Der ehemalige Industriestandort Niederwürschnitz war einst bekannt für die Herstellung von Ziegeln. Nach der Wende wurden viele solcher Betriebe in der Region geschlossen und die Produktion wurde anderweitig fortgeführt. So erinnern die alten Gebäude der ehemaligen Ziegelei an diese Zeit zurück, sie zeigen uns, wie das Material Lehm verarbeitet und genutzt wurde. Je mehr man ins Detail geht, umso mehr versteht man, was es ist, das diesen Ort von anderen Orten unterscheidet. Das Material Lehm bot die Grundlage für die regionale Industrie: Jeder dort entstandene Ziegel ist Teil der Entstehung der Häuser und damit Teil der stetigen Veränderung und Weiterentwicklung des Ortes. Alles, was dort geschaffen, geformt und hinterlassen wurde, veränderte sich im Laufe der Zeit durch menschliche Eingriffe und natürliche Einflüsse und das wiederum trug zur Weiterentwicklung der Ortsgeschichte bei.
Innerhalb meines Projektes thematisiere ich diese stetige Veränderung und bringe sie in Zusammenhang mit den zirkulierenden Eigenschaften des regionalen Materials Lehm. Dieses wird aus dem Boden entnommen, verarbeitet und anschließend in eine feste und nicht mehr veränderbare Form gebracht. Das führt dazu, dass die Kreislauffähigkeit des Materials nie wirklich ausgeschöpft wird. Entscheidet man sich, das Material nicht zu brennen, so bietet es die Möglichkeit, beliebig oft neu geformt zu werden. „The circular clay machine“ geht auf die Fähigkeiten des Materials ein und zeigt in mehreren Stationen, in wie viele unterschiedliche Formen das Material durch verschiedene Verfahren gebracht werden kann. Die Maschine hat weder einen sichtbaren Anfang noch ein sichtbares Ende, durch die wiederverwendbaren Eigenschaften des Materials können die verschiedenen Stationen beliebig oft bespielt werden. Diese Arbeit zeigt die vielen Verarbeitungsmöglichkeiten auf, die es ausgehend von zwei Kilogramm ungebranntem Ton geben kann. „The circular clay machine" kann als Inspiration für zukünftige Produktionsmöglichkeiten interpretiert werden.