Lehrangebot

Das Plattenbauviertel – Ideal, Ideologie und Realität im Laufe der Zeit

Nach dem zweiten Weltkrieg galt es im geteilten Deutschland dieses wieder aufzubauen. Insbesondere Wohnraum war knapp. Die großflächige Zerstörung der Städte machte es nötig und – wie es einige Architekten unverhohlen aussprachen: möglich, städtebaulich groß zu denken. In beiden Teilen Deutschlands wurden Großraumsiedlungen zur Lösung des Wohnungsproblems konzipiert. In der DDR setzte man die Industrialisierung des Wohnungsbaus ab 1955 unter dem Slogan „Besser, schneller, billiger“ vorrangig in typisierter Plattenbauweise um. Neugebaute Stadtviertel und Satellitenstädte wie Marzahn, Leipzig-Grünau oder Rostock Lütten Klein konnten so vergleichsweise günstig und schnell für massenproduzierten, typisierten Wohnraum sorgen.

Am Beispiel von Halle-Neustadt führt dieses Seminar in die Geschichte des DDR-Wohnungsbaus und seines Nachlebens bis in die Gegenwart ein. Wir schauen auf die verschiedenen Typologien von Plattenbauten und auf die grundlegenden Städtebau- und Lebensraum-Ideen und Ideale, auf denen Großsiedlungen wie Halle-Neustadt gründen. Wir verfolgen die Umsetzung, Entwicklung und die Schwierigkeiten dieser Ideen und Ideale zu DDR-Zeiten, in der Nachwendezeit und bis in die Gegenwart. Zum Abschluss reflektieren wir das wechselhafte Image des Plattenbaus vor und nach der Wende, wie es u.a. durch Unterhaltungsfilme vermittelt wurde.

Als Prüfungsleistung wird die Entwicklung eines Wohnhaus-/Plattenbau-Modells erwartet, welches in der Abschlusssitzung am Freitag vorgestellt und in ein in Gruppenarbeit erarbeitetes Städtebau-Konzept integriert wird. Weitere Informationen dazu folgen im Seminar.