Lehrangebot

Fachaufgabe High Protein // SoSe 2026 1.Studienjahr

Das Ei zählt zu den elementarsten Lebensmitteln einer konventionellen omnivoren Ernährung. Zwischen seinem rohen Zustand und vielfältigen Zubereitungsarten wie Kochen, Pochieren oder Braten entfaltet es ein breites Spektrum an Texturen, Aggregatzuständen und ästhetischen Qualitäten.

In der industriellen Verarbeitung wird das Ei in seine Bestandteile zerlegt: Eigelb und Eiweiß werden getrennt, neu kombiniert und in standardisierte Formen überführt – etwa in langgezogene „Eistränge“, auch bekannt als Stangenei. Auch aktuelle Foodtrends eröffnen dem Ei neue, ungewohnte Konsistenzen und Perspektiven und rücken das Lebensmittel in ein anderes Licht.

Der Kurs begreift das Ei – in seiner Dualität aus Eigelb und Eiweiß – als Ausgangspunkt für Experimente zwischen Handwerk, Küche und Industrie. Im Fokus steht die Entwicklung von Werkzeugen zur Verarbeitung von Eiern, von Besteck für ihren Konsum sowie von Porzellanobjekten, die neue Formen des Umgangs mit dem Ei ermöglichen – sei es durch Transformation, Inszenierung oder die bewusste Irritation gängiger Zubereitungsweisen.

Ziel ist es, das scheinbar vertraute Lebensmittel in seiner Verarbeitung und seinem Konsum neu zu denken und durch gestalterische Ansätze alternative kulinarische Erfahrungen zu schaffen. Ein besonderes Anliegen ist dabei ein wertschätzender Umgang mit dem Ei als Ressource.

Die entstandenen Arbeiten werden im Rahmen eines mehrgängigen Food-Events präsentiert. Dieses dient als performativer Abschluss des Projekts und macht sowohl die gestalterische Auseinandersetzung als auch die Vielschichtigkeit und Wandelbarkeit des Eis sinnlich erfahrbar.