Ausstellungen sind keine neutralen Räume. Sie strukturieren Blicke, ordnen Körper im Raum, legen Bewegungen nahe und schreiben Rollen zu. Wer spricht? Wer schaut? Wer darf handeln – und wer wird betrachtet?
Im Seminar „Don’t Look at Me“ untersuchen wir den Ausstellungsraum als Ort von Handlung, Begegnung und Macht. Ausgangspunkt ist die Ausstellung „The Gallery as a Stage: #2_Acting/Reacting“ in der Burg Galerie. Sie erklärt den Galerieraum selbst zur Bühne und verteilt Funktionen wie Backstage, Fundus oder Maske neu. Diese Ansatz nehmen wir wörtlich und befragen das Verhältnis von Werken, Raum und Körpern aus vermittlungstheoretischer sowie performativer Perspektive.
Was passiert, wenn Vermittlung nicht erklärt, sondern handelt? Wenn Körper nicht nur durch Räume geführt werden, sondern selbst zu Akteur:innen werden? Wenn Reaktion eine Form von Widerstand sein kann?
Wir arbeiten im Seminar in erster Linie praxisbasiert. Theoretische Impulse zu Performativität, Blickregimen, Körperpolitiken und institutionellen Machtstrukturen bilden den Hintergrund, doch im Zentrum steht das gemeinsame Erproben. Wir entwickeln Scores, Interventionen und temporäre Vermittlungsformate, die das Spannungsfeld zwischen Kunstwerk, Besucher:innen und Vermittler:innen sichtbar machen und verschieben. Aus diesem Gefüge entstehen Dynamiken von Nähe und Distanz, Aktivierung und Kontrolle sowie Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Genau hier setzen wir an.
Das Seminar findet innerhalb der Ausstellung statt. Die Galerie wird zum Labor und im Sinne des Ausstellungskonzeptes zum Raum kollektiven Lernens und Erfahrens. Situationen werden ausprobiert, beobachtet, reflektiert und wieder verändert.
Im Verlauf des Seminars entwickeln die Studierenden eigene Vermittlungsansätze für den Ausstellungskontext. Diese werden am 5. Mai von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Burg Galerie in einer offenen Präsentation als Intervention, Versuchsanordnung oder konkrete Durchführung eines Formats im Raum sichtbar gemacht und hinterlassen anschließend Spuren im Rahmen der Ausstellungsdauer.
Anmeldung bis zum 13. April per Mail an die beiden Lehrenden.
Namen der Lehrenden – Names of Teachers
Natalia Peña & Christopher Utpadel
[edugrapes - Studio für performatives Lernen]
Qualifikationsziele – Objectives / Learning Outcome
- Einblick in zentrale Arbeits- und Betätigungsfelder der Kunstvermittlung
- exemplarisches Lernen anhand der Bindung der Umsetzung eigener Ideen, Konzepte und Anliegen an Formate der Kunstvermittlung
- Auslotung von Chancen und Grenzen der jeweiligen reflexiven Praktiken im Vollzug
- Bildung eigener Schwerpunkte aus kunstpädagogischen Anwendungsfeldern
- Vermittlungsmethoden und Dokumentation von Praxisvorhaben
- Erlernen eines teamorientierten und projektbasierten Vorgehens
Veranstaltungsart und –methodik – Teaching and working methods
Blockseminar
Beurteilung – Assessment
- Studierende des Masters Kunstwissenschaften: Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation)
- Studierende Kunst (Lehramt): Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation)
- Studierende Lehramt Kunst (M.Ed.): Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation)
Verwendbarkeit
- Kunstwissenschaften (M.A.): Modul 3 oder 4
- Kunst (Lehramt): Wahlpflichtmodul Kunstwissenschaften
- Lehramt Kunst (M.Ed.): Kunst- und Designwissenschaften
Zugangsvoraussetzung - Prerequisites
keine
Umfang in SWS
2
Häufigkeit, Dauer und Termin / Ort des Angebots
16.04. | 10:00 - 16:00 Uhr @ HERMES
23.04. | 10:00 - 16:00 Uhr @ BURG GALERIE
30.04. | 10:00 - 16:00 Uhr @ BURG GALERIE
05.04. | 15:00 - 18:00 Uhr @ BURG GALERIE (Präsentation)
Ort: Burg Galerie + Hermes (nur 16.04.)
Kontakt:
Natalia Peña & Christopher Utpadel
[edugrapes - Studio für performatives Lernen]
christopher(at)edugrapes.com
natalia(at)edugrapes.com








