David Brüll – Studio Brüll
Ein Einblick in vernetzte Energiesysteme und ihre gestalterische Vermittlung
14.10.2025, Halle (Saale) / Berlin
David Brüll ist Interaktionsdesigner und hat ein Studio in Berlin. Er vermittelte der Gruppe einen hervorragenden Einblick in das Konzept der „All Electric Society“. Die „All Electric Society“ beschreibt eine Zukunft, in der Energie nicht nur produziert, sondern intelligent verteilt, gespeichert und erfahrbar gemacht wird. Statt einfach flächendeckend Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu installieren, geht es um deren sinnvolle Einbindung in ein dynamisches, datengestütztes System. Eine marktfreundliche Ladestation reagiert auf Preisschwankungen und lädt, wenn Strom günstig ist, eine netzfreundliche hingegen orientiert sich an der Netzlast und kann bei Engpässen Energie zurückspeisen. Dieses Prinzip gilt auch für Solarpaneele, Batterien oder Wärmespeicher – verbunden durch ein digitales Netzwerk, das in Echtzeit Energieflüsse steuert und ausbalanciert. David Brüll konnte das Konzept so eindrucksvoll erläutern, da er kürzlich für das Unternehmen Phoenix Contact – das Komponenten und Lösungen in den Bereichen Elektrifizierung, Konnektivität und Steuerung entwickelt und produziert – das Besuchererlebnis im „All Electric Society Park“ in Blomberg gestaltet hat. In diesem Energieerlebnispark wird die Vision der „All Electric Society“ greifbar. Auf einem Areal von einem Quadratkilometer werden Photovoltaik, Windkraft, Eisspeicher, Batteriespeicher und Wasserstofftechnologien verknüpft. Eine zentrale Leitstelle zeigt den Energiefluss live, während Themenkuben zu Mobilität, Wärme oder Wasser interaktive Datenvisualisierungen bieten. Besucher können Energieproduktion und Verbrauch nachvollziehen und durch Simulationen lernen, wie sich Tageszeiten oder Netzbelastungen auswirken. Besonders eindrücklich sind die edukativen Installationen, die Energiezyklen spielerisch vermitteln. Haushaltsgeräte werden durch eine Autobatterie betrieben, um das Potenzial von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher zu verdeutlichen. Durch transparente Leitungsmodelle wird sichtbar, wie Abwärme und überschüssige Energie in zentrale Speicher zurückgeführt werden. Der „Electric Society Park“ zeigt, wie technologische Infrastruktur, Umweltbewusstsein und Design zu einem partizipativen Energiesystem verschmelzen können – ein Zusammenspiel aus Daten, Raum und sozialer Erfahrung.



























