Quellen


Saline Material

saline arbeitsheft

 

Arbeitsheft Saltsa – Einladung zur Beteiligung …
im Heft blättern oder
download als pdf

 

Dieses Heft möchte den Prozess des Projekts SALTSA unterstützen. Es ist eine Einladung zur Beteiligung, um gemeinsam über das Saline-Areal nachzudenken.

Konzeption: Maike Fraas, Olaf Nachtwey, Johanna Padge, Franziska Dehm, u.v.m.
Gestaltung: Mira Wagner
Herausgeber: science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V.

 


 

Plan des Saline Areals
zum Vergrössern anklicken oder download als JPEG

 


 

Fotos des Saline Areals
zum Vergrössern anklicken oder download als JPEG

 


↑ Zum Seitenanfang springen

DIY Klassiker

Build Your Own Living Structures

 

How to Build Your Own Living Structures
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Ken Isaacs: How to Build Your Own Living Structures
Harmony Books, New York 1974

Ken Isaacs entwickelte seit den frühen 1950er Jahren auf der Familienfarm Groveland in Illinois und mit Architekturstudierenden in Chicago seine „Living Structures“ und „Microhouses“. Das Prinzip nennt er „Matrix Idea“: Aus immer gleichen, gebohrten Kanthölzern und Sperrholzplatten entstehen verschraubte Raumgitter, in die sich Schlafen, Arbeiten, Sitzen und Lagern einbauen lassen. Sie stehen frei im Raum, wachsen mit ihren Nutzern und lassen sich in Minuten zerlegen und neu kombinieren. Das Buch führt Schritt für Schritt vom einfachen Würfel über Hochbett, Kinderstruktur, Regalsystem und Sessel bis zum „Fun House“, einem Outdoor-Lager aus Rohrgerüst und Plattformen, jeweils mit Zeichnungen und Einkaufslisten. Geschrieben ist es konsequent klein und im Ton der Gegenkultur: eine Werkstattanleitung mit Handsäge, Raspel und Bohrständer und zugleich ein Plädoyer gegen Konsum, Besitz und Hast. Einfache Werkzeuge und genaues Arbeiten sieht Isaacs als Weg zu Unabhängigkeit und Entschleunigung.

 


N55 book

 

N55 Manual …
im Buch blättern oder
download als pdf

 

N55 Book
Pork Salad Press / N55, Kopenhagen 2003

N55 ist eine 1996 von Ion Sørvin gegründete Plattform für künstlerische Zusammenarbeit zwischen Kunst, Design und Architektur. Kunst versteht N55 als Teil des Alltags, die Künstlerin als Generalistin, die sich jedem Wissensfeld zuwenden kann. Im Zentrum steht das Verhältnis von Ethik, Ästhetik und Politik: Wer Alltag und Umgebung neu formuliert, kann sinnvolle Situationen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Alle Systeme und Anleitungen erscheinen bis heute als Open Source unter Creative-Commons-Lizenz, zuletzt etwa die lokal und fair produzierten XYZ-Cargo-Lastenräder.

Das Buch dokumentiert die frühe Phase von 1996 bis 2003, als das Kollektiv zu viert zusammen lebte, arbeitete und wirtschaftete: Ion Sørvin, Ingvil Aarbakke, Rikke Luther und Cecilia Wendt. Alles darin ist konsequent als „Manual for …“ formuliert: das Buch selbst, das Kollektiv, ein Stuhl auf einer Stahlkugel, ein wasserloses Hygienesystem aus drei Plastiktanks und eine Hydrokultur-Einheit für die Wohnung. Dazu kommen eine Wurmkompost-„Soil Factory“, das „Spaceframe“-Wohnhaus aus gleich langen Edelstahlstreben, eine schwimmende Plattform, ein rollbares Ein-Personen-Gehäuse („Snail Shell System“), „Public Things“ zum freien Gebrauch im Stadtraum und eine nichtkommerzielle mobile Bar. Die Dinge sind aus wenigen, einfachen Standardteilen gebaut, mit Stücklisten, Maßen und Wartungshinweisen, sodass jede*r sie nachbauen kann. Getragen ist das Ganze von einer politischen Haltung, die das Buch in knappen, fast logischen Sätzen formuliert: Personen haben Rechte, und es gilt Lebensweisen mit möglichst geringen Machtkonzentrationen zu finden. Das Buch ist Katalog, Bauanleitung und Manifest zugleich.

 

 

… und hier geht es zur website von N55

 


nomadic 1

 

nomadic 2

 

Victor Papanek / James Hennessey
Nomadic Furniture 1 + 2
Pantheon Books, New York 1973 / 1974
Mediathek (PDF)

Im Buch blättern oder Band 1 als PDF weiterlesen … / Band 2 als PDF weiterlesen …

Victor Papanek und James Hennessey machten sich Mitte der 1970er Jahre auf den Weg, die Welt zu verändern – indem sie Menschen befähigten, ihre eigenen preiswerten Einrichtungsgegenstände herzustellen. In ihrer Vision von Wohndesign ist alles leicht, faltbar, aufblasbar, zerlegbar, stapelbar oder wegwerfbar. Einfache Anleitungen für Betten, Stühle, Sofas und Tische aus preiswerten und wiederverwerteten Materialien.

 

↑ Zum Seitenanfang springen

Inflatables

AntFarm – Inflato Cookbook

 

Inflatocookbook
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Ant Farm: Inflatocookbook
Magazine and ephemeral project (1971)

Das Kollektiv Ant Farm hat 1971 in diesem Heft zusammengetragen, was es in anderthalb Jahren Bauen, Aufblasen und Scheitern über pneumatische Räume gelernt hatte. Die Anleitung kommt mit dem Nötigsten aus: Polyethylenfolie, Klebeband und gebrauchte Ventilatoren. Behandelt werden Material und Farbe, Luftversorgung, Verankerung, Türen und Tunnel sowie Zuschnitt und Formfindung, mit Faustformeln und durchgerechneten Beispielen. Dazwischen stehen Projektberichte, Zeitungsausschnitte, Katalogseiten und ein Adressverzeichnis der damaligen „Inflato-Szene“. Das Handbuch ist zugleich Manifest: Aufblasbare Räume sollen schnell, billig und von vielen gemeinsam gebaut werden können, sie verändern sich mit ihren Nutzern und hinterlassen keine Spuren. Die Folie wird so zum Lernmedium, an dem sich ein ganzer Entwurfs- und Bauprozess in kurzer Zeit überblicken lässt.

 

deflatables

 

Deflateables
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Deflateables
Ulrich Knaack, Tillmann Klein, Marcel Bilow / 010 Publ., 2008
Sign.: PH 8 Kna

Pneumatische Konstruktionen wurden in den 1960er Jahren entwickelt. Energiekrise und ästhetische Entwicklungen verhinderten, dass sich diese Konstruktionen als gängige Bauweise durchsetzen konnten. Heutzutage kommen sie in speziellen Bereichen der Architektur und des Designs zum Einsatz. „Deflateables“ konzentriert sich auf das begrenzte Wissen über Vakuumkonstruktionen und entwickelt eine Reihe ästhetischer, technischer und funktionaler Gestaltungsmöglichkeiten. Selbst heute sind nur sehr wenige Entwürfe, die Druckkonstruktionen nutzen, tatsächlich umgesetzt worden, obwohl diese Technologie einfache, positive Aspekte bietet: Der Luftdruck der Erde kann als stabilisierender und formgebender Parameter genutzt werden, wodurch eine spezifische und inspirierende Form entsteht. Darüber hinaus sorgt diese Technologie für eine mehr oder weniger starke Wärme- und Schalldämmung. Natürlich hat sie auch Schwächen, wie potenzielle Undichtigkeiten und die Notwendigkeit einer hohen Druckbeaufschlagung der Konstruktion; doch neue Materialtechnologien und spezifische strukturelle Konzepte können Lösungen für solche Probleme bieten. Durch ihre extrem leichte und energetisch aktive Konstruktion gehören aufblasbare Strukturen zu den vielversprechenden Bereichen der Architektur- und Designentwicklung. Die Möglichkeit, Strukturen zu schaffen, die sich bewegen und auf Anforderungen wie Nutzer- und Klimabedingungen sowie gestalterische Vorgaben reagieren können, hebt dieses Thema auf die Ebene einer realistischen und nutzbaren Technologie für bislang unbekannte Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Aerodream

 

Aerodream Architecture
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Aerodream Architecture, art, design et structures gonflables
Frédéric Migayrou und Valentina Moimas / Éditions HYX 2021

„Aerodream – Architektur, Kunst, Design und aufblasbare Strukturen“. Von den ersten industriellen und militärischen Nutzungen bis zu den Werken und Happenings, die von zahlreichen Künstlern, Designern und Architekten realisiert wurden, zeichnet das Buch eine Geschichte des Aufblasbaren und Pneumatischen von den 1950er Jahren bis heute nach. Aeorodream“, das anlässlich der Ausstellungen im Centre Pompidou-Metz und in der Cité de l’architecture & du patrimoine (bis zum 14. Februar 2022) veröffentlicht wurde, bietet eine kritische Archäologie des Aufblasbaren, die durch eine umfangreiche Ikonografie illustriert wird begründete Bibliografie ergänzt wird.

 


 

Scale it up
Lockerungsübung
 

In der Fachaufgabe „Glowing blow ups” experimentierten die Studierenden mit verschiedenen Materialien (Tyvek, Papier, Folie etc.) und entwickelten eine Abwicklung oder ein Schnittmuster. Aus dem gewählten Material wurde durch Schweissen oder Kleben oder Nähen eine Hülle hergestellt, die durch Aufblasen dann die gewünschte Objektform erhielt.

 


 
Burg Bubble
Eine luftgestützte Kleinarchitektur
Simon Krautheim, Lara Herrmann und Johann Kogge (2022)

 

Bauen mit Luft
Aus einem ausrangierten Heißluftballon entsteht die „Burg Bubble“. Ein transportabler Tragluft-Pavillion für Veranstaltungen aller Art. Die Pneu-Kleinarchitektur wird vollständig aus wiederverwendeten Materialien produziert und ermöglicht den Nutzer*innen einen flexiblen Einsatz mit einer einfachen Handhabung und kurzer Aufbauzeit.

 

burg bubble

 

Dokumentation
Simon Krautheim, Lara Herrmann und Johann Kogge
 

↑ Zum Seitenanfang springen

Urbane Praxis etc.

wie Nutzer Selbst Raeume Entwickeln

 

Wie Nutzer selbst Räume entwickeln
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Raumunternehmen. Wie Nutzer selbst Räume entwickeln
Lisa Buttenberg, Klaus Overmeyer, Guido Spars (Hg.)
jovis Verlag, Berlin 2014

Das Buch beschreibt einen Schritt über die Zwischennutzung hinaus: Aus Raumpionierinnen, die leere Gebäude für eine Weile bespielen, werden „Raumunternehmen“, also Initiativen, die ohne Fachausbildung in Immobilienwirtschaft zu Projektentwicklerinnen, Eigentümerinnen und Betreiberinnen ihrer Orte werden. Sechs Fallstudien zeigen die Bandbreite: die ehemalige Druckmaschinenfabrik ExRotaprint in Berlin-Wedding, das besetzte und dann genossenschaftlich gesicherte Gängeviertel in Hamburg, die Landlmühle bei Rosenheim, die von Jugendlichen umgebaute Saline34 in Erfurt, der Schieblock in Rotterdam mit seiner per Crowdfunding finanzierten Fußgängerbrücke und die Dorfgemeinschaft Tempelhof in Kreßberg. Illustrierte Zeitleisten zeichnen jeweils den Weg vom ersten Raumexperiment über Verhandlungen bis zur langfristigen Sicherung nach. Ein vergleichendes Fazit fragt nach Motivation, Organisation, Entwicklungsphasen und Ökonomie. Muskelhypothek, Netzwerke und Erbbaurecht erweisen sich dabei als wichtigere Ressourcen als Kapital. Essays zu Boden, Teilhabe und Organisationsentwicklung ergänzen das Bild. Die zentrale Einsicht: Ohne gesicherten Zugriff auf Grund und Boden bleibt jede Initiative Zwischennutzung.

 

MitMachHandbuch_Brandis

 

Mit-Mach-Handbuch
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Mit-Mach-Handbuch. Handbuch zur Selbstorganisation & Bürgerbeteiligung
Bianca Herlo, Jennifer Schubert, Florian Sametinger
Universität der Künste Berlin, Design Research Lab, Berlin 2017

Das Handbuch ist das Ergebnis des Forschungsprojekts „Mit-Mach-Stadt Brandis“. Darin hat das Design Research Lab der UdK unter Leitung von Gesche Joost 2016/17 mit der sächsischen Kleinstadt Brandis bei Leipzig neue Formen der Bürgerbeteiligung erprobt. Mit Workshops, Gesprächen und Installationen im öffentlichen Raum entstand ein Beteiligungssystem, das analoge und digitale Zugänge verknüpft. Dazu gehören eine Mitmach-Plattform, eine Litfaßsäule als Ideenwand und ein „Brandiser Briefkasten“, der handgeschriebene Karten automatisch digitalisiert und online stellt. Hinzu kommen eine Geschichts-App für Erzählungen von Bewohner*innen, ein monatliches „Café Communale“ mit dem Bürgermeister und ein mobiler „Bürgerkoffer“ für Verwaltungsgänge zu Hause.

Der größere Teil des Heftes ist eine praktische Anleitung zum Selbermachen: vom Repair-Café über Tauschring, lange Tafel, Erzählcafé und Gemeinschaftsgarten bis zu Bücherschrank, Coworking-Space und mobilem Kino. Jeweils geht es um die Grundfragen wo, wer, wann, wie finanziert und mit welcher Genehmigung. Das Heft ist ein Beispiel dafür, wie Designforschung Beteiligung nicht nur untersucht, sondern Werkzeuge für sie gestaltet.

 

Zaudern ums Gemeinwohl

 

Zaudern ums Gemeinwohl
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Zaudern ums Gemeinwohl
Produktive Missverständnisse in der kooperativen Stadtentwicklung

Rebecca Wall, Ignacio Farías, Felix Marlow, 2024

Am Haus der Statistik in Berlin-Mitte und am Rathausblock Kreuzberg entwickeln Verwaltung, landeseigene Unternehmen und stadtpolitische Initiativen seit 2018 gemeinsam innerstädtische Areale, gegen Verkauf und Spekulation und für das Gemeinwohl. Die Autorinnen waren selbst in diese „Public-Civic-Partnerships“ verstrickt und haben sie zugleich als Stadtanthropologinnen der Humboldt-Universität erforscht. Ihr zentrales Werkzeug war die „Zauderbude“: ein umgebauter Bauwagen mit irritierendem Bühnenbild, in dem jeweils zwei Beteiligte ohne Tagesordnung ins Gespräch kamen.

Daraus entstanden ein Glossar der Missverständnisse zu Rollen und Begriffen wie Zivilgesellschaft, Verwaltung, Kooperation, Gemeinwohl oder „geht nicht“ sowie fünf zugespitzte Thesen zur kooperativen Stadtentwicklung. Das Buch erzählt keine Erfolgsgeschichte. Es zeigt, dass mehrdeutige Begriffe Zusammenarbeit überhaupt erst ermöglichen, und versteht Zaudern nicht als Zögern, sondern als bewusste Haltung im Umgang mit Unsicherheit.

 

↑ Zum Seitenanfang springen

Referenzen

The Social Life of Small Urban Spaces, William H. Whyte (1979)

 

social_life_small_urban_spaces

 

The Social Life of Small Urban Spaces
im Buch blättern oder
download als pdf

 

William H. Whyte: The Social Life of Small Urban Spaces
Project for Public Spaces, New York 2001 (Erstausgabe 1980)

Warum sind manche Stadtplätze voller Leben und andere fast immer leer? Um das herauszufinden, beobachtete William H. Whyte ab 1970 mit seinem „Street Life Project“ drei Jahre lang New Yorker Plazas und kleine Parks, mit Zeitraffer-Kameras, Zählungen und Kartierungen der Sitzenden. Die Ergebnisse sind so einfach, dass er sie selbst fast peinlich offensichtlich fand. Menschen zieht es vor allem zu anderen Menschen. Man sitzt dort, wo man sitzen kann. Bewegliche Stühle, Sonne, Bäume, Wasser zum Anfassen, Essensstände und eine offene Verbindung zur Straße entscheiden über das Gelingen, viel mehr als Größe, Form oder architektonische Eleganz.

Ergänzt wird das um „Triangulation“: Straßenmusiker, Skulpturen oder eine Aussicht, die Fremde miteinander ins Gespräch bringen. Whytes Befunde flossen 1975 direkt in die New Yorker Bauordnung ein. Das schmale Buch mit seinen vielen Fotos ist bis heute ein Grundlagentext für die Gestaltung öffentlicher Räume und zugleich eine Anleitung, genau hinzusehen, bevor man plant.

 

HdM_Broschuere

 

Haus der Materialisierung
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Haus der Materialisierung: Ein Transformationsort für zirkuläre Praxis in Berlin
Kim Gundlach, Harry Sachs, Johannes Scholz, Corinna Vosse / ZK/U Press, Berlin 2024

In einem eingeschossigen Flachbau aus den 1970er Jahren am Haus der Statistik, gleich am Alexanderplatz, ist seit 2019 als Pioniernutzung ein Verbund aus über zwanzig Initiativen entstanden: das Haus der Materialisierung. Unter einem Dach finden sich Gebrauchtwaren- und Materialmärkte, offene Werkstätten für Holz, Textil, Metall, Fahrräder, Kunststoff und Elektronik, ein Leihladen, ein Foodsharing-Café sowie Kurse zu Reparatur, Upcycling und Re-Design. Materialien lassen sich dort retten, sortieren, kaufen, verarbeiten und reparieren, sodass Kreisläufe im kleinen Maßstab geschlossen werden.

Die Broschüre stellt die Akteur*innen vor und dokumentiert Forschungsprojekte mit der TU Berlin, etwa Myzelkomposite aus Altholz, Bauprototypen aus Reststoffen und eine Taschenmanufaktur für die Architekturbiennale 2023. Sie bilanziert die CO₂-Wirkung der Arbeit und skizziert den geplanten Umzug in ein „Experimentierhaus“ im neuen Quartier. Zugleich zeigt sie, wie aus einer temporären Nutzung eine selbstverwaltete Institution werden kann.

 

Modellprojekt_Haus_der_Statistik_1

 

Haus der Statistik 1
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Modellprojekt Haus der Statistik, Band 1: Initiative und Vision
Koop5, Redaktion ZUsammenKUNFT Berlin eG / ZK/U Press, Berlin 2020

Das Haus der Statistik am Alexanderplatz, die ehemalige Zentralverwaltung für Statistik der DDR, stand seit 2008 mit rund 50.000 m² leer und sollte abgerissen und an Investoren verkauft werden. 2015 hängten Künstler*innen ein fingiertes Bauschild an die Fassade: „Hier entstehen für Berlin Räume für Kunst, Kultur und Soziales“. Aus dieser Aktion wurde innerhalb weniger Jahre eine Initiative, eine Genossenschaft und schließlich ein Modellprojekt. Dort entwickeln Senat, Bezirk, zwei landeseigene Gesellschaften und die Zivilgesellschaft das Quartier gemeinsam und gleichberechtigt: mit bezahlbaren Wohnungen, Rathaus und Verwaltung, Kunst, Kultur, Bildung und Sozialem.

Der erste Band der Heftreihe erzählt diese Entstehungsgeschichte und erklärt die „Koop5“ genannte Kooperation und das, was an ihr modellhaft sein soll. Außerdem stellt er die Pioniernutzungen vor: Erdgeschossflächen, die schon während der Planungs- und Bauphase belebt werden und so erproben, was das künftige Quartier ausmachen soll. Das Heft ist Dokumentation und Programmschrift zugleich: Leerstand wird hier als Ressource verstanden.

 

Modellprojekt_Haus_der_Statistik_2

 

Haus der Statistik 2
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Modellprojekt Haus der Statistik, Band 2: Das integrierte Werkstattverfahren
Koop5, Redaktion L.I.S.T. GmbH und BSM mbH / ZK/U Press, Berlin 2020

Statt eines klassischen Wettbewerbs, in dem Büros anonym gegeneinander antreten, wurde der städtebauliche Entwurf für das Quartier am Haus der Statistik von September 2018 bis Februar 2019 in einem offenen, diskursiven Verfahren erarbeitet. Drei Planungsteams entwickelten ihre Entwürfe im ständigen Austausch mit den Kooperationspartnerinnen, mit Fachleuten und mit der Stadtgesellschaft. Die Aufgabenstellung wurde dabei laufend präzisiert.

Das Heft erklärt die Struktur des Verfahrens und stellt in einem Glossar die Formate vor, vom Café Statistik und dem wöchentlichen PlanTisch über Planungslabore und Kolloquien bis zu ausgelosten Bürgerinnen-Delegierten im Gutachtergremium. Anschließend dokumentiert es die drei Entwürfe mit ihren Bewertungen und Überarbeitungen. Dass im geplanten Abschlusskolloquium bewusst keine Entscheidung fiel, sondern nachgearbeitet wurde, gehört zu den aufschlussreichsten Momenten. Am Ende einigten sich alle im Konsens auf den Entwurf von Teleinternetcafe und Treibhaus Landschaftsarchitekten mit seinen „Stadtzimmern“ und „Kieznischen“. Das Heft ist ein Werkzeugkasten für Beteiligung, die über Anhörung hinausgeht und tatsächlich mitentscheidet.

 

Modellprojekt_Haus_der_Statistik_3

 

Haus der Statistik 3
im Buch blättern oder
download als pdf

 

Modellprojekt Haus der Statistik, Band 3: Pioniernutzung
Koop5, Redaktion ZUsammenKUNFT Berlin eG (Kim Gundlach) / ZK/U Press, Berlin 2021

„Aus Mitwirken wird Mitmachen“: Seit Sommer 2019 werden die Erdgeschosse der leerstehenden Bestandsgebäude am Haus der Statistik an Akteurinnen aus Kunst, Kultur, Bildung, Sozialem und Nachbarschaft vergeben, noch während ringsum saniert und geplant wird. Anders als eine Zwischennutzung, die irgendwann wieder weichen muss, soll diese Pioniernutzung erproben, was sich später dauerhaft im Quartier etablieren soll.

Das Heft zeigt, wie das organisatorisch funktioniert: minimaler Ausbaustandard, Selbstausbau durch die Nutzerinnen, rund 3 Euro pro Quadratmeter, ein Vergabegremium mit Leitbild, ein selbstverwaltetes Plenum und ein Rat der Nutzenden. Anschließend stellt es die Pioniernutzer*innen in sechs thematischen Clustern vor, von Gemeinschaftsgarten und Fermentierkollektiv über Materialmarkt, Theater, Kino und Chor bis zu Straßensozialarbeit und Freifunk. Deutlich wird auch, wie die Erfahrungen vor Ort direkt in die Bedarfsplanung für das künftige Quartier einfließen. Zum Schluss geht es um „die Lücke“: Wenn die Sanierung beginnt, fallen viele Flächen weg, und die Frage ist, wie die Gemeinschaft die Bauzeit überbrücken kann.

 

↑ Zum Seitenanfang springen