Lehrangebot

Exkursion nach Rom: Barock — Einblicke in eine fremde Welt

Wieso Rom? Wieso Barock? Eine Reise nach Rom musste historisch nie groß begründet werden: Pilger*innen suchten dort nach Erlösung, Künstler*innen nach Inspiration, Heere nach Möglichkeiten der Bereicherung unter dem Deckmantel der Befreiung, junge englische Adelige nach Bildung und Tourist*innen trieb und treibt die schiere Neugierde an. Oder Sprüche wie „Rom sehen und sterben“. Oder utopische Vorstellungen einer „dolce vita“. Alles schön und gut, doch selbstverständlich auch alles zu hinterfragen. Von uns. Am besten, indem wir hinfahren.

Und Barock? Barocco (ital.) bezeichnet zunächst nichts anderes, als eine unregelmäßig geformte Perle, ein schief gewachsenes, schimmerndes, natürliches Ding. Als Zeit- und Stilbegriff wird darunter retrospektiv eine historische Epoche erfasst, die in Rom um 1600 mit der Malerei Caravaggios begann, ab 1619 vom Bildhauer und Architekten Gian Lorenzo Bernini maßgeblich geprägt, um 1700 dann auch in den deutschen Landen furios rezipiert und in Wörlitz bei Dessau um 1770 als unzeitgemäß zu Grabe getragen wurde. Im Seminar konfrontieren wir uns demnach mit einer Zeit, die alles andere als tagesaktuell und daher vermutlich auch eher fremd ist. „Faltenreich“ auf jeden Fall. Aufgeklärten Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts galt „Barockes“ als „unnatürlich“, „schwülstig“, „bizarr“ und „lächerlich“. Heute fällt häufig der Begriff „pompös“. Sprich: Barock scheint irgendwie recht „schräg“ zu sein. Politisch war er immer. Warum also nicht mal einen Blick wagen? Und zwar an dem Ort, an dem sein Ursprung liegt?

Ziel der Exkursion ist es an ausgewählten Beispielen unsere „Beschreibungs- und Ausdruckskompetenzen“ zu trainieren – und zwar sowohl in Worten, als auch in Zeichnungen: Wie kann über Sprache das Aussehen von Stadträumen und -plätzen, von Architekturen, von Innenräumen und Ausstattungen, von Brunnenanlagen und Skulpturen erfasst werden? Und wie vermitteln wir dieses Aussehen wiederum in Zeichnungen? Was passiert mit uns, unserem Hinsehen und Wahrnehmen, wenn wir zwischen diesen Darstellungsmedien hin und her wechseln? Wenn wir verschiedene Geschwindigkeiten einschlagen? Wenn wir uns das Gesehene gegenseitig zu erklären versuchen? Wenn wir „Bescheid wissen“? Und wenn wir nicht ganz so gut „Bescheid wissen“? Methodisch konzentrieren wir uns auf die zwei Medien Sprache (auch Terminologie) und Zeichnung, Fotografie und Video bleiben ausnahmsweise einmal ausgeschlossen. Von dieser Einschränkung erhoffen wir uns schlicht Konzentration, Präzision, ein „noch genauer hinsehen“. Und einen Hauch von Entspannung.

1. Planungstreffen in Halle am: 22. April 2026, 18:00, Villa, Raum 102.

 

Lern- und Qualifikationsziele BA und MA: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen, werden vorzugsweise Gruppenpräsentationen in Referatsform (oder vergleichbar) erwartet. Eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit kann nach Absprache erarbeitet werden. Sie umfasst in der Regel ein Volumen von bis zu 10 Seiten.

Lern- und Qualifikationsziele MA Design Studies: Um die Lern- und Qualifikationsziele zu erreichen werden neben der verpflichtenden Präsentation in Referatsform (oder vergleichbar) eine zusätzliche, schriftliche Hausarbeit erwartet. Sie umfasst in der Regel ein Volumen von bis zu 20 Seiten.