Lehrangebot

How We Rhythm Worlds: Experimentelle Forschungspraktiken in der Design Anthropology

Dieses Kompaktseminar bewegt sich an der Schnittstelle von Design, Forschung und ästhetischer Praxis. Es untersucht Rhythmus als soziale, verkörperte und relationale Praxis. Ausgangspunkt ist nicht Rhythmus als festes Maß oder abstrakte Struktur, sondern „Rhythming": ein experimenteller Zugang, der danach fragt, wie Rhythmus in konkreten Situationen entsteht – durch Körper, Klänge, Bewegungen, Techniken und Umgebungen.

Rhythmus wird hier als etwas verstanden, das Zeit und Raum ordnet – und dabei Körper in Zeit und Raum positioniert. Rhythmen sind kontingent: Sie verändern sich je nach kulturellem Kontext, historischen Bedingungen und alltäglichen Praktiken. Das Seminar fragt, wie rhythmische Systeme unseren Alltag strukturieren, wie sie sinnlich erfahren werden und wie sie kritisch befragt oder neu entworfen werden können.

Ein zentraler Fokus liegt auf Sound und Hören. Rhythmus wird über das Gehörte, Gefühlte, Gesprochene oder Visualisierte erforscht. Listening, Sensing und Making sind dabei keine Ergänzungen zur Theorie, sondern zentrale Forschungspraktiken. Rhythmus erscheint als vielschichtig, mehrspurig, manchmal nicht-linear – als Dichte, Textur, Groove oder Break.

Das Seminar verbindet Design, Anthropology, Sound Studies, künstlerische Praxis und ethnografische Methoden. In Soundwalks, Sensory Ethnography, Theoriediskussion und praktischen Experimenten (z. B. mit Klang, Zeichnung, Montage, Bewegung oder Notation) arbeiten die Studierenden entlang selbst gewählter Projekte mit ästhetischen und forschenden Verfahren, um Rhythmus als relationale Erfahrung und als Gestaltungsfrage zu untersuchen.

Literatur (zur Vorbereitung):

Vergara, F. (2025). The anthropology of rhythm. A comparative study of how anthropologists have approached rhythm since the 19th century until today. Anthropological Theory. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/14634996251395966

Maier, Carla J., and Melissa van Drie. 2021. Rhythming: a Manifesto. Sound Studies 7(2): 190–204. https://doi.org/10.1080/20551940.2021.1939231
 

Lern- und Qualifikationsziele BA und MA: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen, werden vorzugsweise Gruppenpräsentationen in Referatsform (oder vergleichbar) erwartet. Eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit kann nach Absprache erarbeitet werden. Sie umfasst in der Regel ein Volumen von bis zu 10 Seiten.

Lern- und Qualifikationsziele MA Design Studies: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen werden neben der verpflichtenden Präsentation in Referatsform (oder vergleichbar) eine zusätzliche, schriftliche Hausarbeit erwartet. Sie umfasst in der Regel ein Volumen von bis zu 20 Seiten.