ab 3. Studienjahr BA, ab 1.Stj MA - SoSe 2025

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POLY
Gar nicht weit von Halle wurde 1934 in Wolfen die erste synthetische Chemiefaser aus PVC erfunden. Heute machen Chemiefasern über 80 % der weltweiten Textilproduktion aus. Vor diesem Hintergrund setzte sich das Projekt ethnographisch mit der Geschichte der Textilindustrie sowie ihren gegenwärtigen Präsenzen und Folgen auseinander – exemplarisch am Standort der Kunstfaserindustrie in Wolfen.
Das Projekt war eine Kooperation zwischen dem Seminar für Ethnologie an der MLU und dem Textildesign an der BURG. Ausgangspunkt bildeten gemeinsame Textlektüren zu toxischen Zuständen im Spätindustrialismus. Darauf aufbauend forschten interdisziplinäre Gruppen ethnographisch vor Ort und versuchten, die Geschichte der Kunstfaser, ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen sowie mögliche Zukünfte empirisch zu erfassen und in textlich-textile Arbeiten zu übersetzen.
Im Zentrum stand das Experimentieren mit und das Lernen von unterschiedlichen fachlichen Methodologien: ethnographisches Beobachten, Schreiben, Weben und gestalterisches Arbeiten. Dabei wurde untersucht, wie sich Beobachtung und Erfahrung ins Textliche und Textile übersetzen lassen und inwiefern Textildesign als multimodale, öffentlich wirksame Form ethnographischer Forschung fungieren kann.
Das Projekt knüpft an das bereits im Wintersemester 23/24 durchgeführte Projekt „Wolfen“ an, dessen Ergebnisse beim Festival Osten gezeigt wurden. Die dort entstandenen Arbeiten bildeten den Ausgangspunkt für die vertiefende ethnographische Auseinandersetzung. Materialseitig lag der Fokus auf chemisch recycelten Polyester- und Polyamidfasern sowie biobasierten Alternativen, technisch vor allem auf der Weberei, ergänzt durch weitere textile Verfahren.















