Greta Mutze, Mathilda Scheer, Joela Rohlfing, Lily Lauble, Miso Kim, Luci Schwingen, Malin Trepel

ff | faser formation

in Kooperation mit dem Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V.

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Die Textilindustrie produziert nicht nur Produkte und Halbzeuge, sondern auch große Mengen an Materialien, die kaum sichtbar werden: Kurzfasern, textile Stäube, Webkanten, Wollreste oder Fasergemische. Sie entstehen zwangsläufig entlang industrieller Prozesse und werden meist entsorgt oder in technischen Anwendungen mit geringer Wertschöpfung eingesetzt. Gleichzeitig rückt mit dem Übergang zu einer zirkulären Textilwirtschaft die Frage in den Vordergrund, wie sich diese Sekundärrohstoffe zukünftig nutzen lassen. Insbesondere mechanische Recyclingverfahren verkürzen Fasern und erschweren ihre Rückführung in konventionelle Spinn- und Webprozesse. Vliesstofftechnologien eröffnen hierfür neue Möglichkeiten: Selbst sehr kurze Fasern oder heterogene Materialgemische lassen sich ohne den Umweg über ein Garn zu Flächen oder Formen verbinden. Bislang wird

dies überwiegend im technischen Kontext genutzt. Doch welches gestalterische, materielle und narrative Potenzial liegt in diesen Verfahren? Ausgehend von Exkursionen zu Industrieunternehmen und Forschungsinstituten untersuchen die Studierenden unterschiedliche textile Reststoffe und Sekundärrohstoffe. Durch Beobachtung, Sortierung, Analyse und experimentelle Transformation entstehen neue Materialbilder, Anwendungen und Produktionsszenarien. Industrielle Vliesstoff- und Filzverfahren werden dabei nicht als rein technische Prozesse verstanden, sondern als Werkzeuge einer gestalterischen Auseinandersetzung mit Materialkreisläufen. Die entstandenen Konzepte machen verborgene Stoffströme sichtbar und eröffnen neue Perspektiven auf textile Materialien jenseits ihrer bisherigen Verwendung. Das Projekt versteht sich damit als experimenteller Untersuchungsraum zwischen Materialforschung, Gestaltung und Verfahrenstechnik.