Der palästinensische Literaturtheoretiker Edward Said veröffentlichte 1978 sein Buch Orientalismus, ein grundlegendes Werk, in dem er argumentierte, dass die Auseinandersetzung des Westens mit einem imaginierten „Orient“ die ästhetischen Ordnungen des Westens geprägt hat. Said zeigte, dass Orientalismus ein Rahmen ist, der das „Andere“ (das „Orientalische“) organisiert, klassifiziert und regelt. Aufbauend auf Saids Erkenntnissen befasst sich dieses Seminar mit kritischen Theoretiker*innen, die die Konstruktion von Alterität und Differenz untersucht haben. Es betrachtet sowohl den Einfluss dieser Konzepte auf frühe Konzeptualisierungen des Designs im 19. Jahrhundert als auch ihre fortlaufende Wirkung auf künstlerische und gestalterische Praktiken im Westen.
Eine Diskussion über Alterität kann die Debatten über kulturelle Aneignung bereichern, die sich oft auf Vorstellungen fester Kulturen, stabiler Identitäten und klarer Grenzen stützen, indem sie den Blick auf die Machtverhältnisse richtet, die Begegnungen zwischen Designer*innen und dem „Anderen“ strukturieren. Durch die Hinterfragung der vermeintlichen Neutralität von Begriffen wie „Inspiration“ und „Anleihe“ werden wir analysieren, wie Designpraktiken in historische und gegenwärtige Hierarchien eingebettet sind, die durch Kolonialismus und Modernität hervorgebracht wurden.
Das Seminar beginnt mit Saids Orientalismus und weitet sich auf eine breitere Diskussion über Alterität aus, unter anderem anhand von Texten von Stuart Hall und bell hooks. Debatten aus den Fashion Studies und der Ornamentgeschichte bieten den Studierenden praktische Beispiele für die Verbindungen zwischen Alterität und kulturellen Identitäten.
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Designing the Other
In 1978, Palestinian scholar Edward Said published Orientalism, a seminal work arguing that the engagement of the West with an imagined “Orient” has shaped Western’s own aesthetic orders. Said demonstrated that Orientalism is a framework that organizes, classifies, and governs the Other (the Oriental). Building on Said’s insights, this seminar engages with critical thinkers who have examined the production of “Otherness” and difference. It also examines the influence of Otherness on early conceptualizations of design in the 19th century and how these concepts continue to shape artistic and design practices in the West.
Discussing otherness may enrich the debates on cultural appropriation, which often rely on notions of fixed cultures, stable identities, and clear boundaries, by focusing on the power relations that structure encounters between designers and the “Other.” By interrogating the presumed neutrality of terms such as “inspiration” and “borrowing,” we will analyze how design practices are embedded in historical and ongoing hierarchies produced by colonialism and modernity.
The seminar begins with Said’s concept of Orientalism and expands toward broader discussions of Otherness through authors such as Stuart Hall and bell hooks. Debates from the fields of fashion and the history of ornament provide students with practical examples of the connections between Otherness and cultural identities.
Lern- und Qualifikationsziele BA und MA: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen, werden vorzugsweise Gruppenpräsentationen in Referatsform (oder vergleichbar) erwartet. Eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit kann nach Absprache erarbeitet werden. Sie umfasst in der Regel ein Volumen von bis zu 10 Seiten.
Lern- und Qualifikationsziele MA Design Studies: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen werden neben der verpflichtenden Präsentation in Referatsform (oder vergleichbar) eine zusätzliche, schriftliche Hausarbeit erwartet. Sie umfasst in der Regel ein Volumen von bis zu 20 Seiten.












