Lina Wiedwald "Glanz und Gloria"

Diplom Plastik, Studienrichtung Keramik, 2026

Glanz und Gloria

Jede Arbeit beginnt mit der Tat die sich im Material verdichtet. 
Der Moment des Gießens ist für mich häufig der Anfang. Das flüssige Porzellan legt sich in die Gipsform und nimmt die Kontur an. Sobald das Material sich selbst trägt löse ich es wieder aus seiner Ordnung. Das entstandene Positiv ist lediglich ein Zwischenzustand. Ich schneide, trenne und öffne die gegossenen Wandungen. Die zerlegten Fragmente werden Bausteine und zu meinem eigentlichen Arbeitsmaterial. Im arrangieren und zusammenfügen bildet sich die Form aus sich selbst heraus. Die Elemente aus Porzellan geben die Anschlussstellen vor. Als Konstrukteurin handeln ich nach ihrer Logik. Ich strebe nicht nach Perfektion, sondern nach Wahrheit im Prozess. Der materielle Denkraum ermöglicht mir die Übertragung meiner inneren Bilder in eine dauerhafte Form. Sie darf widersprüchlich sein. Zwischen Kontrolle und Zufall, mit der Sehnsucht nach Kontrollverlust.

 

Die Diplomverteidigung fand am 23.01.2026 in der Burg Galerie, Volkspark Halle (Saale) statt.