Lehrangebot “Bewegtbild / Dokumentarfilm”
Ich erforsche meine Umgebung durch die Linse meiner Kamera. Ich begegne Orten und Menschen – zunächst beiläufig, im Vorbeigehen, beim Spazieren, zufällig. Manchmal hat mich auch etwas hingezogen, ohne dass ich genau weiß warum.
In diesem Wahlfach erkunden wir dokumentarisches Arbeiten durch Annäherung und Experiment – Text, Sound und Bild als Zusammenspiel. Wir fragen: Wie möchte ich dokumentieren? Warum? Durch wen? Und welche Position nehme ich dabei ein? In fünf Praxistagen à 7 Stunden entwickeln wir gemeinsam kleine dokumentarische Miniaturen, die ihre Form erst in der Begegnung mit Menschen, Orten und anderen Akteuren finden.
Das Seminar richtet sich an alle, die Lust haben, grundlegende Techniken des Filmens und Sound-Aufnehmens auszuprobieren – neugierig, offen, ohne fertige Antworten. Vorkenntnisse im Film sind nicht erforderlich, nur ein Aufnahmegerät (Handy reicht) und die Bereitschaft, im Nicht-Wissen anzufangen.
Ginan Seidl ist Künstlerin und Filmemacherin deutsch-irakischer Herkunft, die an der Schnittstelle von Dokumentarischem und Fiktion in Film und mehrkanaligen Videoinstallationen arbeitet – geleitet von einer Neugier auf poetische Zugänge zu dokumentarischem Material und dem Wunsch, von vielfältigen Perspektiven und Kosmovisionen zu lernen. Ihre Arbeiten wurden u.a. bei Forum Expanded (Berlinale), Visions du Réel und CPH:DOX gezeigt; 2024 wurde sie mit einem Sonderpreis für Bildende Kunst bei den Filmkunsttagen Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Als Mitglied des FILZ-Kollektivs und Mitkuratorin des Medienfestivals paradoks in Leipzig schätzt sie kollaborative Prozesse sehr – derzeit promoviert sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).












