Ausstellung

Weitere Informationen zu den Arbeiten

01. Mattis Heilscher
„Teehaus“,  2026
Aluminium, Polyethylen, Digitaldruck, Schutzkaschierung
20 x 70 x 0,3 cm

Tee erinnert uns daran, langsamer zu werden und uns von den Zwängen der Moderne zu befreien. — Lisa See

Halte einen Schluck Tee in deinem Mund und schätze den süßen, reinen Geschmack, bevor du ihn schluckst. — Mingmei Yip

02. Josefine T. Schmidt
„JTS Cartstructor“, 2026
zerlegtes Golfcart, Teile von Baumaschinen, Stahl, Aluminium, Gummi, Farbe
Ca. 240 × 120 × 175 cm

Der „JTS Cartstructor“ vereint Industriegeschichte und Freizeitkultur, indem ein elektrisches Golfcart zu einer Baumaschine umfunktioniert wird.
So entsteht ein Objekt, das gleichzeitig vertraut und ungewohnt wirkt sowie auf die Vergangenheit des Ortes hinweist: Der heutige Golfplatz ist aus einem ehemaligen Braunkohletagebau hervorgegangen.
Als begehbares und nutzbares Objekt lädt die Arbeit dazu ein, den Ort selbst zu erkunden und ihn mit anderen Augen zu sehen. Dabei verbindet sie auf direkte Weise Vergangenheit und Gegenwart.

03. Sam Stiess
„2x Implantat“, 2026
PVC
3x3m

Die (Golf)Landschaft hebt und senkt sich. Ihre Hügel verbergen etwas.

Was liegt unter der Oberfläche?

Diese Arbeit besteht aus zwei Kunststoffblasen. Eine ist mit Wasser gefüllt und unter der Rasenschicht vergraben, die andere, mit Luft gefüllt, schwimmt in Sichtbahn auf dem Wasser.

04. Elisabeth Otto
„Comfort and Position“ , 2025
Holz, Metall 180 x 150 x 250 cm

„Comfort and Position“ ist sowohl Thron als auch Tafel. Er steht für das Wechselspiel zwischen Egoismus und Fürsorge. Es geht um Autonomie und Gruppenzugehörigkeit, um Verweigerung und BereitschaG für Sorgearbeit und um die Freiheit, sich für das eine oder andere entscheiden zu dürfen.

05 . Louisa Kaftan
„landed“, 2024
Marmor
185 x 65 x 50 cm

Durch das Spannen der Oberflächen erhält das harte Material eine geschmeidige, ruhende Form, die dennoch eine unmittelbare Kraft ausstrahlt. Formsprachlich lassen sich dabei Parallelen zur Ästhetik des Golfplatzes ziehen – von Menschen erschaffene Hügellandschaften, die als künstlicher Eingriff in die Natur wirken. So entstehen Assoziationen zwischen der gespannten Oberfläche des Steins und der gestalteten Form dieser künstlichen Hügel.

06. Carlos Meyer
„earthpiles“, 2026
Stampflehm

Eine Landschaft besteht in ihrer Inkonsistenz. Prozesse von Entstehung und Zerfall treten in Wechselwirkung zu einander auf und bilden eine Metamorphose; die Form einer Landschaft. Heute nimmt der Mensch entscheidend an dieser Landschaftsbildung teil, oft dominant, ohne ihrer Prozesshaftigkeit gerecht zu werden. Die Arbeit ist ein Versuch sich diesen Prozessen aktiv, körperlich gemein zu machen, an der Umwelt zu partizipieren, aus dem Ort eine Form in der Landschaft zu bilden und sie in sich selbst wieder verfliessen zu lassen. 

07. Viv Donner
„Das Hufeisen schließen“ , 2026
performative Intervention

Ich entnehme Wasser vom einen Ende des Hufeisensees und bringe es auf die andere Seite. Der Kreis wird geschlossen. Eine Insel entsteht.

08. Jinah Kim
"Gleitender Vogel”, 2026
Baumstamm, Hanji (Korean paper), Bastseil

Diese Arbeit nimmt einen Ort in den Blick, an dem sich menschliche Ordnung über die Natur gelegt hat. In den Zwischenräumen dieser Ordnung wird die lebendige Bewegung der Natur sichtbar, aus der sich ein neuer Fluss zu entfalten beginnt. Ausgangspunkt der Arbeit ist der „Sotdae“, eine traditionelle Figur Koreas.
Einst als Zeichen für Schutz und Wohlstand an den Grenzen eines Dorfes aufgestellt, erscheint er hier in neuer Lesart.
Er wandelt entlang der Grenze, an der zwei Welten ineinandergreifen.

09. Setayesh Akbarian
„Fließende Grenze“, 2026
Teppich - Metall
2 x 3 m

Als aufgelöste Grenze wird Distanz zu Annäherung

10. Yuan Yang
„Passant“, 2026
Zement, Metall, Golfschläger
5-teilige Arbeit, je 20 x 40 x 15 cm

Wenn das Wasser beginnt, auf künstlichen Objekten zu schreiben, was verbleibt von den durch die Menschheit hinterlassenen Zivilisationsspuren?
Yuan Yang hängt sie unter eine Brücke, überlässt sie der Ansiedlung von Muscheln sowie der Bedeckung durch Mikroorganismen und beobachtet, wie die Natur sie übernimmt.
Und wie wird die Natur in einer Zukunft in Abwesenheit der Menschheit mit unseren hinterlassenen Überresten umgehen?

11 Setayesh Akbarian
„Fremde Nähe“, 2026
Teppich  
150 x 150cm

Zwischen Fremdheit und Nähe entsteht ein
Moment, in dem Zugehörigkeit neu gedacht wird.

12. Ferdinand Molck-Ude
„Pionier“, 2026
Stahl, Aluminium, SMP-Polymer, Birke, Erde 
180cm x 180cm x 750cm

Sie sind an extreme Bedingungen angepasst und besiedeln offene Flächen wie Abbaugebiete oder Brachland als Erste. Schnell wachsend und lichtbedürftig stellen sie ansonsten nur geringe Ansprüche. Indem sie den Boden entwickeln und Standorte stabilisieren, schaffen sie Voraussetzungen für weitere Arten, die sie langfristig ersetzen.

13. Anna Pürschel
„Pit“, 2026
Beton
480 x 320 x 66 cm

Pit ist Teil der Landschaft. Pit darf betreten und als Sitz genutzt werden.

14.Katharina Bäuml
„Turmzimmer in Alleinlage“, 2026
Bambus, Beton
80 cm x 400cm

Das Turmzimmer bietet einen Nistplatz in bester Lage für ambitionierte Vielflieger wie für anspruchsvolle Nesthocker. Ein strategisch platziertes Einflugloch und eine gepflegte Fassade schaffen ideale Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt. Nur einen Pieps vom Nachwuchs entfernt lässt sich die berühmte 18-Loch-Meisterschaft in Toplage verfolgen. Den Zöglingen bietet der Standort in der ökologisch rasierten Freizeitanlage beste Bedingungen, sich an ihre wandelnde Umgebung anpassen zu können.

15. Viv Donner
„ routine 2x9 – Rasenaustausch“ , 2026
Rasen (Golf), Rasen (Ufer)
18 mal 60 cm x 60 cm

Ich initiiere einen Austausch zwischen der Landschaft am Seeufer und der am Golfplatz. Dafür entnehme ich an beiden Orten jeweils neun Rasenquadrate und ersetze diese gegeneinander. Die Rasenstücke sind nun neuen Lebensbedingungen ausgesetzt und beginnen, sich ihrer Umgebung anzunähern.

16. Nik Haberstock
„positives Ergebnis einer Bemühung“, 2026
Aluminium, Holz, Schrauben
2000 x 200 x 150 cm

Die Natur sollte nicht als Bühne menschlichen Handelns, sondern als gleichgestellter Teil eines verstrickten und konfliktgeladenen Systems gesehen werden. In diesem System beeinflussen sich die Akteure  gegenseitig und die Ordnung bleibt stets temporär. Bei dem Versuch, sich dem Wandel durch die Natur zu entziehen ist kaum noch zu sagen, wo Natur aufhört und ein Golfplatz anfängt. In Wahrheit existiert hier kein Unterschied: Es gibt keine Trennung zwischen natürlich und künstlich.

17. Charlotte Haufe
„Ich singe Dir ein Liebeslied“, 2026
Performance

Das Herz bricht
und der gerade Schuss wird unterbrochen.
Loreley stürzt aus Sehnsucht nach Liebe ins Gewässer.
Welches Lied erklingt?

18. Mattis Heilscher
„Die Weide hinter dem Haus“, 2026
Beweidung der Brachfläche
ca. 100 x 100m

Wenn das Gras gewachsen ist können die Schafe weiden
Ich komme jeden Morgen und schaue nach ihnen
Ich fülle Wasser nach und prüfe den Zaun

Mit Unterstützung von Ökohof Seeben

19. Christin Radischat
„Ein Berg“, 2026
Spritzbeton, Holzunterkonstruktion
Maße: variable Dimensionen

Mit Unterstützung von der Firma Bekaert 

20. Yeowon Jung
„Rule 11.1a There is no penalty to any player“. 2026
Mixed Media (Holz, Sand, Eisen, PVC)
ca. 150x76x85 cm

Der Golfplatz als unsichtbar abgegrenzter Raum. Ausgehend von der Biografie meines Vaters – einst am Bau von Golfplätzen beteiligt, dann arbeitslos – befasst sich die Arbeit mit dem Prozess der Bodenverdichtung. In dieser Arbeit sind die Betrachter eingeladen, selbst die schwere Walze zu bewegen. Durch diese körperliche Erfahrung möchte ich dazu anregen, über jene Momente nachzudenken, in denen Menschen aus der Gesellschaft herausfallen und sich jenseits unsichtbarer Grenzen wiederfinden.

21. Clara Scheffler 
Landpartie / Country Outing, 2026
Broschur, offene Fadenbindung, 112 Seiten 
Maße: 230 × 140 mm 
Einsehbar im Clubhaus und Office, bei der Auslage der Ausstellungspläne und -begleittexte. 

Landpartie / Country Outing ist ein Ausflug ins Grüne. Das Buch enthält Bilder einer virtuellen Fahrt in die Umgebung von Halle, dessen Startpunkt der Golfplatz am Hufeisensee ist.
Aus der Vogelperspektive dokumentiert es die Landschaft, durch die sich überall Spuren von (menschlicher) Bearbeitung ziehen.