The Plant Project – Resilience Part II

Prof. Mareike Gast, Andreas Wagner, Karl-Johann Schikora
EK-Pflicht, Komplexes Gestalten, Master 2. Stj., Master 1. Stj., Bachelor 4. Stj., Bachelor 3. Stj., Summer term 2024, Normalwoche (1.-15.SW),

Wir beschäftigen uns mit Pflanzen – als Materiallieferanten, als Produzenten, als Recycler  – als Partner auf der Suche nach resilienten Strategien im Umgang mit Materialien.

 

Diana Scherer lässt Wurzeln zu fertigen Textilien wachsen. Thomas Thwaites entwickelt künstliche Wurzelsysteme für Pflanzen. Laura Cinti bringt Kakteen dazu, menschliche Haare auszubilden. Nur drei Beispiele für das Potential, das aus der Zusammenarbeit von Designer*in und Pflanze entsteht.
Die klimatischen Veränderungen und der Bedarf an alternativen Rohstoffen lässt Pflanzen eine besondere Bedeutung zukommen, denn Pflanzen ermöglichen seit Jahrtausenden regional spezialisierte, nachwachsende, potentiell resiliente und vor allem vielfältige Anwendungen in allen Produktbereichen. 
Wir verstehen diese Veränderungen als Chance, gemeinsam zukunftssichernde Strategien und Vorschläge zu entwickeln und mitzugestalten. Daher werden wir Pflanzen als zukunftsweisendes Material untersuchen und mit ihnen gestalten: Wir betrachten das Wachstum und alternative Kultivierungsformen, tauchen ein in die synthetische Biologie zu wünschenswerten Gewächsen und entdecken die Fähigkeiten und Eigenschaften (fast) vergessener Pflanzen. Wir beschäftigen uns gleichermaßen mit bekannten Faserpflanzen, unbekannten und oft übersehenen Gewächsen oder der spontanen Begleitvegetation, dem Unkraut.  

Produkte und Verfahren, die in enger Verbindung zu Pflanzen stehen, sind nicht neu: So sind die ersten hölzernen Werkzeuge bereits vor rund 400 000 Jahren (Quelle: www.geo.de) entstanden; pflanzlich gegerbt wird bereits seit 4000 Jahren (Quelle: www.materialarchiv.ch). Es gilt diese fast symbiotische Zusammenarbeit mit Pflanzen zu erhalten und auszubauen, denn Wasser- und Flächenmangel, Versiegelung und Monokulturen und weitere Probleme, die wir durch Anpflanzen oder Nicht-Pflanzen und Abbauen hervorrufen, haben enorme Auswirkungen auf unser alltägliches Leben. Wir widmen uns deshalb den unterschiedlichsten Gewächsen als Materiallieferanten, Produzenten oder als Partner auf der Suche nach resilienten Strategien. Wir versuchen die lange Liste der Bearbeitung von und mit Pflanzen zu erweitern und fragen uns, wie wir beispielsweise vom Färben und Beizen mit Nüssen oder Flechten, vom Manipulieren von Saatgut, vom Züchten und Veredeln von Obstbäumen, vom Dachdecken mit Reet und Stroh oder vom Herstellen von Fahrradreifen aus Löwenzahnwurzeln lernen und diese Techniken in weiteren Kontexten einsetzen und dafür anpassen können.

 

Wie gehen wir vor? 

Wir besuchen die Niederlande, deren schwimmende und hängende Gärten und sprechen mit Designer*innen und Agrarwissenschaftler*innen, welche Potentiale und Herausforderungen wir aus dem Anbau von Pflanzen schöpfen können, um resiliente Materialien und Produktionsweisen für morgen zu entwickeln.

Wir besuchen und laden Pflanzenforscher*innen ein, die uns über die Vielfalt, die Spezialisierung, die Evolutionsmechanismen, die vielen Besonderheiten und Resilienzstrategien von Pflanzen berichten. Gemeinsam erörtern wir die Gefahren, Risiken genauso wie die Potentiale der synthetischen Biologie.

Wir widmen uns erneut dem Begriff der Resilienz. Was heißt es, widerstandsfähiger mit Krisen umzugehen und welche Krisen sind gemeint? Wie können wir resilienter gestalten? Was können wir von Pflanzen und deren Wachstums-, Verteidigungs- und Verbreitungsstrategien sowie deren Anpassungsmethoden lernen?

Wir experimentieren ganz praktisch mit pflanzlichen Werkstoffen, untersuchen die Stoffwechselprodukte und entdecken pflanzliche Fasern, Harze und Säfte. Nicht zuletzt bringen wir die gewählten Pflanzen in Form oder lassen sie selbst eine Form annehmen… 

Wir stellen die Ergebnisse im November 2024 zusammen mit dem Semesterprojekt The Insect Project – Resilience Part I im Grassimuseum aus. Die beiden Projekte sind unabhängig voneinander – es ist also nicht erforderlich, an The Insect Project teilgenommen zu haben.

Course of study / Field of study

Industrial Design
Industrial Design
Design of Playing and Learning
Ceramic/Glass Design

Degree and academic year

Master 2. Stj.
Master 1. Stj.
Bachelor 4. Stj.
Bachelor 3. Stj.

Term

Summer term 2024

Lecturer

Prof. Mareike Gast
Andreas Wagner
Karl-Johann Schikora



Week type

Normalwoche (1.-15.SW)

Start and end of registration

17.01.2024 - 21.01.2024



Module name / Subject name

Komplexes Gestalten

Design modules / Art offers

EK-Pflicht

Type of examination

Projekt (P)

Grading

benotet

ECTS/LN

20

Course of study / Field of study

Industrial Design
Industrial Design
Design of Playing and Learning
Ceramic/Glass Design

Degree and academic year

Master 2. Stj.
Master 1. Stj.
Bachelor 4. Stj.
Bachelor 3. Stj.

Term

Summer term 2024

Lecturer

Prof. Mareike Gast
Andreas Wagner
Karl-Johann Schikora



Week type

Normalwoche (1.-15.SW)

Start and end of registration

17.01.2024 - 21.01.2024



Module name / Subject name

Komplexes Gestalten

Design modules / Art offers

EK-Pflicht

Type of examination

Projekt (P)

Grading

benotet

ECTS/LN

20