Sehen, Handeln und Denken sind in kontinuierlichem Wechselspiel, man wird beim Zeichnen kaum das eine ohne das andere vollbringen können. Der Start- bzw. Standpunkt ist zu verhandeln.
Diese Kompaktwoche befasst sich im Medium der Zeichnung mit den Möglichkeiten der Darstellung von Raum, mit Dimensionen und Illusion, mit den Verhältnissen in Bezug auf den eigenen Körper und mit den dabei häufig automatisiert angewandten Lesarten.
Den Raum, den ich zeichne, habe ich erfunden. Die Darstellung von Raum ist immer in Frage zu stellen. Ob zufälliges Nebenprodukt oder das Ziel aller Anstrengungen - Wissen und Wähnen, Wollen und Wirkung sind ein wildes Gespann.
Wir praktizieren in dieser Woche verschiedene Herangehensweisen, Sie können sowohl konkret - abstrakt als auch ding- und zeichenhaft zeichnen - bigger than life oder im Schuhkarton. Sie reflektieren Ihre Ergebnisse in Bezug auf den Raum, beobachten Dimensionswechsel, Positionsbestimmung, Umgebungen und Mittelpunkte.
Es geht auch um den Kippmoment zwischen Ding und Form - Kann eine Erzählung abstrakt sein? – was ist das Nichts zwischen den Dingen – Ist die Zeichnung eine Übersetzung und oder möchte sie übersetzt werden?
Neben aktuellen Bildfindungstechniken (Konzept, Zufall, Beobachtung) dienen uns Vorbilder aus der Kunstgeschichte (Renaissance), und Beispiele aus Comics, Kinderbüchern und der Architektur als Anregung und Marker. Und nicht zuletzt die Sprache.