Der Spiropen kann eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Filz- und Graffitimarkern darstellen. Er besteht aus recycelbaren und biologisch abbaubaren Materialien wie Algen und PLA. Auch Farbe der Tine wird aus Algen gewonnen. Sie ist in den verwendeten Mengen unbedenklich für die Umwelt, da sich das enthaltene Ethanol verflüchtigt. Im Vergleich zu herkömmlichen Markern lässt sich die Filzspitze bei Beschädigung oder Verschleiß problemlos austauschen, wodurch die Lebensdauer des Stiftes verlängert wird. Ein interessanter Nebeneffekt der chlorophyllhaltigen Tinte ist ihre fehlende dauerhafte Lichtechtheit: Unter UV-Strahlung verfärbt sich das Chlorophyll zunächst braun und verschwindet mit der Zeit vollständig. Dadurch kann Papier mehrfach verwendet oder Wände und Fassaden vorübergehend gestaltet werden, ohne dauerhafte Spuren zu hinterlassen.
Für die Umsetzung des Stiftes haben wir uns zunächst mit Konstruktion und Form beschäftigt, um diese möglichst effektiv und reduziert zu gestalten. Anschließend recherchierten wir die Extraktion von Chlorophyll und experimentierten im BioLab mit verschiedenen Techniken sowie Mischverhältnissen von Ethanol und Schraubenalge (Spirogyra), um den grünen Farbstoff zu gewinnen. Dabei zeigte sich, dass der extrahierte Farbstoff nur schlecht wasserlöslich ist. Deshalb entschieden wir uns, das Ethanol nicht vollständig auszukochen. Für die Hülle fertigten wir eine Stahlpressform an, um mithilfe von Hitze und Druck eine gleichmäßige Oberfläche zu erzeugen. Erste Versuche zeigten jedoch, dass die gepresste Struktur nicht ausreichend stabil war. Durch das Bestreichen der Außenseite mit Chitosan als natürlichem Klebstoff konnte die Festigkeit deutlich verbessert werden. Als letztes Algenbauteil entstand der Filz: Die Algen wurden in Faserrichtung zusammengelegt und mit Hanfschnur fixiert. Abschließend fertigten wir Patrone, Deckel und Endstücke passgenau zur Hülle im 3D-Druck aus transluzentem PLA an.









































