SoSe 2025 B.A. Therese Mieth

SoSe 2025 B.A. Therese Mieth
Gossip hat einen schlechten Ruf. Im Deutschen mit Klatsch und Tratsch übersetzt, gilt er als oberflächlich oder hinterhältig. Dabei ist Gossip zutiefst menschlich: Er schafft Nähe, macht Spaß und ist eine Form des Geschichtenerzählens. Ursprünglich bezeichnete das Wort enge Freundinnen, später wurde es genutzt, um weiblichen Wissensaustausch abzuwerten und kritische Stimmen zu ignorieren. Was ist also passiert?
Ausgehend von Silvia Federicis Essay „Über die Bedeutung von Gossip“ untersuche ich Gossip und seine Verbindung zur textilen Handarbeit jenseits von Vorurteilen. Über Jahrhunderte waren textile Arbeiten nicht nur einzige Einkommensquelle für viele Frauen, sondern boten auch Räume für Austausch und Vernetzung. In meinen Textilien erzähle ich von diesen Verstrickungen: von mittelalterlichen Spinnerinnen, von Gossip als kollektiver Praxis, sozialem Netzwerk und widerständiger Kommunikation.



















