Lehrangebot

Essayfilme

Der Ton klingt dumpf, als wäre man unter Wasser. In den Sitzbänken auf der Fähre von Hokkaido schlafen die Menschen mit verdrehten und gleichzeitig tief entspannten Körpern. Über die leicht verwackelten, dokumentarischen Aufnahmen erzählt ein Voiceover von einem Mann mit merkwürdigen Gedanken. Ihn erinnern diese Bilder an einen vergangenen oder zukünftigen Krieg. An die kleinen Fragmente des Krieges, die im Alltag verankert sind…

Die beschriebene Szene stammt aus Chris Markers Sans Soleil, von dem man sagt, dass er einer der berühmtesten Essayfilme sei. Aber was genau sind eigentlich essayistische Filme? Wie erzählen sie? Wie Adorno bereits über den literarischen Essay schrieb, sind diese Filme weniger ein Gerüst, ein Bau, als vielmehr eine Bewegung, eine permanente Abweichung. Filme, die keine Grenzen zwischen Erzählen und Erörtern ziehen, zwischen der Fiktion und dem Dokumentarischen, dem Theoretischen und dem Subjektiven, dem Filmemachen und der Medienanalyse.

Im Laufe des Seminars werden unterschiedliche essayistische Kurz- und Langfilme gezeigt, anhand derer die Teilnehmenden die Vielschichtigkeit des Essayfilms und seiner nicht linearen Erzählformen gemeinsam besprechen und diskutieren. Verbunden werden die filmischen Beispiele und ihre Inhalte mit offenen Übungen, in denen die Teilnehmenden eigene Erfahrungen mit essayistischen Erzählformen erproben können. Diese werden verbunden mit technischen Vermittlungen und Einführungen, wie etwa zu Kamera- und Montagetechniken. Im Laufe des Seminars produzieren die Teilnehmenden eine eigene kleine Arbeit, die frei gewählt oder aus den Übungen entwickelt werden kann und in Konsultationen begleitet und betreut wird.

 

Anmeldeschluss ist der 11.10.2026.
Rückmeldung zur Teilnahme erfolgt spätestens am 13.10.2026.
Für die Anmeldung bitte direkt eine E-Mail an Katrin Esser (esser@burg-halle.de) schreiben.