Lehrangebot

Auf der Schwelle/ Responsive Transitions

Projekt Komplexes Gestalten im WS 2016/2017 bei den Gastprofessoren Stefan Schwabe, Jannis Hülsen und Mitarbeiter Matthias Zänsler

Bachelorstudiengang Industriedesign ab dem 3. Studienjahr, BA-Abschlüsse, Masterstudiengang Industrial Design ab 1. Studienjahr

„Die Schwelle ist schwer zu verorten, im strengen Sinne ist sie gar nicht zu verorten.
Sie bildet einen Ort des Übergangs, einen Niemandsort, an dem man zögert, verweilt, sich vorwagt, den man hinter sich läßt, aber nie ganz. Sie gehört zum Alltag und ist doch mehr als alltäglich.“ (Bernhard Waldenfels, Sinnesschwellen)

Wir kennen Schwellen zwischen Räumen und Zuständen; zwischen drinnen und draussen, zwischen heimlich und unheimlich, zwischen warm und kalt, zwischen Natur und Kultur.
Das besondere der Schwelle ist dabei immer, dass sie einen Bereich beschreibt, in welchem keine klare Abgrenzung stattfinden kann, einen Schwebezustand, einen definitionsfreien Raum, in dem die Dinge noch keinen Namen haben und noch Vieles sein können.
Wir wollen uns mit euch gern in diesen definitionsfreien Raum begeben. Innerhalb von Exkursionen sowie Workshops experimentieren, beobachten und analysieren. Wir wollen versuchen, die Dynamiken von Prozessen und Systemen zu verstehen, um mit ihnen in Interaktion zu treten und zu gestalteten.

Als Gestalter sehen wir uns immer wieder mit der Situation konfrontiert, dass wir uns Prozessen annähern müssen, ohne dass wir vorher wissen können, was am Ende heraus kommt. Was bedeuted das für das Verständnis von Design? Wir möchten mit euch gern unsere Erfahrung teilen, wie man sich einen Arbeitsprozess strukturieren kann, wenn man von einem bestimmten Phenomen fasziniert ist und damit arbeiten möchte. Wie kommt man ins Machen, wenn die Einstiegshürde manchmal unüberwindlich zu sein scheint?

Durch die Auseinandersetzung mit Materialprozessen versuchen wir die Lücke zwischen erfahrbarem Lernen und dem „Unsichtbaren“ (biotechnologische Prozesse, digitalen Erfahrungswelten, Nanotechnologie etc) zu füllen und ein Handwerkszeug für den Umgang mit komplexen Technologiefeldern zu entwickeln.