Die Ausstellung „Taking Space – Politische Dimensionen des Textildesigns“ zeigt in der Burg Galerie im Volkspark vom 14. Oktober bis 8. November 2026 künstlerische Positionen von Studierenden und Absolvent*innen der Studienrichtung Textildesign.

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Die Ausstellung „Taking Space – Politische Dimensionen des Textildesigns“ zeigt in der Burg Galerie im Volkspark vom 14. Oktober bis 8. November 2026 künstlerische Positionen von Studierenden und Absolvent*innen der Studienrichtung Textildesign.
Unsere Welt wird politischer wahrgenommen. Kriege, Klimawandel und ein zunehmender Rechtsruck prägen die Gegenwart. Die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen unserer Zeit stellen auch das Design vor die Frage, welche Verantwortung es übernehmen und welche Positionen es sichtbar machen kann. Die Ausstellung Taking Space – Politische Dimensionen des Textildesigns in der Burg Galerie im Volkspark widmet sich diesen Fragen aus der Perspektive des Textildesigns. Vom 14. Oktober bis 8. November 2026 zeigt sie unterschiedliche Abschluss- und Semesterarbeiten von Studierenden der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Die gezeigten Projekte setzen sich mit Klimakrise, Misogynie, globalen Hierarchien und Machtverhältnissen auseinander. Sie erproben experimentelle Materialien und nachhaltige Prozesse, hinterfragen bestehende Strukturen und übersetzen gesellschaftliche Beobachtungen in eine eigenständige textile Sprache. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Nachhaltigkeit, globalen Machtverhältnissen und der gesellschaftlichen Positionierung des Textildesigns: Wie lassen sich Gestaltungsprozesse nachhaltig und zukunftsfähig entwickeln? Wie kann Textildesign respektvoller im globalen Kontext agieren? Und wie lässt sich eine traditionell weiblich konnotierte Disziplin innerhalb der Hierarchien des Designs stärken?
Durch die Verkreuzung und Verschlingung von Fäden bildet das Textil immer einen Raum, so klein er auch sein mag. Jeder Stoff bietet aber auch Raum für Erzählungen, für politische Aushandlungen, für Symbole und für seine Herkunft. Kulturelle Einordnungen, gesellschaftliche Veränderungen und Anforderungen an die Nachhaltigkeit schwingen im Prozess des Textildesigns, des Kontextualisierens von Stoffen, immer mit. Dabei verstehen sich die Arbeiten nicht zwangsläufig als konkrete Lösungen. Vielmehr formulieren sie textile Statements, stellen Fragen und eröffnen Räume für Diskussion. Die zentrale Idee der Ausstellung ist es, zu aktuellen Entwicklungen Stellung zu beziehen, in einer eigenen Sprache und mit eigenen Bildern. Das Material selbst wird dabei zum Ausdrucksmittel: Die Stoffe nehmen durch ihre schwebende Installation Raum ein und treten miteinander in Beziehung.
Die Ausstellung zeigt Textildesign damit als eine Disziplin, die gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur abbildet, sondern sie beobachtet, hinterfragt und aktiv mitgestaltet.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Prof. Bettina Göttke-Krogmann unter Mitarbeit von Juliane Schmidt und Nina Hildebrandt. Die Ausstellung versammelt unter anderem folgende Arbeiten:
Quadrologue
Das EU-geförderte Projekt „Reviving Uzbekistan’s and Tajikistan’s Sustainable Ikat and Silk Production in Uzbekistan and Tajikistan“ (RUTSIS) fördert den Austausch von textilem und kulturellem Wissen in Usbekistan und Tadschikistan und verbindet textiles Erbe mit zeitgenössischem Design. Gemeinsam mit usbekischen und tadschikischen Designerinnen sowie Studierenden des Mode- und Textildesigns der BURG entstand die Kollektion Quadrologues. Sie zeigt das Potenzial von Ikat für die zeitgenössische Mode und verbindet interkulturelle Zusammenarbeit mit nachhaltigem Design.
Katharina Lutat
Digitalität ist aus der Textilproduktion längst nicht mehr wegzudenken. Dennoch ist wenig bekannt, welche Rolle Frauen als Wegbereiterinnen digitaler Technologien gespielt haben. Katharina Lutat widmet sich diesen Biografien und übersetzt Persönlichkeit und Anliegen in abstrakte Strickarbeiten. Taktilität wird dabei zum zentralen Ausdrucksmittel: Die Geschichten werden greifbar, wollen betastet, berührt und entdeckt werden. Berühren bedeutet, in Kontakt zu treten.
Vera Bracklo
Inspiration aus anderen Kulturkreisen spielt im Textil eine wichtige Rolle, wobei Herkunft und Bedeutung von Mustern und Techniken historisch häufig unbeachtet blieben. Vera Bracklo setzt sich in ihrem Projekt Coded Threads bewusst mit dem Thema der kulturellen Aneignung auseinander und sucht einen anderen Weg. In engem Austausch mit einer japanischen Weberei entwickelte sie ihre Arbeit und gibt dabei einem Nebenprodukt der Kasuri-Fertigung – einem zum Abbinden beim Färben verwendeten Garn – eine neue Form. Die in Halle (Saale) entwickelten Muster wurden anschließend in Japan gewebt. So schließt sich ein interkultureller und materieller Kreislauf.
Cornelia Buchheim
In Auseinandersetzung mit der Region Bitterfeld-Wolfen entstand eine Serie von Jacquardgeweben, die Motive der Industriekultur und Umweltverschmutzung in eine Reihe „bizarrer Kunstseiden“ verarbeitet. Die im 18. Jahrhundert entstandene fantastische Formsprache dieser Musterart beruhte auf einem Missverständnis der Mustersprache ostasiatischer Kulturen. Aus der Perspektive des Jahres 2094 erscheint auch unsere Gegenwart in ähnlich bizarrer Weise. Die Stoffe thematisieren sowohl das Missverstehen anderer Kulturkreise als auch das Thema Umweltverschmutzung.
Nena Ellermann
Kollaboratives Entwerfen ist nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Mensch und anderen Lebewesen möglich. Nena Ellermann begab sich in einen kreativen Austausch mit dem Bakterium Janthinobacterium lividum, das sie zunächst zur farbigen Musterung von Textilien einsetzte. Aus dieser anfänglichen Nutzung des Bakteriums entwickelte sich eine eigenständige Form der Zusammenarbeit. Die Arbeit zeigt, wie ein neues Denken über Materialien zu einem sorgfältigeren und respektvolleren Umgang mit unseren Ressourcen führen kann.
Andrew Moussa/Nina Hildebrandt
Wie selbstverständlich ist es, im Alltag auf der Straße in der eigenen Sprache zu telefonieren? Andrew Moussa bemerkte, dass er dabei auf Arabisch nur sehr leise sprach. Aus dieser persönlichen Erfahrung entstand ein Text, den Nina Hildebrandt in Gestrick übersetzte und den beide gemeinsam in Druckstoffe übertrugen.
Die Arbeiten spielen mit der Lesbarkeit: Arabische Schrift wird zusätzlich durch Auflösen, Aufribbeln und erneutes Stricken fragmentiert. Dennoch wird sie verständlich, wenn man um die dahinterliegende Geschichte weiß. Die Arbeit zeigt, wie Textilien durch Codierung auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen können.
Stella Höllerer
Stella Höllerer untersucht in ihrem Projekt das Potenzial von Wolle für das Wohnen. Durch ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, trägt Wolle zu einem ausgeglichenen Raumklima bei und wirkt zugleich schallabsorbierend. In Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten entwickelte Höllerer Flächenvorhänge, die unterschiedliche textile Verfahren wie Filzen und Wirken verbinden. Als nachwachsender Rohstoff, der als Monomaterial gut recycelbar ist und durch seine langlebige Anmutung eine lange Nutzung verspricht, zeigt Wolle hier Wege zu einem ressourcenschonenderen Wohnen.
Elisa Bannasch, Hannah Bentz/Pauline Saul, Vera Bracklo, Cornelia Buchheim, Kim Cordes/Anna Gronemeyer/Lilian Malich, Julia Dichte, Nena Ellermann, Nari Haase, Andrew Moussa/Nina Hildebrandt, Stella Höllerer, Paula Holzhauser, Lily Lauble, Kai-Chiang Lin, Laura Linsig, Katharina Lutat, Therese Mieth, Greta Mutze, Olivia Pohl, Johanna Rogalla/Teresa Linhard, Greta Ruppert, Juliane Schmidt, Joy Weinberger/Vanessa Opoku, das Projekt Quadrologue mit Leah Frey/Karla Huff/Nigora Nasimova/Zukhra Erkinalieva, Franziska Bauer/Paula Holzhauser/ Adiba Dusmatova/Asalkhon Agzamova, Lena Giering/Carolin Seckel/Zamira Rashidova/Rimma Sabirdjanova, Greta Ruppert/ Miriam Hantzko/Zarina Tursunova
Mittwoch, 13. Oktober 2026, 18 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Ausstellung
Prof. Dr. Yuka Oyama, Prorektorin der BURG und Professorin für Plastik/Schmuck
Prof. Bettina Göttke-Krogmann, Professorin für Textildesign
Ausstellungsdauer: 14. Oktober bis 8. November 2026
Eröffnung: Dienstag, 13. Oktober 2026, 18 Uhr
Presserundgang: Dienstag, 13. Oktober 2026, 11 Uhr
Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Ausstellungsgestaltung: Prof. Bettina Göttke-Krogmann
Grafik: Arne Winter
Kuration: Die Ausstellung wurde kuratiert von Prof. Bettina Göttke-Krogmann unter Mitarbeit von Juliane Schmidt und Nina Hildebrandt.
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei.
Weitere Informationen: www.burg-halle.de/galerie
Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #BurgHalle und #TakingSpace
Samstag, 17. Oktober 2026, 15–19Uhr
Entangled times/Verstrickte Zeiten
Open Space für politischen Austausch und textiles Arbeiten jeglicher Art
Dienstag, 20. Oktober 2026, 18 Uhr
Mode ist das Meme. Postdigitale Styles zwischen Affekt und Industrie 4.0
Vortrag von Prof. Dr. Elke Gaugele (Akademie der bildenden Künste Wien) im Rahmen des Jour Fixe der BURG
Ort: Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale), Villa
Samstag, 24. Oktober 2026, 15–19 Uhr
Entangled times/Verstrickte Zeiten
Open Space für politischen Austausch und textiles Arbeiten jeglicher Art
Donnerstag, 29. Oktober 2026, 17 Uhr
Oral History und Situated Knowledge als feministische Wissensproduktion
Vortrag von Bahar Oghalai (Berlin)
Ort: Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt
In Kooperation mit der Kunststiftung und der korrespondierenden Ausstellung Meine liebste Otte!
Samstag, 31. Oktober 2026, 15–19 Uhr
Entangled times/Verstrickte Zeiten
Open Space für politischen Austausch und textiles Arbeiten jeglicher Art
Sonntag, 1. November 2026, 15 Uhr
Taking Space
Ausgewählte Projekte der Ausstellung werden im PechaKucha-Format vorgestellt. Im Anschluss Diskussion
Freitag und Samstag, 6./7. November 2026, 10–18 Uhr
Claiming Space.
Symposium als Forum für Vernetzung
Ort: Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale), Villa
Aktuelles Programm über: www.burg-halle.de/claiming-space
Sonntag, 18. & 25. Oktober 2026, jeweils 15 Uhr
Führung mit Studierenden der kunstpädagogischen Studiengänge sowie des Masterstudiengangs Kunstwissenschaften.
Dienstag, 20. Oktober 2026 & Sonntag, 8. November 2026, jeweils 15 Uhr
Kuratorinnenführung durch die Ausstellung.
Meine liebste Otte! – Eine Hommage an die Bauhaus-Weberin und Burg-Lehrerin Benita Koch-Otte
Die Ausstellung zeigt zeitgenössische Positionen zu Benita Koch-Otte (1892–1976), die Studentin am Bauhaus Weimar war und von 1925 bis 1933 die Textilklasse an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle geleitet hat. Als Teil der Ausstellung zeigt das Textildesign der BURG die Ergebnisse des Projektes, in dem sich die Studierenden mit einem sehr persönlichen Zugang dem Menschen Benita Koch-Otte angenähert haben.
Ausstellungdauer: 27. September bis 6. Dezember 2026
Eröffnung: Samstag, 26. September 2026, 15 Uhr
Ort: Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Neuwerk 11, 06108 Halle
SOFT SYNTHETICS. Das Sanfte des Synthetischen
Launch des Magazins „Stoff.-Magazin für Material und Kunst“ von Paulina Schulze und Cecilia Uckert, Burg-Studentinnen der Kunstwissenschaften mit einer begleitenden Ausstellung, u.a. mit Arbeiten von Textildesign-Studierenden
Ausstellungdauer: 11. bis 18.Oktober 2026
Eröffnung: Sonntag, 11. Oktober 2026, 15 Uhr
Ort: das Bedürfnis e.V., Merseburger Str. 138, 06110 Halle (Saale)
Verwobene Linien. Johanna Schütz-Wolf
Die Retrospektive präsentiert eine emanzipierte und eigenständige Künstlerin und Wegbereiterin der Moderne aus Halle (Saale) in ihren zahlreichen Facetten. Johanna Schütz-Wolf (1896–1965) leitete vor Benita Koch-Otte die Textilklasse an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Ausstellungdauer: 27. November 2026 bis 21. Februar 2027
Eröffnung: Donnerstag, 27. November 2026
Ort: Kunstmuseum Moritzburg, Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale)














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14. Oktober bis 8. November 2026
Dienstag, 13. Oktober 2026, 18 Uhr
Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Die Ausstellung wurde kuratiert von Prof. Bettina Göttke-Krogmann unter Mitarbeit von Juliane Schmidt und Nina Hildebrandt.
Der Eintritt ist kostenfrei.