Ausstellung

Die mit dem Gustav-Weidanz-Preis ausgezeichnete Künstlerin Maria Gerbaulet stellt im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) aus

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Die Ausstellung „Maria Gerbaulet. Gustav-Weidanz-Preis 2025“ ist vom 16. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027 zu sehen. Der Gustav-Weidanz-Preis der BURG wurde 2025 vergeben.

Die Preisträgerin des Gustav-Weidanz-Preises für Plastik, Maria Gerbaulet (*1994) zeigt vom 16. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027 ihre Arbeiten in einer Ausstellung unter dem Titel Maria Gerbaulet. Gustav-Weidanz-Preis 2025 im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Der Gustav-Weidanz-Preis der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wird an junge Bildhauer*innen verliehen. 2025 wählte die Jury Maria Gerbaulet aus insgesamt 97 Einsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet als Gewinnerin aus. Die Künstlerin beschäftigt sich in ihrem skulpturalen Schaffen insbesondere mit Basismaterialien wie Ton, Wachs, Holzstaub, Wolle und Asche. Dabei entbindet sie diesen Materialien ihre ursprünglichen funktionalen Kontexte und unterzieht sie sensiblen Untersuchungen. Ihr Interesse liegt dabei darin, die Beständigkeit und Stabilität unserer Umgebung und von uns selbst zu hinterfragen und Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit als mächtige Strukturen aufzuzeigen. 
Maria Gerbaulets Materialversuche schwanken in ihrer Gestalt zwischen körperlichen Strukturen und technischen Systemen. Sie umgibt ihre Objekte mit Halterungen, die an medizinische Interventionen zur Heilung von Rissen und Frakturen erinnern. Diese Fixierungen aus Metall, Schrauben und Winkeln sind sowohl als Notwendigkeit für die Form, als auch als Halt von Zerbrechlichem erkennbar. Die hohe Sensibilität ihrer Materialuntersuchungen fordert unsere Aufmerksamkeit und Empathie heraus und steht in Widerspruch mit vereinfachten und verrohten Weltbildern und -realitäten.

In der Ausstellung steht die großformatige ortsbezogene Installation Rachen (2026) der Weidanz-Preisträgerin im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ganz im Zeichen dieser künstlerischen Leitlinie. Mithilfe einer großen textil anmutenden Fläche verschiebt sie den Fokus im Ausstellungsraum von der Horizontalen zur Vertikalen. Der hohe Lichtschacht des Ausstellungsraumes, der normalerweise in der Raumwahrnehmung stark zurücktritt, rückt durch Gerbaulets Intervention ins Zentrum.

Im Zusammenspiel der statischen Architektur des Ausstellungsraumes mit langen Bahnen aus Gerüstnetz und Latex-Bindemittel erzeugt die Künstlerin einen Moment zwischen Stabilität und Instabilität. Diesen Moment sowie Fragen nach Intaktheit und Versehrtheit greift Gerbaulet auch im Material selbst auf. Das herkömmliche Baustellenmaterial wird zu einer hautähnlichen und verletzlichen neuen Oberfläche im Raum. Im Zusammenspiel von natürlichem und künstlichem Ausstellungslicht mit dem leichten Schimmer, der vom Material ausgeht, entsteht eine besondere visuelle Spannung.

Gustav-Weidanz-Preis für Plastik
Der Gustav-Weidanz-Preis wird seit 1975 von der BURG turnusmäßig vergeben und zählt bundesweit zu den wichtigsten Nachwuchsförderpreisen für Bildhauer*innen. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und wird zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 15. Oktober 2026, im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) an die Künstlerin vergeben. Zusätzlich umfasst der Preis neben der Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) auch eine Fotodokumentation. 

Der Gustav-Weidanz-Preis für Plastik wird gemäß der testamentarischen Verfügung des halleschen Bildhauers und langjährig an der BURG tätigen Hochschullehrers Gustav Weidanz (1889–1970) seit 1975 vergeben. Die Auszeichnung dient der Förderung junger Bildhauer*innen, die nicht älter als 35 Jahre sind und ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Preisträgerin Maria Gerbaulet
Maria Gerbaulet, geboren 1994 in Sassenberg, Nordrhein-Westfalen, begann ihre Laufbahn im Bereich Architektur und Innenarchitektur. Nach einem Abschluss in Spatial Strategies wandte sie sich der Freien Kunst zu und studierte Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel sowie für ein Auslandssemester an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Im vergangenen Jahr beendete sie ihr Studium. Ihre künstlerische Arbeit wurde bereits mehrfach prämiert – unter anderem mit dem 27. Bundespreis für Kunststudierende und zuletzt dem Förderpreis Kultur.


Begleitprogramm

Vernissage und Preisverleihung
Donnerstag, 15. Oktober 2026, 18 Uhr

Begrüßung von Thomas Bauer-Friedrich, Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)
Grußwort von Dr. Sven Seeger, Vorstandsvorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Preisübergabe von Prof. Dr. Yuka Oyama, Prorektorin und Professorin für Plastik/Schmuck im Fachbereich Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle 
Laudatio von Prof. Isa Melsheimer, Professorin für Keramik im Studiengang Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel
Künstlerinnengespräch zwischen Maria Gerbaulet und Dr. Katharina Rüppell, Referatsleiterin Sammlung Malerei und Plastik des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), Kuratorin der Ausstellung 

Öffentliche Führungen
Donnerstag, 12. November, 12.30 bis 13 Uhr
KunstGenuss – Kurzführung mit der Kuratorin Dr. Katharina Rüppell
Eintritt: 3 Euro

 

Ausstellung Maria Gerbaulet. Gustav-Weidanz-Preis 2025
Ausstellungsdauer: 16. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Preisvergabe und Vernissage: Donnerstag, 15. Oktober 2026, 18 Uhr 
Kuratorin: Dr. Katharina Rüppell
Ort: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Dienstag, 10 bis 18 Uhr
Eintritt:. 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, für Burg-Studierende Eintritt frei. 
Kooperationspartner*in: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Förderer: Freundes- und Förderkreis der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Saalesparkasse
Weitere Informationen: www.kunstmuseum-moritzburg.de