FEM-Power: TROTZDEM und ÜBERHAUPT

Die neue Veranstaltungsreihe des Projekts FEM-Power setzt sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion, einem Workshop und einem Vortrag mit den Möglichkeiten und Hemmnissen des Kunstschaffens von Frauen auseinander.

Plakat zur neuen Veranstaltungsreihe des Projekts FEM-Power. Gestaltung: Tina Kaden

Die neue Veranstaltungsreihe des Projekts FEM-Power im Wintersemester 2017/18 steht unter dem Motto „Trotzdem und Überhaupt“, in Anlehnung an ein Zitat der Kunstkritikerin, Schriftstellerin und sozialistische Frauenrechtlerin Lu Märten.

Lu Märtens programmatische Schrift „Die Künstlerin“, 1919 veröffentlicht, ist einer der wenigen kulturtheoretischen Abhandlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die sich gesellschaftskritisch mit den Möglichkeiten bzw. Hemmnissen des Kunstschaffens von Frauen auseinandersetzt. Programmatisch für ihre Analyse ist folgende Aussage:
„Alle Probleme der heutigen Frau als Künstlerin und Arbeiterin sind gesellschaftliche Probleme, darum fordern sie allein gesellschaftliche Lösungen – alles andere von Natur und Bestimmung usw. ist Wortgeschwätz.“ (Lu Märten: Die Künstlerin. Bielefeld: Aisthesis 2001, S. 106.)

Die drei Veranstaltungen im Überblick:

Mittwoch, 29.11.2017:
Podiumsdiskussion: „Trotzdem und Überhaupt? Über Wandel, Wert und Widerstände“
18 Uhr, Mediathek, Design Campus, Neuwerk 7, 06108 Halle

Die BURG-MitarbeiterInnen Stella Geppert, Anja Kaiser, Iris Dankemeyer und Jonas Hansen diskutieren gemeinsam mit der Leipziger Künstlerin und Autorin Katharina Zimmerhackl über eigene berufliche Erfahrungen und Lebenswege im gestalterischen, künstlerischen und/oder wissenschaftlichen Arbeiten. Im Fokus stehen hierbei zum einen Reflexionen über den Zusammenhang der jeweiligen Fachkulturen und vergeschlechtlichter Arbeitswelt und zum anderen – ganz im Sinne Lu Märtens – die Frage nach Anerkennungsmustern und Wertbemessung von künstlerischen, gestalterischen und wissenschaftlichen Arbeiten.

Samstag/Sonntag, 9./10.12.2017:
WenDo-Workshop: Feministische Selbstverteidigung und Selbstermächtigung
Trainerinnen: Jana Dreiseitel und Cosima Mangold
Zeit: Sa., 9.12.: 10 bis 17 Uhr und So.,10.12., 10-16 Uhr.
Ort wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

Am zweiten Dezember-Wochenende (9.12. und 10.12) bieten wir einen WenDo-Kurs mit einem Schwerpunkt auf feministischen Selbstverteidigung und Selbstermächtigung an. WenDo heißt ursprünglich „women do“ und wurde im Kontext feministischer Bewegungen und Kämpfe entwickelt. WenDo ist ein wichtiger Baustein von Gewaltprävention und setzt sich aus Übungen zu Stimme, Stand, Körpersprache, Atmung, Wahrnehmung, Entspannung und aus Techniken der Selbstverteidigung (zum Beispiel Schlag- und Abwehrtechniken) zusammen. Der Fokus liegt dabei zum einem auf der Auseinandersetzung mit Sexismen und sexualisierter Gewalt. zum anderen geht es darum, die unterschiedlich wirkenden gesellschaftlichen Machtebenen in ihrer Verschränkung miteinander zu reflektieren.

Die Trainings sind offen für Frauen*Lesben*Trans*Inter*, die ihre eigenen Stärken erfahren und zusammen ausprobieren wollen, wie es sich anfühlt sich zu wehren, in neue Rollen zu schlüpfen und alte Muster abzulegen. Es gibt 12 freie Plätze und die Anmeldung erfolgt über die Mitarbeiterin im FEM Power Projekt: sominka(at)  burg-halle.  de

Mittwoch, 20.12.2017:
Vortrag von Marlene Pardeller: „Perversionen der Geschichte: Wie Frauen Objekte bilden“ Oder „Whose Stories are Told? Über Kunst, Geschlecht und Narrationen“
18 Uhr, Mediathek, Design Campus, Neuwerk 7, 06108 Halle

In ihrem interaktiven Beitrag wird Marlene Pardeller die Frage nach weiblichen sogenannten „Masterpieces“ stellen und anhand von ausgewählten Beispielen aus Kunst und Literatur erörtern wie Objekte von denjenigen gebildet werden, denen der Subjektstatus abgesprochen wurde?
Marlene Pardeller ist Filmschaffende und forscht zu Löwen in Literatur und Hollywood.