SHAPE, COLOUR, TEXTURE, SCALE !!!!!!
Proklamierend gehen wir in dieses Semester und möchten die Grenzen von Form, Farbe, Textur und Skalierung ausloten - kompromisslos, experimentell und mit maximaler gestalterischer Haltung. Ziel ist es, in originären Mini-Kollektionen formell Position zu beziehen und den Verstärker hochzuregeln.
Ausgehend von Experimenten in allen vier Bereichen - SHAPE, COLOUR, TEXTURE, SCALE - erarbeiten sich die Studierenden über Improvisation, Experimente und Materialstudien eigenständige gestalterische Ideen, die in die Kollektion einfließen werden. Der Prozess steht am Anfang: das experimentelle Arbeiten, das Testen von Proportionen, das Überzeichnen von Silhouetten, das radikale Verschieben von Maßstäben, das bewusste Setzen und Brechen von Farbkontrasten, das Erproben ungewöhnlicher Oberflächen.
Begleitend werden kurze Einführungen in Handwerkstechniken gegeben, die als Impulsgeber für die Projektarbeit dienen. Diese technischen Inputs verstehen sich nicht als Einschränkung, sondern als Werkzeugkasten zur Erweiterung des gestalterischen Vokabulars. Technik wird hier zur Strategie, Handwerk zur Haltung.
Im Abgleich mit historischen und zeitgenössischen Positionen widmen wir uns widerständigen Designer*innen, die eine starke formale und inhaltliche Haltung vertreten haben, oft jenseits marktlogischer Erwartungen. Ein Vortrag von Gyula Musovics über Tamás Király, das Screening von ‘The Designer Is Dead’ von Gonzalo Hergueta über Miguel Adrover, ein Ausstellungsbesuch in Antwerpen zu den Antwerp Six, insbesondere zu Marina Yee, sowie ein Gespräch und Screening von ‘Ein Traum aus Erdbeerfolie’ mit Sabine Oettingen aus Halle bilden Referenzpunkte. Weitere Beispiele aus der Modegeschichte können projektbegleitend diskutiert werden.
Diese historischen Positionen, teils widerständig, teils systemimmanent agierend, aber stets mit klarer gestalterischer Haltung, dienen uns als Resonanzraum. Individuelle, radikale Handschriften sind in der zeitgenössischen Mode aufgrund kommerzieller Anforderungen, Abhängigkeiten von Unternehmen, Kommunikationsplattformen und globalisierten Produktionsketten seltener geworden.
Im Vergleich zur Historie wollen wir daher auch ökonomische Bedingungen, Abhängigkeiten, Kompromisse und Strategien untersuchen, die Designer*innen in unterschiedlichen Systemen angewandt haben, und daraus Rückschlüsse auf heutige Handlungsspielräume ziehen. Der Wettbewerb mit Fast-Fashion-Retailern, Luxusgruppen und kostengünstigen Produktionsländern ist intensiv, umso dringlicher wird die Frage nach künstlerischer Integrität und originärer Positionierung.
Studierende arbeiten an individuellen Projektthemen. Es entstehen künstlerische, eigenständige Mini-Kollektionen mit jeweils drei Outfits. Diese sollen, ausgehend von den experimentellen Studien, besonders facettenreich in Bezug auf SHAPE, COLOUR, TEXTURE, SCALE sein.
Das Projekt versteht sich als Labor, als Denkraum und als Verstärker:
für Haltung.
für Risiko.
für Form.
für Farbe.
für Oberfläche.
für Maßstab.
SHAPE, COLOUR, TEXTURE, SCALE !!!!!!











