Lehrangebot

digital Garden – digital Wilderness Mediale Interventionen für Festivals

„Fernab des Alltags entsteht für fünf Tage eine Parallelgesellschaft der ganz speziellen Art. Im kollektiven Ausnahmezustand entfaltet sich an einem Ort ohne Zeit ein Karneval der Sinne, in dem sich die Sehnsucht nach einer besseren Welt spiegelt.
Da es kein Ort nirgends gibt, an dem die Menschen frei sind, lässt uns die Vereinigung der Fusionist:innen aller Länder und der Ferienkommunismus spüren, dass wir mehr wollen als das, was uns in diesem Leben geboten wird.“
— FUSION 2026

Alle Jahre wieder beginnt im Sommer die Season der OpenAir Festivals. Innerhalb weniger Tage entstehen temporäre Ordnungen, in denen sich soziale Regeln, Wahrnehmungsmuster und Formen des Zusammenlebens verschieben. Gewohnte Strukturen treten in den Hintergrund und neue Interaktionsformen werden möglich. 

Solche Räume lassen sich als Heterotopien verstehen: als reale Gegenräume innerhalb der Gesellschaft, in denen alternative Ordnungen erprobt werden. Im Zentrum dieses Projekts steht die Frage, wie interaktive Interventionen diese temporären Ordnungen beeinflussen und erweitern. Wie verändern sich Wahrnehmung und Verhalten, wenn Regeln sichtbar oder verändert werden? Und welche Rolle kann die mediale Gestaltung in diesem Prozess spielen?

Im Rahmen des Projektes sollen sie Interventionen entwickeln, die in reale Festivalkontexte eingreifen. Ihre Arbeiten setzen Impulse und öffnen Erfahrungsräume, in denen andere Formen der Interaktion erprobt werden sollen. Mediale Gestaltung soll dabei zur aktivierenden Praxis innerhalb einer temporären gesellschaftlichen Struktur werden.

Die konzeptionelle Grundlage bildet eine Auseinandersetzung mit dem Essay „Andere Räume“ von Michel Foucault. Auf dieser Basis entwickeln Sie eigenständige Projekte, die digitale und/oder analoge Medien einsetzen, in 2D bis 4D umgesetzt werden und alle Sinne ansprechen können. Form, Technologie und inhaltliche Ausrichtung sind offen – entscheidend ist die Umsetzbarkeit unter realen Festivalbedingungen.

Angestrebt ist eine Kooperation mit der Dub Station auf der FUSION 2026 (24.–28.06.2026) und die Bespielung des Geländes um die Dub Station herum. Die entwickelten Arbeiten sollen im Rahmen des Festivals realisiert, betreut und dokumentiert werden.

Anforderungen:

  • robuste und festivalgeeignete Umsetzung
  • Schutz gegen Wetter und äußere Einflüsse
  • Betreuung und Evaluation während des Festivals
  • Dokumentation für das Portfolio

Die Projektgruppe arbeitet als Team mit klar definierten Rollen. Einzelne Interventionen können in Kleingruppen entwickelt werden.

Geplanter Ablauf:

  • Konzeption in den ersten zwei Wochen
  • Experimentalphase während der Exkursion nach Biesenthal (1. KW)
  • Planen Sie min. eine weitere Kompaktwoche (bsw. 2. KW) für die Realisierung ein
  • Aufbau ab 18.06. auf dem Festivalgelände
  • FUSION Festival 24.–28.06.
  • anschließende Dokumentation und Präsentation in der Jahresausstellung

Übernachtungskosten bei den Exkursionen werden von der Hochschule getragen. Fahrt und Verpflegung erfolgen in Eigenleistung. Festivalkarten sind zugesagt. Rückzugsorte in der Nähe der Interventionen (Backstage) ist vorgesehen.

FOLDS – Michael Burk

PANIC – Schnelle Bunte Bilder

RYTHEM 0 – Marina Abramovic

FUSION – X-Stage

FUSION 2023 – DUB STATION (3D Scan)

 

Anmeldung

_ Beginn der Einschreibung 02. März um 10 Uhr
_ Ende der Einschreibung 15. März um 18 Uhr

Einschreibung über https://www.burg-halle.de/einschreibung-mmvr-projekte
(Benutzernamen st-Nr. und Burg-Passwort)

Anmeldungen von neu immatrikulierten, die noch keine Zugangsdaten haben, Masterstudierenden bitte per Mail (s. Kontakt) mit Angabe von Erst-, Zweit- und Drittwunsch.

Lern- und Qualifikationsziele

Im Fach „Komplexes Gestalten“ arbeiten BA- und MA-Studierende an denselben Aufgabenstellungen mit den folgenden Zielen:

Multimedia|VR-Design (B.A.)
Im Fach „Komplexes Gestalten“ werden die in den ersten beiden Jahren erlangten Kompetenzen zusammengeführt und beispielhaft an einer komplexen Aufgabenstellung angewendet. Ziel ist es, Lösungsstrategien zu entwickeln, die auf einem tragfähigen Konzept basieren und anhand von Prototypen sowie medientechnisch und gestalterisch eigenständigen Gestaltungsstudien erprobt werden.

Multimedia Design (M.A.)   
MA-Studierende bringen ihre fachspezifischen und erweiterten Kompetenzen (im Besonderem Quereinsteiger) in die Bearbeitung der komplexen Aufgabenstellungen ein und kontextualisieren diese in aktuellen Diskursen. Ziel ist es, im Rahmen der projektorientierten Auseinandersetzung eine individuelle fachliche Vertiefung und fundierte Lösungsstrategie zu entwickeln. Hierfür wird das künstlerisch-gestalterische Vorhaben mit forschungsbasierten Bearbeitungsfeldern weiterentwickelt. Es gilt, die eigene Arbeit unter Anwendung von Methoden künstlerischer Forschung zu einem eigenständigen künstlerisch-gestalterischen Lösungsansatz zu führen.