Lehrangebot

Einführung in die Designtheorie(n) I (Vorlesung)

Keine Anmeldung nötig, kommt einfach zum ersten Termin in den Hörsaal 008.

Industrie-, Produkt-, Spiel- und Lerndesign, Porzellan- und Glasdesign, Innenarchitektur, Mode-, Textil-, Schrift-, Kommunikations- und Interfacedesign, Multimedia und VR-Design. Hinzu kommen Designwissenschaften und Design Studies. Die Liste der Designdisziplinen, die sich im Studiengangportfolio der BURG widerspiegelt, ließe sich leicht erweitern – und sie wirft eine grundlegende Frage auf: Gibt es überhaupt so etwas wie „die“ Designtheorie? Und wenn nicht: Wie denken wir dann über Design nach?

Die Einführungsvorlesung gibt darauf eine klare, wenn auch nicht unbedingt klärende Antwort: Designtheorie ist kein einheitliches, abgeschossenes Gedankengebäude, sondern ein Konglomerat aus vielen unterschiedlichen Theorien des Designs. Theoretische Impulse kamen und kommen aus ganz unterschiedlichen Wissenskulturen wie der Kybernetik, der Semiotik, den Medienwissenschaften, der Soziologie und der Philosophie. Daher ist Designtheorie nur inter- und transdisziplinär zu denken. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Designtheorie stets auf eine sich verändernde Praxis reagieren soll. Wie in kaum einer anderen Wissenschaft gilt daher: So veränderlich wie die Praktiken des Designs sind, so flexibel muss auch die Theoriebildung auf Veränderungen reagieren. Und ebenso wie die gestalterische Praxis ist sie vielschichtig, dynamisch und offen.

Doch das ist keine Einbahnstraße. Gestaltung findet nicht im luftleeren Raum statt und Designschaffende sind stets aufgefordert, zu sozio-ökonomischen, kulturellen und nicht zuletzt ökologischen Transformationen Stellung zu beziehen. Auch hierbei können Theorien helfen – sie liefern dann aber nicht in erster Linie Lösungen für konkrete gestalterische Problemstellungen, sondern fordert dazu auf, die Rolle des Designs in der Gesellschaft immer wieder kritisch zu hinterfragen. 

Erster Teil: Ideen- und Theoriegeschichte des Designs

Die Vorlesung läuft über zwei Semester. Im ersten (Winter-)Semester beginnen wir mit einer grundlegenden Frage: Was ist Design überhaupt – und wie lässt es sich theoretisch fassen? Von dieser Bestimmung des Gegenstandes ausgehend, nehmen wir zentrale Positionen und Entwicklungsschritte in der Ideengeschichte des Designs in den Blick. Welche Denkbewegungen haben das Designverständnis des 20. Jahrhunderts geprägt? Welche Brüche und Kontinuitäten lassen sich erkennen? Dabei wollen wir auch danach Fragen, mit welchen Designtheorien wir es eigentlich zu tun haben. Wer hat eigentlich Zugang zur Designtheorie? Wer hat die Deutungsmacht und wer entscheidet über die Legitimität des Designwissens? Wie können wir die dominante Theorietradition kritisch hinterfragen? Und warum sollten wir das tun?  

Zweiter Teil: Aktuelle Strömungen, Debatten und Methoden

Im zweiten Semester wechseln wir die Perspektive: Weg von der Geschichte, hin zur Gegenwart. Welche Fragen stellen sich dem Design heute – und welche theoretischen Werkzeuge stehen zur Verfügung, um sie zu bearbeiten? Was passiert eigentlich, wenn etwas entworfen wird? Was bedeutet es, Materie nicht länger als passives Material zu denken, das durch Design Form erhält, sondern als aktiven Akteur? Für wen wird eigentlich gestaltet – und mit wem? Kann Design Teil der Lösung sein, wo es doch auch Teil des Problems ist? 

Abschluss und Prüfung

Die Vorlesung schließt mit einer Klausur am Ende des zweiten Semesters. Zur Vorbereitung werden Literatur und Folien zu den Sitzungen über einen BurgBox-Link zur Verfügung gestellt.

Literatur zur Einführung

Feige, Daniel Martin (2018): Design. Eine philosophische Analyse. Berlin: Suhrkamp.

Mareis, Claudia (2016): Theorien des Designs zur Einführung. Hamburg: Junius.