Salz würzt unsere Speisen, konserviert Lebensmittel, reguliert lebenswichtige Körperfunktionen und begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden. Als Rohstoff, Handelsware und Machtfaktor prägte Salz Handelswege, Städte und ganze Kulturlandschaften. Nicht ohne Grund wurde es über lange Zeit als das „weiße Gold“ bezeichnet.
Doch Salz ist weit mehr als ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Es besitzt eine starke kulturelle und symbolische Bedeutung. Salz steht für Gastfreundschaft, Reinheit, Beständigkeit und Schutz. In zahlreichen Kulturen und Religionen spielt es eine wichtige Rolle bei Ritualen, Festen und Zeremonien. Das gemeinsame Teilen von Brot und Salz gilt bis heute als Zeichen von Gemeinschaft, Vertrauen und Verbundenheit. Gleichzeitig ist Salz eng mit unserer Ess- und Tischkultur verknüpft. Es begleitet die Zubereitung von Speisen ebenso wie deren Genuss und beeinflusst maßgeblich unsere Wahrnehmung von Geschmack.
Für die Stadt Halle besitzt Salz darüber hinaus eine besondere historische Bedeutung. Der Reichtum und die Entwicklung der Stadt sind eng mit den hier vorkommenden Solequellen und der jahrhundertelangen Salzgewinnung verbunden. Bereits im Mittelalter begründete die Salzproduktion den Wohlstand Halles und machte die Stadt zu einem bedeutenden Handelszentrum. Die Halloren, die Salzwirker der Stadt, prägten über Generationen hinweg das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben. Bis heute ist das Salz Teil der Identität Halles und in zahlreichen Orten, Traditionen und Institutionen der Stadt präsent. Das Entwurfsprojekt knüpft damit nicht nur an ein universelles Kulturgut an, sondern zugleich an einen wesentlichen Teil der Geschichte seines Entstehungsortes.
Neben seiner kulturellen Bedeutung besitzt Salz auch eine faszinierende materielle Dimension. Seine kristallinen Strukturen, seine Löslichkeit, seine Fähigkeit zur Konservierung und seine vielfältigen Erscheinungsformen eröffnen ein breites Feld gestalterischer Auseinandersetzungen. Darüber hinaus verbindet Salz eine besondere Beziehung mit dem Werkstoff Porzellan. In Form von Salzglasuren wird es seit Jahrhunderten genutzt, um keramischen Oberflächen charakteristische Strukturen und Anmutungen zu verleihen. Salz wird damit nicht nur zum Inhalt eines Gefäßes, sondern selbst zum gestaltprägenden Element.
Im Entwurfsprojekt „SALZ – Das weiße Gold“ werden wir Salz in seinen unterschiedlichen Facetten untersuchen und gestalterisch interpretieren. Ausgehend von historischen, kulturellen, sozialen und materiellen Aspekten entwickeln die Studierenden eine Gefäßgruppe aus Porzellan, die sich konzeptionell, funktional, formal mit dem Thema Salz auseinandersetzen. Dabei können Fragen des Würzens, Konservierens, Servierens, Teilens und Genießens ebenso untersucht werden wie die symbolische Bedeutung von Salz.
Wir werden beobachten, recherchieren und experimentieren, kulturelle Praktiken analysieren, Gewohnheiten hinterfragen und neue Interpretationen entwickeln. Ziel ist es, eigenständige und überzeugende Entwurfskonzepte zu erarbeiten, die das Thema Salz auf innovative Weise in die Gestaltung von Porzellanobjekten übersetzen und deren Potenziale in Form, Funktion, Material und Oberfläche sichtbar machen.
Kernaspekte:
# Input und Recherche zu Salzkulturen, Salzgewinnung und Tischritualen
# Strukturierung des eigenen Designprozesses
# Angeleitete Variantenbildung in Gips
# Auseinandersetzung mit Form, Material, Herstellungsverfahren sowie Techniken des Modell- und Formenbaus
# Darstellungstechniken des Entwurfs in 2D wie 3D, analog und digital
# Prototypische Umsetzung des Entwurfs in Porzellan
# Gestaltung einer angemessenen Präsentation und Dokumentation
Voraussetzung für die Teilnahme:
Einführung in die Gipswerkstatt
Termin: Mo.–Fr. 21.–25.September 2026
Einführung in die Porzellanwerkstatt
Termin: Mo.–Fr. 28. September–2.Oktober 2026
Begleitende Kurse
Teilnehmende des Projekts sind automatisch eingeschrieben - Kurszeiten beachten!
Einführung und Vertiefung in Adobe Photoshop und Illustrator
Lehrende: Alessa Dresel
Montags 14:30 bis 16:00 Uhr in allen Normalwochen im Semester
2 Credits
CAD I: Fusion 360 3D-Entwurfsgestaltung für Studierende des MGÜ I
Lehrende: Maiella Di Donato
Donnerstags 09:00 - 10:30 Uhr in allen Normalwochen im Semester
2 Credits
Wahl Empfehlungen:
GLAS! Einführung in die Glas Technologie
Montags in den Normalwochen
2 Credits














