügige und offene Wissen teilen und eure jahrelange Arbeit für Sichtbarkeit und als Ansprechstation für Betroffene. Jaqueline Saki Aslan, Bendix Mignon und Kumi More und Iz Paehr für die wertvollen Inputs und Workshops während des Semesters.
















Sonntag, 19.7.2026
14–16 Uhr
Treffpunkt:
13:50 am Campus Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle,
Neuwerk 7
Auf dem Parkplatz vorm Hafengebäude