In der Masterarbeit „negotiating new relations“ wird exemplarisch durchgespielt, wie eine Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte. Diese wahrt nicht nur die Ernährungssicherheit, sondern bietet Möglichkeiten zur Ressourcenschöpfung. Regionale Paludikulturen, klimaresiliente Fruchtfolgen mit Hanf und Chitosan-Raffinerien, die Reststoffe verwerten, liefern wertvolle Ressourcen für textile Anwendungen. Hanffasern, Chitosan und Rohrkolbensamenwolle substituieren fossile Textilbeschichtungen oder Daunenfüllungen und gehen untereinander neue Materialbeziehungen ein. So kann Chitosan das Hanfgewebe partiell verstärken, wodurch Stanzungen, Musteraufdrucke oder das Verstärken von Saumkanten möglich werden. Demonstriert wird dies im Entwurf eines Schlafsacks: Futter- und Außenstoff bestehen aus Hanfgewebe, wobei Letzteres mit einer dünnen Schicht Chitosan überrakelt wird. Das Gewebe wird so robuster, wasserabweisend und weniger schmutzanfällig. Dazwischen liegt ein Vlies aus nadelgefilzter Rohrkolbensamenwolle und Wolle. Produktionsschritte knüpfen an bestehende Verfahren an oder werden durch CNC-Filzmaschinen, Extruder und Lasercutter automatisiert. Schnittmuster und Chitosan-Details lassen sich in einem Schritt aufrakeln und ausschneiden – aufwändiges Versäumen entfällt. Die einzelnen Produktionsorte und -schritte können in einem digitalen Ressourcenpass nachvollzogen werden. So ergibt sich ein neues Zusammenspiel aus Wertschöpfung, Produktion und Konsum.