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Transformator 100 Jahre Transformation Umnutzung von drei Transformatorenhäusern in der Hallenser Innenstadt
Hintergrund Der Stadtbaumeister Wilhelm Jost hat in der Zeit von 1912 bis 1939 in Halle gewirkt und hat neben dem Rathaus und dem Stadtbad eine Vielzahl von stadtbildprägenden Spuren hinterlassen. Neben repräsentativen Bauten sind in dieser Zeit auch bedeutende Infrastrukturbauwerke entstanden. Die Elektrifizierung der Haushalte und der Ausbau der Straßenbahn haben einen ganz neuen Layer in die Stadt gebracht – das öffentliche Stromnetz. Um die hohen Spannungen zu transformieren und in den Quartieren zu verteilen, waren Transformatoren nötig. Auch vor 100 Jahren waren technische Neuerungen nicht automatisch herzlich willkommen. Um die neue Technik nahbar und erfahrbar zu gestalten, wurden die Transformatorenhäuser als „Stadtmöbel“ gestaltet und durch öffentliche Toiletten, Kioske oder Tankstellen ergänzt. Knapp 100 Jahre später – also heute – sind wir in einer vergleichbaren Situation. Wir sprechen über die Transformation von Energieversorgung, Ernährung, Verkehr und des öffentlichen Raums, über die Bauwende und gesellschaftliche Teilhabe und brauchen Orte, an denen wir diese Themen erleben, erfahren und kommunizieren können. Aufgabe Drei ausgewählte Transformatorenhäuser sollen in ihrem stadträumlichen Kontext analysiert, baugeschichtlich eingeordnet und durch Umnutzungskonzepte zu Transformationsorten der Gegenwart gemacht werden. Jeder dieser Orte hat ein sehr spezifisches Umfeld, welches nahezu selbstverständlich einen thematischen Schwerpunkt setzt. Ziel des Entwurfs ist es, einen öffentlichen Ort zu schaffen, der den Bestand wahrt und durch eine bauliche Ergänzung zu neuer Bedeutung verhilft. Die Durchdringung der vorhandenen und neu entstehenden Räume ist dabei ebenso Thema wie die konstruktive Beschaffenheit der ergänzenden Bauten. Die Transformatorenhäuser sollen 100 Jahre nach ihrer Entstehung aufs Neue zu wichtigen Stadtbausteinen werden. An und in ihnen sollen die Themen der urbanen Transformation verhandelt, ausgestellt und erfahrbar gemacht werden. Sie sollen zu Inkubatoren für eine resiliente Stadt werden.
Denkmal zu verschenken Reaktivierung der alten Komturei in Buro Coswig | Sachsen-Anhalt
Hintergrund Wir beschäftigen uns mit einem über 700 Jahre alten Bauwerk, welches trotz seiner kulturell überragenden Bedeutung in den letzten Jahrzehnten nicht genutzt wurde. Erst vor wenigen Jahren ist der Bestand soweit gesichert worden, dass der schleichende Verfall gestoppt werden konnte. Herausforderung Da eine vollumfängliche und denkmalgerechte Sanierung unrealistisch ist, machen wir uns auf die Suche nach einem alternativen Umgang mit dem Bestand: Durch temporäre Nutzung und schrittweise Instandsetzung soll das Gebäude erhalten, aktiviert und behutsam in die Gegenwart überführt werden. Prozess Nach einer intensiven Analyse des Bestands wurden Strategien zur Re-Aktivierung des Hauses entwickelt. Ziel war es, Sanierungs- und Nutzungsszenarien zu entwerfen und damit ökonomische, soziale und kulturelle Impulse zu setzen. Die Herausforderung ist, die Qualitäten des historischen Bestands erfahrbar zu machen und darin einer zeitgenössischen Position zur Wirkung zu verhelfen.
Spiele und Brot - Reanimierung der "Bluebox" auf dem Schützenplatz in Zeitz
Hintergrund Ich soll zurückgebaut werden, stehe aber noch auf versiegelter Fläche zwischen den Quartieren auf der Achse zum Markt bis zur Moritzburg. Um mich herum ist gestaltete Leere. Vor mir war hier die imposante Fabrik Piano-Union mit Wohnungen und Geschäften drumherum. Es roch nach Arbeit und Brot. Das Fabrikgebäude und ein ganzer Straßenzug musste für ein neues Einkaufszentrum weichen, das nie gebaut wurde. Vor wenigen Jahren wurde ich als Infrastrukturbauwerk mit schönen Bänken und Blumeninseln errichtet. Die Stadt nennt das nun „Platz“. Die wenigen Nutzer der schönen Leere sind meist junge Menschen, viele mit Migrationshintergrund. Sie lachen, rauchen, spielen Ball, streiten manchmal und haben mich schon mit leeren Flaschen beworfen. Ich nehme es Ihnen nicht übel - Sie sind wenigstens da. Wer öffnet endlich meine Tore für Sie? Dann kommen Sie näher und Andere nach. Dann weht vielleicht wieder der Geruch von Brot und Spielen über den Platz. Aufgabe Die Bluebox in Zeitz soll mit wenigen Mitteln und unter Verwendung von Vorhandenem so gestaltet werden, das diverse ortsansässige Akteur*innen ihn als multiplen Raum für Kokreatives Arbeiten in Beschlag nehmen können. Dieses konzeptionelle Format ist interdisziplinär mit Studierenden der Kulturwissenschaften der Uni Leipzig und partizipativ mit Akteur*innen vor Ort zu entwickeln. Dafür sind Strategien der Kommunikation zu proben und die Fläche um den Baukörper (Platz), die Glasfassade (Laterne), die Treppe und die Einbaumöbel zu bearbeiten. Als fiktiver Nachbar eröffnet die Brotklappe Weimar einen Satelliten vis á vis auf dem Platz. Diese beiden Pioniere sollen den zu belebenden Platzraum definieren. In Zweiergruppen wird das Gesamtensemble entwickelt und in Einzelbearbeitungen der ZWürfel und die Brotklappe gestaltet. In der finalen Intensivwoche werden letztendlich temporär nutzbare Tisch-, Stau- oder Platzmöbel baulich umgesetzt.
Student project 3rd year
Faserland – oder 8mm und 100% Bio
Bei der Bewältigung der Klimakrise, spielt Holz eine herausragende Rolle als CO2-Speicher. In den Wachstumsphasen entnehmen die Bäume der Atmosphäre CO2 und speichern dieses bis zu ihrer Verrottung oder thermischen Verwertung. In der Architektur setzt sich daher Holz als Baumaterial mehr und mehr durch. Moderne Holzwerkstoffe waren und sind ein Segen für Möbel-Industrie und Handwerk. Vor der Erfindung dieser Werkstoffe musste man ordentliche Handstände vollführen, um das Quell- und Schwundverhalten von Massivhölzern in den Griff zu bekommen. Zudem können so Bäume in Gänze, also inkl. Strunk und Äste, verarbeitet werden. Ebenso können Althölzer als Ausgangsmaterial mitverwendet werden, es entsteht damit ein lang anhaltender Kreislauf. Das Ganze hatte bis jetzt nur einen Haken: man musste der Holzmasse Bindemittel beimischen. Diese werden zwar immer unbedenklicher, haben aber bis heute einen petrochemischen Ursprung. Die Firma Fundermax entwickelte es ein neuartiges Verfahren, bei dem das im Holz eingelagerte Lignin als Bindemittel mit Wasser und Hitze aktiviert wird. Dieser moderne Holzwerkstoff ist also zu 100% natürlich. Im Augenblick wird er nur in der Bauindustrie eingesetzt. Es gibt ihn nur in 8mm Stärke, aber die Biegesteifigkeit und Ausrissfestigkeit übertrifft die einer 19mm Verlegeplatte. Durch Erhitzen lässt sich das Material auch verformen. Die Funderplan Platte ist Ausgangsmaterial
Student project 3rd year
ReMake Science Halle
Endlich ein Schiff! Ein schwimmender Raum eröffnet eine ungewohnt spannende Facette der Innenarchitektur. Dabei geht nicht um eine Yacht und ein Kreuzfahrtschiff – sondern um ein Forschungsschiff mit wertvollem gesellschaftlichem Auftrag. Seit 2020 ist die MAKE SCIENCE HALLE als schwimmender Ort der Wissenschaftsvermittlung in Sachsen-Anhalt unterwegs: ein umgebautes Ausflugsschiff, das heute vor allem Wissen und die Freude daran transportiert. Getragen vom Verein SCIENCE2PUBLIC und unterstützt von Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes, macht es aktuelle Forschung für einen lebenswerten Planeten greifbar. Ob als Klimalabor, Mitmachküche, MakerLab, Klassenzimmer auf dem Wasser oder Open-Air-Kino – das Schiff zeigt, wie eng Wissenschaft mit unserem Alltag verbunden ist. Mit dem neuen SCIENCE CUBE als Kompetenzzentrum für Wissenschaftskommunikation und Transformation bietet sich nun die Gelegenheit, den physischen Raum des Schiffs neu zu denken. Im Sommersemester 2025 stellten sich Studierende der Innenarchitektur an der BURG GIEBICHENSTEIN KUNSTHOCHSCHULE HALLE im Projekt REMAKE SCIENCE HALLE die Frage: Wie kann der Raum so gestaltet werden, dass die Faszination für Wissenschaft nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar erfahrbar wird? Entstanden sind narrative Konzepte, die das Schiff in forschende Erlebnisorte verwandeln. Die Ergebnisse wurden am 12. und 13. Juli 2025 im Rahmen der Jahresausstellung der BURG präsentiert: fünf maßstabsgetreue Schiffsmodelle, ergänzt durch Möbelentwürfe, Forschungskomponenten, Farb- und Materialwelten sowie einen mobilen Algenreaktor. Vom 29. Oktober bis 2. November 2025 sind die Arbeiten noch einmal beim SILBERSALZ-Festival in Halle zu erleben.
Student project 3rd year
Neues Arbeiten in Hybriden Umnutzung eines Parkhauses zu lebenswerten organischen Arbeitswelten
Hintergrund Was ist selbstbestimmtes Arbeiten? Wie fördert das Arbeitsumfeld die organische Entwicklung einer Organisation mit Partizipation für alle Beteiligten, wenn hierarchische, bürokratisch geführte (oder konformistisch organisierte) und vorrangig leistungsorientierte Arbeitswelten uns erschöpfen und damit nicht mehr funktionieren, wenn die Fünf Tage-Woche nicht mehr mit unserer Vorstellungen vom Leben vereinbar ist, wenn das verpflichtende Homeoffice Lücken erzeugt hat, wenn wir uns wünschen, dass unsere gesellschaftlichen Fragen und Aufgaben zukünftig von Teilhabe, Fairness und Vertrauen statt von Druck, Macht und Habitus bestimmt werden. Aufgabe Ein Typen-Parkhaus inmitten eines multifunktional genutzten Blocks in Leipzig ist mittlerweile aufgrund des Mobilitätswandels zu 80% ungenutzt und kann entweder rückgebaut oder einem neuen Zweck zugeführt werden. Das 6-geschossige und quadratische Gebäude in offener Stahl- und Split-Level-Struktur bietet sich aufgrund der Systembauweise und der internen Erschließungsrampe als hybrides Regal für eine transdisziplinäre Nutzung an. So soll es neben dem Restbedarf an Stellplätzen Platz für junge Akteure, Stipendiaten, Vereine oder im Quartier ansässige Verwaltungsstrukturen bieten, die sich dem New Work und einer heterogenen Nachbarschaft stellen.
Kiezhotel – Übernachten im Urbanen Leerstand
Szenario Hinter den Begriffen Pixelhotel, Albergo diffuso oder Hotel dezentral verbirgt sich ein weiteres Konzept, das besondere Orte für das Übernachten erschließt und verbindet. Das Studienprojekt möchte ein solches Beherbergungskonzept für langzeitleerstehende Ladeneinheiten erforschen. Betrieben werden diese Kiezhotels von lokalen Initiativen im jeweiligen Viertel. Aufgabe Aufgabe der Studierenden war es, ein modulares Raumkonzept zu entwerfen, das auf vielfältige leerstehende Ladeneinheiten anwendbar ist. Die Konzepte wurden anhand zweier vorgegebener Leerstände in den Städten Halle und Hannover durchgearbeitet. Grundlage der Entwurfsarbeit war eine intensive Auseinandersetzung mit den vorgefundenen Geschichten und Atmosphären und deren Widerhall in der Gestaltung. Vertieft wurde ein entwurfsrelevanter Teilraum atmosphärisch und konstruktiv in Plandarstellungen. Kooperation Das Projekt fand als Kooperation zwischen den Innenarchitekturstudiengängen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und der Hochschule Hannover statt. Die Zusammenarbeit erfolgte nach dem Peer-Prinzip.
Student project 3rd year
Parcours – Garagengeschichten für Chemnitz Kulturhauptstadt Europas 2025
Studierende der Innenarchitektur haben für #3000Garagen einen Erzählparcours entworfen, der zehn ausgewählte Garagenstandorte im Chemnitzer Stadtraum markiert. Jedes Entwurfsteam entwickelt ein Ensemble von urbanen Möbeln zum Informieren, Rasten und Vertiefen. Ausschnitte der Entwürfe wurden von den Studierenden in Originalgröße umgesetzt. #3000Garagen ist ein Flagship-Projekt der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 und nimmt die Garagen in Chemnitz und die Menschen, die sie nutzen, in den Blick. Die rund 30.000 Garagen in der Stadt sind mehr als nur Abstellplatz für ein Auto. Sie sind lebendige Archive, Kulturgut, Kreativlabore und Gemeinschaftsorte. Gemeinsam mit Chemnitzer:innen werden die persönlichen und kollektiven Geschichten sichtbar gemacht.