„The old world is dying, and the new world struggles to be born: now is the time of monsters“, schrieb Antonio Gramsci vor fast hundert Jahren – und dieser Satz klingt heute merkwürdig aktuell. Das Alte zerfällt, das Neue bleibt aus. Aus dem Humanismus ist ein Transhumanismus erwachsen; den Platz des Humanen nimmt ein Nihilismus des Kapitals ein. Wir leben in einer Zwischenzeit, in der Monster Gestalt annehmen.
Dem transhumanistischen Bestreben, alles zu steuern, setzen wir die Kunst des Unwissens entgegen – die Offenheit, nicht von vornherein zu wissen, wohin man geht. Eine Kunst der Zwischenzeit: die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was in der Gegenwart gärt, ohne einem vorgeformten Willen zu folgen.
Statt Auswege aus dem Nihilismus zu entwerfen, wollen wir eine Haltung erkunden, die das Neue als Kehrseite der Gegenwart empfangen kann – etwa im Sinne von Trinh T. Minh-ha´s Traveling in the Dark. Vielleicht liegt gerade darin die Chance, dem Anderen, das uns entgegenkommt, zu ermöglichen, sich zu ereignen.
Themenfelder:
Wir lesen gemeinsam ausgewählte Texte aus der Geschichte der Philosophie und der Gegenwart zum Thema Nihilismus (Auszüge aus Jacobi, Nietzsche, Heidegger, Nancy, Brassier, Ferreira da Silva).
Anschließend stellen wir die Frage, welche Forschungsfelder sich daraus für die Künste eröffnen – etwa für die Erfahrung von Material, Raum, Exposition und Teilhabe.
Katastrophe und Chaos – Ausgehend von Deleuzes jüngst veröffentlichten Vorlesungen zur Malerei erkunden wir das Verhältnis von Katastrophe, Chaos und Erschaffung.