Das Wanderkino Kino deCentral ist ein Masterprojekt von Elisabeth Hildebrandt und Katharina Bowinkelmann, das im August und September 2025 an drei Orten im Burgenland- und Saalekreis stattfand.

Das Wanderkino Kino deCentral ist ein Masterprojekt von Elisabeth Hildebrandt und Katharina Bowinkelmann, das im August und September 2025 an drei Orten im Burgenland- und Saalekreis stattfand.
„Hier [im Kino] fungieren die Zeichen, Aussagen und Bilder nicht dazu, Objekte oder Subjekte oder die Welt zu repräsentieren beziehungsweise zu dokumentieren, sondern um die Welt sich ereignen zu lassen“, schreibt der italienische Philosoph und Soziologe Maurizio Lazzarato. Lazzarato beschreibt damit das Kino nicht nur als Medium, sondern als Ereignis. Das Herantragen unterschiedlicher Perspektiven auf gesellschaftsrelevante Themen durch Filme kann die Wirkkraft haben, die Wahrnehmung und Reflexion der Zuschauer:innen zu erweitern oder verändern. Während einer Kinoveranstaltung passiert dieser Prozess mehrfach, auf engem Raum, individuell und auf Grundlage persönlicher Erfahrungen. Kino deCentral sieht hierin ein gemeinschaftstiftendes Potenzial, das durch die Praxis des Wanderkinos an Orte gebracht werden soll, in denen es kein Kino mehr gibt.
Basierend auf Lazzaratos These sollte eine Reaktivierung leerstehender oder wenig genutzter Orte einen Ereignisraum öffnen. Das Projekt knüpft somit an die immer noch aktuelle Debatte in der Kulturpolitik an, wie die Zugänglichkeit im ländlichen und kleinstädtischen Regionen gewährleistet werden kann und möchte durch die Praxis des Wanderkinos einen Beitrag dazu leisten. Basierend auf einer Recherche über Kinostandorte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR (besonders im Burgenlandund Saalekreis) näherten wir uns den ehemaligen Kinos. Durch die Neu- oder Wiedernutzung ehemaliger Kinoräume und Kulturstätten für die Kinovorführungen, wurde neben dem Verweisen auf die einst bestehende Kino-Infrastruktur auch ein Blick in die Zukunft ermöglicht, wie wieder Kino in den Orten stattfinden kann.
Der thematische Rahmen des Filmprogramms von Kino deCentral wurde stark von der Auseinandersetzung mit den Ortschaften geprägt, bei der wir viel über die regionalen Prägungen auf die Arbeit vor Ort, etwa über den Braunkohleabbau in der Nähe von Teuchern und Hohenmölsen und die ehemalige Salzgewinnung in Bad Dürrenberg lernten. Hiervon und von Helke Misselwitz Film “Winter Adé” inspiriert, entstand der inhaltliche Leitfaden des Kinoprogramms, der sich mit Oberthemen “Frauen und Arbeit” auseinandersetzt. Insgesamt gab es drei Veranstaltungen mit jeweils einem Kurz- und Langfilm, einem Filmgespräch mit einem Gast, sowie einem von lokalen Vereinen organisierten Ausschank. Wir danken allen, die uns bei der Umsetzung unterstützten, besonders unserer Projektpartnerin Vero Herm.
28.08.25 / Teuchern / ehemaliger Ratskeller gegenüber vom alten Kulturhaus Zentral
Kurzfilm: The Soloists (Regie: Mehrnaz Abdollahinia),
Langfilm: Winter Adé (Regie: Helke Misselwitz)
Filmgespräch mit der Regisseurin Helke Misselwitz.
19.09.25 / Bad Dürrenberg / ehemaliges Kino Kurlichtspiele (heute Werkstatt der AFD Armaturen Fertigungs- und Dienstleistungs GmbH)
Kurzfilm: Steakhouse (Regie: Špela Čadež)
Langfilm: Morgen ist auch noch ein Tag
Filmgespräch mit der Leiterin des Frauenhaus Weißenfels Birgit Peterz.
26.09.25 / Hohenmölsen / Soziokulturelles Zentrum Lindenhof
Kurzfilm: Love Me, Fear Me (Regie: Veronica Solomon)
Langfilm: WO/MEN (Regie: Kiristine Nrecaj; Birthe Templin)
Filmgespräch mit den Regisseurinnen Kiristine Nrecaj und Birthe Templin.


















