Lehrangebot

Geschichte der Ästhetik (Vorlesung)

Der philosophischen Disziplin der Ästhetik liegt die – geistesgeschichtlich betrachtet – revolutionäre Überzeugung zugrunde, dass Erkenntnis nicht nur rational, sondern auch sinnlich vermittelt ist. Welt kann demnach nicht nur theoretisch erkannt, sondern auch körperlich durch tasten, riechen, schmecken, sehen oder hören.erschlossen werden.

Die zweisemestrige Vorlesung skizziert den faszinierenden Bereich der Philosophie, der sich mit dieser Form der Erkenntnis beschäftigt, durch eine Auseinandersetzung mit seiner Geschichte. Dabei wird jedoch keine lineare Entwicklungsgeschichte westlicher Kunstphilosophie von Platon bis Rancière vermittelt, sondern anhand einzelner Fragestellungen untersucht, wie sich bestimmte Theoreme der Ästhetik historisch, aus Debatten ihrer Zeit entwickelten, und inwiefern diese Konzepte auch heute noch Referenzpunkte für aktuelle Diskurse darstellen – beispielsweise rund um KI- und algorithmische Ästhetik, der Ästhetik der Klimakatastrophe und des Anthropozäns, den Disability, Crip und Queer Aesthetics, Migrant Aesthetics sowie der Designästhetik oder den Diskussionen rund um Formen künstlerischer oder ästhetischer Gestaltung.

Die Vorlesung vermittelt dabei die Relevanz kanonischer Grundlagen – von Platon, Aristoteles, Kant, Baumgarten, Hegel und Nietzsche bis hin zu Schiller, Adorno oder Benjamin – berücksichtigt zugleich aber auch Positionen aktueller Forschung, die diesem Kanon und konventioneller, ideengeschichtlicher Historiographie kritisch gegenüberstehen, wie die intersektionale und dekoloniale Ästhetik.

Leistungsnachweis: Klausur am Ende des Sommersemesters

Literatur: Literaturhinweise werden jeweils in der Vorlesung bekannt gegeben. Die Vorlesungsfolien und Textauszüge aus der Literatur stehen im digitalen Semesterapparat (BurgBox) zur Nachbereitung zur Verfügung.