BioLab - Biotubes
Das BioLab gab mit der Ausstellung Biotubes Einblicke in die aktuelle Forschung von Hannah Kannenberg, Johann Bauerfeind und Dr. Falko Matthes zu dreidimensional wachsenden Biomaterialien und Strukturen aus natürlichen Biopolymeren. Dabei entwickelte das Team eine additive Formgebungsmethode, um Biomaterial produzierende Mikroorganismen direkt in Produktform heranwachsen zu lassen. Durch das eigens entwickelte, innovative Verfahren entstehen im 3D-Drucker stabile, hohle Röhrensysteme aus Hydrogelen mit komplexen Geometrien. Diese aus natürlichen Biopolymeren bestehenden Biotubes können als Mini-Habitate für verschiedene Organismen, wie Pilzen oder Algen, dienen. Die Organismen werden auf die Oberfläche der Hydrogel-Struktur aufgebracht und bewachsen diese vollständig. Versorgt werden die Organismen mit flüssigen Nährstoffen, die durch die hohlen Strukturen direkt zu den Organismen auf der Oberfläche geleitet werden. Durch die Variation der Medien kann Einfluss auf das Wachstum, die Materialeigenschaften und -fähigkeiten sowie die Ästhetik, Farbgebung oder Musterung des Materials genommen werden. Das Hydrogel, das als Trägermaterial fungierte, kann später aus dem fertig gewachsenen Material/Produkt wieder herausgelöst werden. Das eröffnet neue Möglichkeiten in der Gestaltung lebender Materialien.
Eine große Freiheit in der Formgebung der Hydrogel-Habitate ergibt sich aus dem entwickelten 3D-Druck-Verfahren im Gelbett, das einen non-planarer Druck genau so ermöglicht, wie den Verzicht auf Stützstrukturen im Druckprozess. Die Biotubes können entweder in einem Stück gedruckt oder mittels Schlaufen aus mehreren zweidimensionalen Teilen zu einer räumlichen Struktur zusammengefügt werden. Auf diese Art und Weise entfernt sich die Forschung vom zweidimensionalen Wachstum der Organismen in der klassischen Petrischale und öffnet ein neues Experimentierfeld für gewachsene Produkte.
SustainLab - measuring footprints
Die SustainLab Ausstellung in der Materialbibliothek der BURG zeigte die Forschung zum Produktlebenszyklus von Schuhen. Bereits nach kurzer Nutzung erfahren Schuhe oft wenig Wertschätzung und spiegeln somit die Norm des globalisierten Konsumverhaltens und einen problematischen Umgang mit Materialien wider. Die gegenwärtigen Wirtschaftssysteme sind auf unendliches Wachstum ausgelegt und führen zu einer übermäßigen Ausbeutung von Ressourcen, was die Umwelt stark belastet und die planetaren Grenzen überschreitet. Trotz der Begriffe wie Zirkularität und Recycling bleibt der Großteil der Produktion linear und endet oft in Deponien oder Verbrennungsanlagen. Das SustainLab stellt das Problem nach intensiver Datenrecherche grafisch dar und exploriert Szenarien- und Strategieentwicklung mithilfe von Materialexperimenten. Auf Grundlage der systemischen Analyse werden wünschenswerte Szenarien für alternative Produktionsweisen und Konsummöglichkeiten von Schuhen entwickelt.
XLab - in Motion
Das XLab schafft, öffnet und erweitert Möglichkeitsräume zur Arbeit mit Robotik in gestalterischen und künstlerischen Kontexten. So wurden in der Digitalen Werkstatt der BURG bisherige Forschungsarbeiten durch eine robotische Lichtinstallation in Szene gesetzt.