Post Control
– Gestaltung zwischen Kontrolle und Eigenleben –
Gestaltung bedeutet oft Kontrolle: formen, optimieren, präzisieren. Doch was passiert, wenn wir diese Kontrolle bewusst aufweichen? Wenn wir Materialien, Prozesse und lebendige Systeme nicht nur nutzen, sondern als aktive Mitgestalter*innen begreifen?
Im Projekt Post Control verschieben wir die Perspektive: weg vom vollständig durchdesignten Objekt – hin zu offenen Prozessen, in denen Uneinheitlichkeit, Zufall und „Fehler“ nicht als Störung, sondern als gestalterische Qualität verstanden werden. Wir arbeiten mit Materialien und Verfahren, die ein Eigenleben entwickeln können, die reagieren, wachsen, sich verändern oder sich unserer vollständigen Kontrolle entziehen. Dabei stellen wir grundlegende Fragen: Wann hört Gestaltung auf – und wann beginnt das Eigenleben von Material und Prozess? Wie viel Autor*innenschaft geben wir ab – und was gewinnen wir dadurch? Und wie können wir diese Formen der Co-Creation bewusst gestalten, ohne sie zu dominieren?
In einer Zeit, in der viele kreative Prozesse zunehmend durch KI-Systeme geprägt sind – Systeme, die auf bestehenden, menschlich erzeugten Daten basieren – interessiert uns ein anderer Zugang: Co-Creation nicht mit Datensätzen, sondern mit realen, physischen und vielleicht sogar lebendigen Systemen. Materialien werden hier nicht zum passiven Träger von Form, sondern zu aktiven Partnern im Entwurfsprozess. Das Projekt versteht sich als experimenteller Raum, in dem ihr eigene Prozesse entwickeln, hacken und neu denken könnt: durch Eingriffe, Umdeutungen, Zweckentfremdungen und das bewusste Zulassen von Unvorhersehbarkeit.
Begleitende Workshops – etwa mit Schleimpilzen oder Biotubes – eröffnen zusätzliche Perspektiven auf nicht-lineare, kooperative Gestaltungsprozesse.
Ziel ist nicht das perfekte Ergebnis, sondern ein erweitertes Verständnis von Gestaltung: als Aushandlung, als Zusammenarbeit, als dynamisches Gefüge zwischen Intention und Eigendynamik. Oder anders gesagt: Gestaltung als Prozess, den wir nicht vollständig kontrollieren – aber bewusst in Gang setzen.
Schlussendlich steht die Frage im Raum: Welche Mehrwerte bietet das kooperative Gestalten für wen?
Ablauf & Termine
- Workshops / Exkursion in Woche in SW 0
- Exkursion zur Dutch Design Week (ca. 16.10-19.10.)
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"Im Fach „Komplexes Gestalten“ arbeiten BA- und MA-Studierende an denselben Aufgabenstellungen mit den folgenden Lern- und Qualifikationszielen:
Bachelor:
Im Bachelor werden in dem Modul Komplexes Gestalten die verschiedenen in den ersten beiden Jahren erlangten Kompetenzen zusammengeführt und an einer komplexen Aufgabenstellung angewendet. Ziel ist es, Entwurfsstrategien zu entwickeln, die auf fundierten Konzepten basieren und einen experimentellen, konstruktiven und gestalterisch durchdachten Beitrag im Industriedesign leisten.
Master:
Im Master Komplexes Gestalten findet im Rahmen einer projektorientierten Auseinandersetzung eine individuelle Vertiefung statt. Hierfür werden künstlerisch-gestalterische Vorhaben mit forschungsbasierter Recherche weiterentwickelt. Der Output im Master ist umfangreich, komplex, stark durchdrungen in der Recherche und präzise in Kritik und Relevanz eines zeitgemäßen Beitrags zum Industriedesign.














