Weil Design an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft operiert, ist es für Designer:innen unerlässlich, diese Bereiche zusammendenken. Forschungsansätze, die genau diese Schnittstelle adressieren, bieten hierfür gute Ansatzpunkte und produktive Werkzeuge. Viele davon finden sich unter dem Sammelbegriff Science & Technology Studies – auf Deutsch: Wissenschafts- und Technikforschung, oder kurz STS – wieder.
Vertreter:innen der Science & Technologie Studies untersuchen, wie wissenschaftliches Wissen zustande kommt und wie Wissenschaft und Technik in die Gesellschaft eingebettet sind. Sie setzen sich dabei kritisch mit den Auswirkungen und Folgen technologischer Entwicklungen auseinander, machen auf Diskriminierungsrisiken und Bias aufmerksam und beforschen die Gründe für den ungleichen Zugang zu Wissen und Ressourcen. In ihren Studien relativieren sie universelle Wahrheits- und Objektivitätsansprüche und räumen mit dem Mythos des genialen Einzelerfinders auf. Stattdessen rücken sie kollektive Prozesse, Infrastrukturen und die Verwobenheit menschlicher und nicht-menschlicher Akteure in den Fokus. Dabei werden grundlegende modernistische Trennungen in Frage gestellt – etwa die zwischen Natur und Kultur oder zwischen Technik und Gesellschaft.
Das Seminar bietet eine Einführung in die Wissenschafts- und Technikforschung, die seit den 1980er Jahren als eigenständiges Forschungsfeld unter dem Kürzel STS firmiert. Anhand ausgewählter Schlüsseltexte werden zentrale theoretische Ansätze vorgestellt und diskutiert – darunter die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT), das Konzept der situierten Wissensproduktion sowie Ansätze zur sozialen Konstruktion von Technologie. Anhand konkreter Beispiele aus Designpraxis und Alltagskultur untersuchen wir, wie Wissenschaft und Technik in gesellschaftliche Kontexte eingebettet sind und welche Herausforderungen und Potentiale sich daraus für das Entwerfen ergeben.
Das Seminar ist ein Lektürekurs und dient unter anderem dazu, den kritischen Umgang mit wissenschaftlichen Texten einzuüben. Die Bereitschaft, sich mit anspruchsvolleren Texten, auch in englischer Sprache, auseinanderzusetzen wird voraussetzt.
Lern- und Qualifikationsziele BA und MA: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen, werden vorzugsweise Gruppenpräsentationen in Referatsform (oder vergleichbar


















