Lehrangebot

3D — Dirty hands, digital tools, 12. SW Wintersemester 26-27

Einführung in den keramischen 3D-Druck mit pastösen Materialien

"The code relies on the material to bring it to life." (Scott, 2020, S. 36) So beschreibt die Künstlerin und Autorin Stacy Jo Scott die Beziehung zwischen Material und digitaler Fertigung. Diese Woche gehen wir diesem Zusammenspiel gemeinsam mit den Designer*innen Joana Schmitz und Laurin Kilbert am Beispiel des Keramik-3D-Drucks praktisch nach.

Ausgangspunkt sind analoge, handgeführte Extrusionsversuche mit umfunktionierten Werkzeugen wie Spritzen und Handpressen, um herauszufinden, was das selbst angemischte Material von uns benötigt. Was bedeutet es, mit dem Material zu arbeiten, und was bedeutet es, gegen das Material zu arbeiten? In den Extremen dieser Erfahrung wird das Verhältnis von Material und Werkzeug deutlich, aus dem sich erste Logiken für den 3D-Druck erkennen lassen.

Von diesen analogen Erfahrungen ausgehend übertragen wir das Gelernte auf digitale Extrusionssysteme, den Keramik-3D-Drucker. Dabei untersuchen wir einzelne Parameter wie Material, Geschwindigkeit, Viskosität und Schichthöhe, um zu verstehen, wie jeder Faktor die Eigenschaften des gedruckten Objekts beeinflusst. Was geschieht, wenn ein lebendiges Material, das eigenen physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgt, auf einen exakt vorherbestimmten, codierten Werkzeugpfad trifft?

„The machine is us, our processes, an aspect of our embodiment“ (Haraway, 1991, S.180), schreibt Donna Haraway in ihrem Cyborg Manifesto. Der Workshop nimmt diese Verflechtung zum Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie Körper, Maschine, Code und Material sich im Herstellungsprozess gegenseitig beeinflussen. Statt die Grenze zwischen Digitalem und Analogem als fest zu begreifen, wird erfahrbar, wie sie durch Materialverhalten, technische Parameter und verkörperte Praxis immer wieder neu ausgehandelt wird. Aus den dokumentierten Experimenten entsteht eine gemeinsame Sammlung, die am Ende der Woche in einer Präsentation zusammengeführt wird.

Maximalzahl Teilnehmende: 24