2D Colour

Part of the Design Fundamentals

Das Farbensehen ist eine Sinneswahrnehmung: es dient unserer Orientierung und Kommunikation, es bildet Identitäten. Die bewusste Wahrnehmung und der bewusste Einsatz von Farbe als fächerübergreifendes ästhetisches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel ist Lehrinhalt und Ziel in der Auseinandersetzung mit Farbe. 

Folglich geht es zunächst auch darum, die Aufmerksamkeit der Studierenden auf das Phänomen Farbe zu lenken und für spezifische Farbwahrnehmungen zu sensibilisieren - Farbempfindungen sind subjektiv, Farbe ist abhängig vom Kontext, vom Raum, vom Licht und von ihrer jeweiligen materiellen Erscheinungsform.

Anhand von gezielten Themenstellungen und unter Verwendung unterschiedlicher Malmittel und Materialien werden die Vielschichtigkeit und Relativität von Farben untersucht, ihre Ausdrucksqualitäten, bezogen auf Fläche, Form und Raum erforscht, ebenso wie die Wechselwirkungen der Farben untereinander, also das, was zwischen den Farben geschieht: Farbgebung, Farbstimmung, Farbkombinationen, Farbakkorde, Farbkontraste.

Die gesammelten Erfahrungen und Fragestellungen, der zielgerichtete Einsatz von Farbe und die gestalterischen Entscheidungen der Studierenden werden anhand der entstandenen Skizzen, Studien und Entwürfe gemeinsam besprochen, verglichen und reflektiert. 

Die Bedeutung der Farbe als Bestandteil einer Kultur des Visuellen wird, begleitend zur Praxis, auch durch theoretische Inhalte - Farbe und Sprache, Farbsysteme, Farbtheorien, Farbe in der Kunst, Farbe in der Werbung - vermittelt. Klar ist: Farbe ist interdisziplinär und in vielfältiger Weise im Kontext der verschiedenen Studiengänge präsent.

abgeschlossene Projekte

Student project 3rd year
Superficial – Eine Kirche wird zur Herberge für Pilgernde
Die kleine Dorfkirche in Drobitz soll zu einer Pilgerherberge umgenutzt werden. Der Fokus des Semesterprojekts liegt in der Neukonzeption einer besonderen Oberfläche, die der Kirche ein neues Raumkleid verleiht. Der Umgang mit der aufgeladenen Typologie und die Umnutzung zu einem Ort des Übernachten stellt die Studierenden vor besondere Herausforderungen, die angesichts einer steigenden Menge an ungenutztem Baubestand sowie schrumpfenden Gemeindezahlen relevanter denn je sind. Dabei soll weiterhin der Bedarf der Dorfgemeinschaft nach einem identitätsprägenden Ort der Zusammenkunft erfüllt werden. Jeder Entwurf beantwortet über eine besondere Oberfläche die Frage nach der Stimmung des Raums. Ein Material atmosphärisch aufzuladen, eine Wechselwirkung von berühren und berührt werden, den Raum über die Oberflächen begreifbar zu machen – diese Herausforderungen begleiteten das Projekt und werden im Folgenden von den Studienarbeiten vielfältig beantwortet.
Student project 3rd year
ReMake Science Halle
Endlich ein Schiff! Ein schwimmender Raum eröffnet eine ungewohnt spannende Facette der Innenarchitektur. Dabei geht nicht um eine Yacht und ein Kreuzfahrtschiff – sondern um ein Forschungsschiff mit wertvollem gesellschaftlichem Auftrag. Seit 2020 ist die MAKE SCIENCE HALLE als schwimmender Ort der Wissenschaftsvermittlung in Sachsen-Anhalt unterwegs: ein umgebautes Ausflugsschiff, das heute vor allem Wissen und die Freude daran transportiert. Getragen vom Verein SCIENCE2PUBLIC und unterstützt von Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes, macht es aktuelle Forschung für einen lebenswerten Planeten greifbar. Ob als Klimalabor, Mitmachküche, MakerLab, Klassenzimmer auf dem Wasser oder Open-Air-Kino – das Schiff zeigt, wie eng Wissenschaft mit unserem Alltag verbunden ist. Mit dem neuen SCIENCE CUBE als Kompetenzzentrum für Wissenschaftskommunikation und Transformation bietet sich nun die Gelegenheit, den physischen Raum des Schiffs neu zu denken. Im Sommersemester 2025 stellten sich Studierende der Innenarchitektur an der BURG GIEBICHENSTEIN KUNSTHOCHSCHULE HALLE im Projekt REMAKE SCIENCE HALLE die Frage: Wie kann der Raum so gestaltet werden, dass die Faszination für Wissenschaft nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar erfahrbar wird? Entstanden sind narrative Konzepte, die das Schiff in forschende Erlebnisorte verwandeln. Die Ergebnisse wurden am 12. und 13. Juli 2025 im Rahmen der Jahresausstellung der BURG präsentiert: fünf maßstabsgetreue Schiffsmodelle, ergänzt durch Möbelentwürfe, Forschungskomponenten, Farb- und Materialwelten sowie einen mobilen Algenreaktor. Vom 29. Oktober bis 2. November 2025 sind die Arbeiten noch einmal beim SILBERSALZ-Festival in Halle zu erleben.
KLARA MILLEK: In Touch
In der Begegnung von weichen und scharfkantigen, von schweren und luftig-leichten, von entspannten, starren und gedehnten Materialien entsteht in In Touch ein Spiel mit der Balance: Wer hält, wer stützt was? Wie kann ein Gleichgewicht hergestellt werden? Als Gruppe schafft die sechsteilige Arbeit einen Raum, dessen Teile sich zwischen Figuren und unterschiedlichen physischen wie emotionalen Zuständen eines Körpers bewegen. Während die verschiedenen Teile selbst körperliche Erfahrungen bilden, greifen sie zugleich auf Erfahrenes zurück. In Touch bietet Raum für unterschiedliche Körperwahrnehmungen, aber auch für die Zustände des Ausgebremstseins und der Erschöpfung. Die Gegebenheit von Krankheit, die Verletzlichkeit von Körper und Psyche wie auch deren lebendigen Selbstheilungskräfte scheinen durch. Angesichts der unumgänglichen Verbindung mit der menschlichen wie nicht-menschlichen Umgebung, fragt die Arbeit: Was heißt es, körperlich anwesend zu sein? Was bedeutet es, im Spannungsfeld eines materiellen und sozialen Gefüges zu stehen? Und wie wollen wir mit unserer Umgebung in touch sein?