In Deutschland kaufen Menschen durchschnittlich vier Paar neue Schuhe pro Jahr. Schuhe, die getragen werden oder ungenutzt im Schrank stehen. Schuhe, die irgendwann entsorgt oder verloren werden. Schuhe, die entweder als Müll in der Natur landen und den Lebensraum zahlreicher Tiere verschmutzen oder verbrannt werden. Auch der Algotoffel ist kein Produkt für die Ewigkeit und kein Schuh, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Aber er bleibt Teil eines natürlichen Kreislaufs. Sein Lebensweg beginnt als Hausschuh. Im Sommer begleitet er seine Besitzer auch in den Garten. Hat er seine Aufgabe erfüllt, wird er am Ende seines Lebens wieder Teil der Natur. Der Algotoffel besteht ausschließlich aus lokal gewonnenen Schraubenalgen. Nach seiner Nutzung kann er als Dünger für Pflanzen dienen, auf dem Kompost verrotten oder ins Wasser zurückkehren.
Für die Herstellung der Algotoffel haben wir die filz-artige Struktur der Schraubenalge genutzt und daraus zwei unterschiedliche Materialien entwickelt. Durch das Pressen der Algen in einer Form entsteht ein festes und widerstandsfähiges Material für die Sohle. Das Obermaterial wird geformt, indem die Algen über eine Form gelegt und anschließend getrocknet werden. Auch ohne zusätzlichen Druck oder Hitze verbinden sich die Schraubenalgen durch ihre natürliche Struktur zu einer zusammenhängenden, textilähnlichen Oberfläche. Eine Herausforderung im Herstellungsprozess bestand darin, dass die Algen nur sehr langsam trocknen. Da wir mit dem noch feuchten Obermaterial weiterarbeiten mussten, hat sich das Material beim Vernähen verformt. Um die Reißfestigkeit und Elastizität des Schuhs zu verbessern, wurden die Algen vor der Verarbeitung in Glycerin und Alginat eingelegt. Das Alginat erhöht die Stabilität und Formbeständigkeit des Materials, Glycerin macht den Schuh flexibler weniger brüchig.










































