sun_screen ist eine individuelle Fassadenlösung, die nachhaltige Energieerzeugung, effektiven Sonnenschutz und ästhetisches Design für städtische Umgebungen kombiniert. Die Konzeptidee ist bei einem Spaziergang in Halle entstanden, als ungenutzte „Solarlücken” im Stadtbild identifiziert wurden. Während aktuelle Plug-in-Solargeräte oft nicht harmonisch in die Architektur passen, löst sun_screen dieses Problem, indem es Standard-PV-Module in dynamische, hochwertige Beschattungselemente verwandelt. Durch die Integration großformatiger Module in ein Schienensystem können Benutzer die Paneele horizontal über die Fassade bewegen. So entsteht ein funktionales Fassadenelement für mehr Privatsphäre und ein visuelles Statement.
Die visuelle Identität wird durch generative Linienmuster definiert. Dieser algorithmische Ansatz ermöglicht es, digitale Datensätze in rhythmische, parametrische Kompositionen zu übersetzen, die sich nahtlos in die bestehende Architektur einfügen.
Dazu wird eine spezielle Farbbeschichtung auf das Modulglas aufgetragen. Ein Laser entfernt diese Schicht partiell und erzeugt so kontrastreiche Motive. Diese Beschichtungstechnologie beeinträchtigt die Energieausbeute nur minimal und gewährleistet einen Ertrag von 90-95 % im Vergleich zu unbeschichteten Modulen. Der Fokus liegt darauf, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen moderner Abstraktion und funktionaler architektonischer Integration zu erreichen. Die Entwürfe verzichten bewusst auf eine zu plakative Bildhaftigkeit und bewahren stattdessen eine reduzierte, technische Ästhetik. Ein kuratierter und stetig erweiterter Katalog bietet dabei vielfältige Musteroptionen, um flexibel auf unterschiedlichste architektonische Kontexte zu reagieren. Durch die parametrische Umsetzung der Bilddateien können spezifische Variablen wie Linienstärke, Frequenz sowie horizontale und vertikale Abstände flexibel angepasst werden. Das Spielen mit Parametern zeigt den Einfluss von Farbe und Strichstärke auf die Wahrnehmung des Moduls. Während Muster aus der Nähe betrachtet rein grafisch und statisch wirken, transformieren sie sich mit zunehmender Distanz in fluide, wellenartige Strukturen. Es entsteht eine einheitliche „visuelle DNA“, die skalierbar und an verschiedene Modulgrößen anpassbar bleibt, ohne ihre detailreiche, kontrastreiche Qualität zu verlieren.
Das horizontale Schienensystem sorgt für eine flüssige Bewegung der Module entlang der Fensterfront. Die Basis bildet ein über dem Fenster montiertes Aluminiumprofil, welches das Gewicht der großformatigen Elemente trägt. Während Rollwagen im oberen Profil die Führung übernehmen, sorgt eine zusätzliche Arretierung an der Unterseite für maximale Stabilität. Diese sichert das Modul gegen Windlasten ab und garantiert eine erschütterungsfreie, flüssige Bewegung. Alle Komponenten sind auf langfristige Haltbarkeit im Außenbereich und einfache technische Installation ausgelegt. Das Schienensystem ist für die Nachrüstung bestehender Gebäude konzipiert und somit eine vielseitige Lösung sowohl für Neubauten als auch für Renovierungen in städtischen Gebieten. Das System etabliert Solartechnik als integralen Bestandteil moderner Architektur. Es geht über den reinen Nutzen hinaus und bietet eine Vision, in der erneuerbare Energien zu einem bewussten und ästhetischen Element unserer täglichen architektonischen Erfahrung werden und eine sichtbare Beteiligung an der Energiewende fördern.