Hanne Bergius
Prof. Dr. phil. habil. Hanne Bergius
Vorträge/ Essays | Lehre/ Forschung | Publikationen | Impressum
Kunsthistorikerin mit den Schwerpunkten Kunst, Fotografie, Design und Architektur der Moderne und emeritierte Professorin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (siehe auch WIKIPEDIA).

Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. 1984 Promotion zur Geschichte und zum Konzept des Berliner Dadaismus bei Professor Dr. Tilmann Buddensieg. 1990 DFG Stipendium zur Untersuchung des Verhältnisses von Tradition und Moderne am Beispiel der Neuen Sachlichkeit. 1992 Habilitation zum Prinzip Montage am Fachbereich Geschichtswissenschaften der Freien Universität. Venia Legendi für das Fach Neuere Kunstgeschichte. 1992 bis 1994 Professur für Kunstgeschichte an der FH Münster. 1994 bis 2007 Professur für Kunst-, Design- und Architekturgeschichte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Kuratorentätigkeit an den bedeutenden Ausstellungen Dada in Europa, Teil 3 von Tendenzen der zwanziger Jahre, 15. Europäische Kunstausstellung unter den Auspizien des Europarates, Berlin 1977 und Paris-Berlin. Übereinstimmungen und Gegensätze Frankreich – Deutschland.1900-1933. Paris, Centre Georges Pompidou, 1978. Zahlreiche Publikationen zur Moderne seit 1975, vor allem zur Ideengeschichte und Politisierung des Dadaismus, insbesondere zu Friedrich Nietzsches Einfluss auf Dada und zu den grotesken Gestaltungskonzepten von Montage, Collage, Assemblage und Performance. 1976 erste feministische Studie zu Hannah Höch. Desweiteren wissenschaftliche Essays zur großstädtisch-industriell und medial geprägten Ästhetik der Moderne.

Von 1968 bis 1994 Ehe mit Prof. Dipl.-Ing. Burkhard Bergius, Architekt und Stadtplaner. 1969 und 1973 Geburt der Töchter. Wohnhaft in Berlin.

VORTRÄGE, GESPRÄCHE UND ESSAYS
u.a. in Berlin, Delft, Düsseldorf, Essen, Evanston (Chicago), Glasgow, Graz, Halle, Karlsruhe, Madrid, Mailand, Münster, New York, Nürnberg, Paris, Salzburg, Venedig, Weimar, Winterthur, Zürich.
Berlin in den Zwanziger Jahren

Berlin the Dada-Metropolis, 1991
wiss. Essay

Berlin als Hure Babylon
wiss. Essay

Berlin – a city drawn / die gezeichnete Metropole
wiss. Essay, engl. Version, dt. Version

Das Triptychon „Großstadt“ von Otto Dix
wiss. Essay

Dix – Dionysos in der Kälte
wiss. Essay

Im Laboratorium der mechanischen Fiktionen
wiss. Essay
art interview
100 Jahre DADA
ART-Gespräch mit Ralf Schlüter
in: art - Das Kunstmagazin, Hamburg: Gruner + Jahr,
Januar 2016, S. 32–43.
art - Interview

Grosz und Heartfield
Internationales Willi Münzenberg Forum Berlin,
Dezember 2016
Vortrag

Das Lachen Dadas in Berlin und seine Wirkungsgeschichten
Gegen die Macht des Militärs und der Medien,
Theater Münster, Januar 2019
Vortrag

Die Künstlerin Hannah Höch
Hanne Bergius im Gespräch mit Julian Doepp.
BR2. BR. De, 31.10.2014
Podcast
"Jamais retour" oder
vom Ende der Kunst im Anfang der Künste
Laudatio für Ulrike Ottinger zum Hannah Höch-Preis, nbk, Berlin, 25.11.2011
Laudatio

Der Merzbau von Kurt Schwitters
im Kontext von Dada Berlin

Sprengel Museum Hannover, Juni 2007
Vortrag

Representing Dada.
Aspects of Dada’s Recepeption Since the Late 1950s

Lecture for the symposium, Museum of Modern Art New York,
September 2006
Lecture

Erste Internationale DADA-Messe (1920).
Rekonstruktion der Messe und des Kataloges.
Auszug aus der Publikation
"DADA Triumphs!" (144 Seiten)

LEHRE UND FORSCHUNG

Im Unterschied zur Lehre und Forschung an der Universität gibt es an der Hochschule für Kunst und Design wissenschaftliche Forschungsgebiete, die unmittelbar von der gegenwärtigen Praxis von Kunst und Design inspiriert sind und ein wechselseitiges produktives Verhältnis zwischen Theorie und Praxis anstreben. Insofern hat sich Forschung und Lehre von Kunst, Design- und Architekturgeschichte an einer Hochschule der Künste den Anforderungen gegenwärtiger Diskurse und Auseinandersetzungen direkt und problembezogen zu stellen und, aus der Gegenwart wahrgenommen, Deutungen der Geschichte des Fachgebietes eher zu bedenken. Die Geschichte der Künste (der freien, der nützlichen, der medialen, der architektonischen) wird daher nicht in abgeschlossenen Phänomenen und Epochen wahrgenommen, sondern in ihren Entstehungs- und Handlungszusammenhängen, in ihren Bedeutungsgebungen und Projektionen, ihren Nutzungen und Wirkungen, denn es gilt den Weg vom historischen Bewusstsein zum Handeln kritisch zu bedenken.

Schwerpunkte meiner Forschung sind folgende Themen. Zu ihnen liegen Aufsätze und Bücher vor:

  • Das Avantgardeprinzip der Collage, Fotomontage und Assemblage sowie die unterschiedlichen Performancekonzepte seit DADA.
  • Interdependenzen und Differenzen zwischen Kunst, Design und Architektur seit dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
  • Geschichte und Zukünfte des Körpers und seine medialen Konstruktionen seit der Renaissance.
  • Urbanität und Moderne seit dem 19. Jahrhundert. Die Großstadt als Brennpunkt von Innovationen und Veränderungen, von Widersprüchen und Auseinandersetzungen als Herausforderung für die Künste, ihre Konzepte und Projekte.
  • Industrialisierung seit dem 19. Jhdt. und ihre Wirkung auf die Künste. Reformprojekte zwischen Kulturpessimismus und Fortschrittsgläubigkeit.
  • Ambivalenzen der Klassischen Moderne und deren offene Prozesse von Widersprüchen. Ihre Ästhetik und Artistik zwischen Polaritäten der Konstruktion und Destruktion, der Autonomie und des Engagements, der Ratio und der Irrationalität, der Ironie und Melancholie. Sprengung der Künste von innen und sozialpolitisches Engagement nach außen. Nietzsches Inspirationen zu einer „Balance in Widersprüchen“, besonders im internationalen Dadaismus.
  • Das internationale Beziehungsgeflecht der Künste seit den zwanziger Jahren bis zur Gegenwart:
    Die Beziehungen zwischen europäischer und amerikanischer Kunst-, Design- und Architekturgeschichte: "fictions of the west, fictions of Old Europe...", aber auch konkrete Einflussnahmen.
    Die Beziehungen zwischen der Kunst Osteuropas und Westeuropas seit den zwanziger Jahren. Austausch künstlerischer und architektonischer Gestaltungsverfahren. Die Bedeutung des Konstruktivismus überdies für den Dekonstruktivismus.
    Die Beziehungen zwischen asiatischer, im speziellen japanischer und europäischer bzw. amerikanischer Kunst-, Design- und Architekturgeschichte - insbesondere zenbuddhistische Einflüsse auf die Ästhetik der Moderne.
PUBLIKATIONEN
Dada in Europa - Dokumente und Werke (co-ed. Eberhard Roters)
in: Kat. Tendenzen der zwanziger Jahre. 15. Europäische Kunstausstellung, Vol.III,
Berlin: Dietrich Reimer Verlag 1977.
ISBN 978-3-496010-00-5
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Kat. Dada in Europa – Dokumente und Werke
(co-eds. Eberhard Roters/Klaus Gallwitz), Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt am Main, 1977/78.
ISBN 978-3-4960-10-0
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Dada Berlin: Texte, Manifeste, Aktionen (co-ed. Karl Riha),
Stuttgart: Reclam 1977.
ISBN 3-15-009857-2
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Johannes Baader: Oberdada.
Schriften, Manifeste, Flugblätter, Billets, Werke und Taten
(co-eds. Norbert Miller/ Karl Riha), Gießen: Anabas-Verlag 1977.
ISBN 3-87038-046-2
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Das Lachen Dadas. Die Berliner Dadaisten und ihre Aktionen.
Gießen: Anabas-Verlag 1989.
ISBN 978-3-870381-41-7
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Montage und Metamechanik. Dada Berlin - Ästhetik von Polaritäten
(mit Rekonstruktion der Ersten Internationalen Dada-Messe und Dada-Chronologie),
Berlin: Gebr. Mann Verlag 2000.
ISBN 978-3-786115-25-0
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Dada Triumphs! Dada Berlin, 1917-1923. Artistry of Polarities.
Montages - Metamechanics - Manifestations. Translated by Brigitte Pichon.
Vol. V. of the ten editions of Crisis and the Arts. The History of Dada, ed. by Stephen Foster, New Haven, Conn. u. a., Thomson/ Gale 2003.
ISBN 978-0-816173-55-6
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Dada Berlin. Une révolution culturelle? (co-ed. Françoise Lartillot) Histoire des idées.
Edition du Temps, Nantes 2004.
ISBN 978-2-842743-44-4
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Raoul Hausmann et les Avant-Gardes (co-eds. Timothy Benson/ Ina Blom),
Dijon: Les Presses du réel, 2014.
ISBN 978-2-840666-53-0
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Siehe auch vollständige Bibliographie Hanne Bergius (PDF zum Download)

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