In dieser Kompaktwoche widmen wir uns der Frage, inwiefern Vorstellungen von Geschlecht in Dinge eingeschrieben sein können. Dabei analysieren wir kritisch, was das mit heteronormativen Prägungen von Geschlecht zu tun hat und erforschen, wie wir durch eigenes Gestalten neue Perspektiven darauf eröffnen. Ausgangspunkt ist ein selbstgewählter Alltagsgegenstand, der für euch – egal ob abstrakt oder offensichtlich – einen Bezug zum Thema Gender hat. Dieses Objekt begleitet euch über eine Woche hinweg als persönlicher Forschungsgegenstand.
In dieser Workshopwoche verbinden wir Analyse mit Gestaltung: Durch Beobachten, Analysieren, Recherchieren, Schreiben und gestalterisches Experimentieren nähern wir uns dem Objekt aus unterschiedlichen Perspektiven. Gemeinsam, in Kleingruppen und Einzelarbeit wird das Objekt befragt: Welche Assoziationen und Zuschreibungen sind mit ihm verbunden? Welche Prägungen oder sogar persönlichen Erfahrungen spiegeln sich in ihm? Und wie ist es in gesellschatliche oder sogar historische Zusammenhänge eingebettet? Aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem ausgewählten Objekt entwickeln wir gestalterische Ansätze, die Bedeutungen verschieben oder neu kontextualisieren. Dabei verstehen wir Dinge nicht nur als funktionale Gegenstände, sondern als Diskussionsobjekte: Gemeinsam ergründen wir sie als Träger von gesellschaftlichen Vorstellungen, die unser Verständnis von Geschlecht mit beeinflussen.
Content Note: In dieser Woche geht es um eurozentristisch geprägte Geschlechter-Klischees sowie um Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder. Der Fokus liegt darauf, diese zu verstehen, (selbst-)kritisch zu hinterfragen und neu zu verhandeln. Die Auseinandersetzung mit den Objekten und deren gestalterisches Erforschen dient dazu, Handlungsspielräume innerhalb festgefahrener Vorstellungen zu erleben. Prägungen entstehen durch bestimmte Gesellschaftsformen; die westliche Prägung ist die Grundlage unserer Auseinandersetzung, nicht-westliche Perspektiven werden einbezogen und sind ausdrücklich erwünscht. Eigene persönliche Prägungen können gerne geteilt werden, lassen sich aber alternativ auch in der Einzelarbeit reflektieren.
Für einen Einblick in meine eigene Arbeit zu diesem Thema, hört euch die Folge #56 des Hurra Hurra Design Podcasts an.
Material: Material vor Ort: Modelliermasse, Draht, Papier, Pappe, Tape, Offsetbleche, Nähgarn, eine Art von Textil
Bringt bitte mit: Laptop wer hat (für Recherche), analoges Schreibmaterial (für die Schreibübungen), Material mit dem ihr gerne entwerft, modelliert, arbeitet
Teilnehmendenzahl: max. 24.













