Josua Roters

Künstlerischer Mitarbeiter Industriedesign

Josua Roters war von März 2025 bis September 2026 Künstlerischer Mitarbeiter im Studiengang Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. In dieser Zeit betreute er gemeinsam mit Prof. Dieter Hofmann verschiedene Lehrangebote im Bereich Produkt- und Systemdesign, darunter die Semesterprojekte Stilles Örtchen, Alles in Ordnung und Oberflächlichkeiten – Die Haut der Dinge sowie die Grundlagen-Fachaufgaben Listen to Me und Teamwork_Workspace.

Roters hat selbst an der Burg Giebichenstein Industriedesign studiert, mit einem Erasmus-Austauschjahr an der ENSAV de La Cambre in Brüssel, und schloss sein Studium 2023 mit dem Master ab. Neben seiner Lehrtätigkeit ist er Mitbegründer des Hallenser Designstudios pond.

SoSe 2025

Semesterprojekt // Stilles Örtchen

Jeder Mensch muss mehrmals am Tag auf Toilette. Trotzdem redet kaum jemand darüber. Im Projekt stand deshalb der Stuhlgang selbst im Mittelpunkt: was dabei passiert, was man dafür braucht und wie es sich anfühlt, gerade wenn man nicht zu Hause ist. Es ging um Hygiene, Verdauung und Privatsphäre und um die Orte und Dinge, die damit zu tun haben. Ein Schwerpunkt lag auf Situationen, in denen es keine feste Toilette gibt, zum Beispiel auf Baustellen, bei Festivals oder in Krisengebieten.

Partner war Toi Toi & Dixi, der weltweit größte Anbieter von mobilen Toiletten. Die Studierenden haben Entwürfe entwickelt, die diese Situationen angenehmer machen sollen. Manche sind frei und konzeptionell, andere lassen sich direkt umsetzen.

Fachaufgabe // Listen to Me

Heute läuft Musik fast nur noch übers Smartphone. Ein eigener MP3-Player wirkt da erst mal überholt. Aber genau deshalb ist er interessant: Walkman und iPod waren Geräte, die nur für Musik da waren und die man bewusst benutzt hat. In der Fachaufgabe baute jede*r Studierende einen eigenen MP3-Player. Dafür wurde ein einfaches MP3-Modul neu verkabelt und in ein selbst gestaltetes Gehäuse mit eigenen Bedienelementen gesetzt. Die Fragen waren: Wie sieht ein Musikgerät aus, das für eine bestimmte Person oder Situation gemacht ist? Wo hört man Musik, beim Joggen, im Bett oder unterwegs in der Bahn? Wie fühlt es sich an, ein Lied zu überspringen? Und was braucht ein Gerät, damit man es lieber in die Hand nimmt als das Handy? Das nötige Wissen gab es in Einführungen zu CAD, Elektronik und 3D-Druck.

WiSe 2025/26

Semesterprojekt // Alles In Ordnung 

Koffer, Taschen und Boxen begleiten uns jeden Tag. Sie schützen, was wir bei uns tragen, und geben unseren Dingen einen Platz. Wie viel Ordnung jemand braucht, ist dabei sehr unterschiedlich. Das Projekt hat sich mit dem Aufbewahren, Tragen und Ordnen beschäftigt und damit, wie viel das über uns und unseren Alltag aussagt. Entstanden sind genaue und eigenwillige Arbeiten, von Möbeln über Experimente bis zu Werkzeugen, mit denen Ordnung überhaupt erst entsteht.

Fachaufgabe // Teamwork_Workspace

Der Anfang eines Studiums ist nicht leicht. Deshalb stellten wir die Erstsemester schon in ihrer dritten Woche an der Burg mit Studierenden aus höheren Semestern zusammen. In einem viertägigen Workshop entwickelten gemischte Teams Ideen für einen ordentlichen Arbeitsplatz und bauten sie in den Werkstätten als Prototypen. Die Neuen fanden sich so schneller zurecht. Die Älteren mussten ihr Wissen weitergeben, übernahmen Verantwortung für ihr Team und bekamen einen frischen Blick auf die Aufgabe.

SoSe 2026

Semesterprojekt // Oberflächlichkeiten – Die Haut der Dinge
Oberflächlichkeit wird meist als negative Eigenschaft betrachtet, Oberflächen gelten oft als rein dekorativ und werden in der Gestaltung entsprechend vernachlässigt. 
Ziel des Projekts war die Gestaltung neuartiger Objekte und Systeme, die ihre Funktionen und Anwendungen aus der Oberfläche heraus entwickeln – im Spannungsfeld zwischen Mikro- und Makrokosmos sowie zwischen materiellen und immateriellen Oberflächen. In der Recherchephase wurden die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Häuten, Membranen, Schutzschichten, Hüllen und Fassaden untersucht, unter anderem im Rahmen einer Exkursion nach Brüssel sowie durch Vorträge und Besuche bei Forschungsinstituten, Unternehmen und Gestaltern. 

Inputvorträge hielten Emelina Michels (CMF Designerin, Salomon Sportstyle), Martin Grunwald (Haptiklabor Leipzig) sowie Lutz Engich (HTWK, iP³, Leipzig). Im Rahmen der Exkursion nach Brüssel gaben Clara Reviu, Louisa Carmona und Izabela Pietrzak (Materiatek), Margot Saulnier, Michael Ghyoot und Raphael Wagnon (RotorDC) sowie Dieter Van Den Storm (Mad Brussels) Einblicke in ihre Arbeit. Die Gastkritik übernahmen Marianne Sellmaier und Henrike Schmitz, die fotografische Dokumentation lag bei Sabine Boger mit Unterstützung von Alex Lohmann und Moritz Geyer.

Workshop // PingPong

Zum Start ins Hauptprojekt stand eine Woche lang der Tischtennisschläger im Mittelpunkt. Das Ziel war, direkt ins Machen zu kommen: wenig Theorie, schnell eine Idee und dann ab in die Werkstatt. Jede*r gestaltete eine neue Oberfläche für den eigenen Schläger. Es ging nicht darum, besser oder schneller zu spielen. Die Schläger durften überraschen, irritieren, schön sein oder einfach Spaß machen. Zum Schluss gab es ein gemeinsames Turnier, bei dem alle Schläger ausprobiert und präsentiert wurden. Fotografiert hat das Turnier Moritz Geyer.

CAD Kurs // Rhino & Grasshopper

Der Kurs sollte Rhino und Grasshopper nicht vollständig erklären. Er sollte zeigen, wie man die Programme für die eigene Arbeit nutzen kann. An Aufgaben aus der Praxis, etwa für 3D-Druck und Lasercutter, wurde schnell klar, wo CAD im Design-Alltag hilft und wo es anfängt, Spaß zu machen. Dazu kamen nützliche Workarounds und Tipps, wie man mit Tutorials, Foren und fremden Dateien selbstständig weiterlernt.