Fälschungen von Kunstwerken hat es wahrscheinlich immer schon gegeben. Sie sind mehr als nur „kriminelle Ausreißer“ – sie machen sichtbar, wie Zuschreibung, Expertise und Marktwert in der Kunstwelt hergestellt werden. Das Seminar untersucht historische und aktuelle Fälle von Kunstfälschung und fragt, was sie über unsere Vorstellungen von Original, Autorschaft und Authentizität verraten.
Es existieren keine genauen Zahlen, die belegen, wie häufig der Verkauf von Fälschungen vorkommt. Allerdings lässt die Annahme, dass ca. 30 – 50 % der gehandelten Kunstwerke keine Originale sind, aufhorchen. Fälschungen zeigen, wie stark der Markt von Expert*innenmeinungen, Zertifikaten, Signaturen und Provenienzen abhängt.
Anhand von Fallstudien (u. a. Michelangelo, Van Meegeren, Beltracchi) werden Methoden der Täuschung (Stilimitation, Materialeinsatz, künstliche Alterung, erfundene Provenienzen) ebenso behandelt wie die Rolle von Museen, Expert*innen und dem Kunstmarkt.
War in der Vergangenheit der Erfolg einer Fälschung hauptsächlich von der Kunstfertigkeit der Fälschenden abhängig, so kommt zukünftig KI als Werkzeug für Fälscher*innen wie auch als Instrument der Aufdeckung große Bedeutung zu.
Ergänzend betrachten wir technische und naturwissenschaftliche Verfahren der Bildanalyse, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die ethischen Grauzonen zwischen künstlerischer Aneignung, Kopie und Fälschung.
Im Rahmen des Seminars wird eine Exkursion an das Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg zu Prof. Dr. Henry Keazor stattfinden, dessen Arbeiten wesentlich zur aktuellen Forschung über Kunstfälschungen beitragen. Besonders interessant ist die einzigartige Heidelberger Fälschungs-Studien-Sammlung mit 140 Werken, die exemplarisch vor Augen führt, wie an Fälschungen kunsthistorische, technische und marktbezogene Fragen zugleich „gelesen“ werden können. ( HeFäStuS – Heidelberger Fälschungs-Studien-Sammlung, Institut für Europäische Kunstgeschichte, Universität Heidelberg)
Die Exkursion bietet die Gelegenheit, zentrale Inhalte des Seminars direkt mit einem der wichtigsten deutschsprachigen Forscher zum Thema zu diskutieren, Fragen zu konkreten Fällen und Methoden zu stellen und einen Einblick in aktuelle Projekte zur Dokumentation und Auswertung von Fälschungen zu gewinnen.
Anmeldung bitte bis 30. April 2026:
mail(at)susanne-pfleger.de
Name der Lehrenden / Name of Teacher
Prof. Dr. Susanne Pfleger (Honorarprofessorin)
Veranstaltungsart
Blockseminar mit Exkursion
Die Anreise erfolgt selbstständig und auf eigene Kosten (Reisekostenzuschuss durch den Verein "jugend in der galerie"). Die Übernachtung und Mahlzeiten werden organisiert und von dem Förderverein "jugend in der galerie" übernommen.
Veranstaltungsart und –methodik – Teaching and working methods
Blockseminar mit Exkursion
Literaturempfehlung
Henry Keazor, „Täuschend echt! Eine Geschichte der Kunstfälschung“ (Neuauflage, Berlin 2025)
Beurteilung – Assessment
Studierende des MA Kunstwissenschaften: Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation)
Studierende Kunst (Lehramt) und Lehramt Kunst (MA): Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation)
Verwendbarkeit
M.A. Kunstwissenschaften: Modul 3 (Reflexive Praktiken) oder Modul 7 (Exkursion)
Kunst (Lehramt): Wahpflichtmodul Kunstwissenschaften
Lehramt Kunst (MA): Kunst- und Designwissenschaften
Zugangsvoraussetzung – Prerequisites
Keine
Umfang in SWS
2
Häufigkeit, Dauer und Termin / Ort des Angebots
Mittwoch, 20. Mai 2026, 10.30 bis 18 Uhr (Hermes)
Donnerstag, 21. Mai 2026, 10.30 bis 16 Uhr (Hermes)
Termin Exkursion Heidelberg: noch zu vereinbaren
Ort:
Hermes, Seminarraum 2.08
Heidelberg, Institut für Europäische Kunstgeschichte








